Red Teaming – Realistische Angriffssimulationen

Sie wissen erst, wie gut Ihre Abwehr wirklich ist, wenn jemand sie angreift. Unser Red Team simuliert einen realen, zielgerichteten Angriff und misst, ob Ihre Menschen, Prozesse und Technik ihn erkennen und stoppen. Für den Finanzsektor führen wir bedrohungsorientierte Tests (TLPT) nach dem TIBER-EU-Framework durch, wie DORA sie verlangt.

Referenzen

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Metzler

Zertifikate

ISO 27001 Grundschutz
OSCP

Advanced Persistent Threat

Was ist Red Teaming?

Red Teaming testet die Erkennungs- und Reaktionsfähigkeit einer ganzen Organisation. Statt möglichst viele Schwachstellen aufzulisten, verfolgt ein Red Team ein konkretes Angriffsziel und emuliert dabei einen realen Angreifer, der aktiv vorgeht und der Entdeckung entgehen will, vergleichbar mit einem Advanced Persistent Threat (APT).

Der Ansatz stammt aus dem militärischen Bereich, wo Verteidigungsstrategien durch realistische Gegnersimulationen geprüft wurden. Übertragen auf die Cybersicherheit heißt das: Wir nehmen die Perspektive des Angreifers ein, um die Wirksamkeit Ihrer Sicherheitsmaßnahmen unter realen Bedingungen zu prüfen und gezielt zu verbessern.

Abstraktionsebenen

Red Teaming und Penetration Testing im Vergleich

Ob ein Penetrationstest oder ein Red-Team-Assessment das Richtige ist, hängt vom Ziel ab. Ein Pentest deckt in einem definierten Bereich möglichst viele Schwachstellen auf. Ein Red Team verfolgt stattdessen ein realistisches Angriffsziel und prüft dabei den gesamten Verteidigungsapparat, inklusive Menschen und Prozesse.

  • Zielorientiert statt vollständig

    Ein Red Team sucht nicht alle Schwachstellen, sondern den Weg, der das definierte Ziel erreicht. Ein Pentest strebt die möglichst vollständige Abdeckung eines Bereichs an.

  • Erkennung wird mitgetestet

    Das Red Team agiert so unauffällig wie möglich. Ob und wann Ihr Blue Team den Angriff bemerkt, ist selbst ein zentrales Ergebnis. Bei einem Pentest ist Tarnung meist kein Ziel.

  • Menschen, Prozesse und Physis

    Neben der Technik gehören Social Engineering, physische Zutrittsversuche und Prozessschwächen dazu. Ein klassischer Pentest bleibt in der Regel technisch.

  • Längere Dauer und Vorbereitung

    Red-Team-Operationen gehen in die Tiefe und brauchen mehr Zeit, mehr Menschen und eine gründliche Threat-Intelligence-Vorbereitung.

Illustration eines Red-Team-Einsatzes

Auch Angriffssimulation genannt

Wann sollte Red Teaming eingesetzt werden?

Eine Angriffssimulation bildet einen echten Angriff realitätsnah nach und bezieht neben der Technik ausdrücklich den Faktor Mensch ein, den herkömmliche Pentests aussparen. Alle digitalen und analogen Prozesse Ihres IT-Sicherheitsmanagements kommen auf den Prüfstand. So gewinnen Sie belastbare Erkenntnisse von der Prävention über die Erkennung bis zur Reaktion und sensibilisieren zugleich Ihre Mitarbeiter.

  • Messbare Erkennungs- und Reaktionsfähigkeit

    Sie erhalten belastbare Aussagen dazu, ob und wie schnell Ihr SOC einen realen Angriff bemerkt und eindämmt.

  • Realistisches Risikoverständnis

    Statt einer Liste theoretischer Findings sehen Sie, was ein Angreifer in Ihrer Umgebung tatsächlich erreichen kann.

  • Behebung konkreter Angriffsvektoren

    Wir zeigen die genutzten Wege auf und unterstützen bei deren gezielter Schließung, nicht nur bei Einzelschwachstellen.

  • Erkenntnisse über Angriffsmethoden

    Ihr Team lernt reale Taktiken, Techniken und Prozeduren kennen und kann Detektionen gezielt darauf ausrichten.

  • Test der Reaktion Ihrer Prozesse

    Alarmierung, Eskalation und Incident Response werden unter realen Bedingungen geprüft.

Illustration einer Angriffssimulation

Ablauf eines Red-Team-Assessments

Ein Red-Team-Assessment folgt einer strukturierten, an MITRE ATT&CK und TIBER-EU angelehnten Vorgehensweise:

  • Threat Intelligence und Scoping

    Gemeinsam definieren wir Ziele, Rahmen und Testfenster und erstellen ein bedrohungsbasiertes Angreiferprofil für Ihre Branche.

  • Reconnaissance

    Passive und aktive Aufklärung von Angriffsfläche, Mitarbeitern und exponierten Diensten.

  • Initial Access

    Erstzugang über den erfolgversprechendsten Weg, etwa Spear Phishing, exponierte Dienste oder physischen Zutritt.

  • Foothold und Command and Control

    Aufbau eines stabilen, möglichst unauffälligen Zugangs und einer C2-Verbindung.

  • Privilege Escalation und Lateral Movement

    Ausweitung der Rechte und Bewegung durch das Netzwerk in Richtung der vereinbarten Ziele.

  • Zielerreichung und Exfiltration

    Kontrollierter Nachweis der Kompromittierung Ihrer Kronjuwelen, ohne echten Schaden anzurichten.

  • Purple Teaming und Reporting

    Gemeinsame Auswertung mit Ihrem Blue Team, dokumentierter Angriffsverlauf und priorisierte Maßnahmen.

Von Phishing bis physischer Zutritt

Szenarien und Angriffsvektoren

Ein realistischer Angriff nutzt jeden Weg, der zum Ziel führt. Wir stimmen die Szenarien auf Ihre Bedrohungslage ab und kombinieren technische, menschliche und physische Vektoren, bis hin zum Assumed-Breach-Ansatz, bei dem wir einen bereits erfolgten Erstzugang annehmen und die Erkennung der Folgeaktivität prüfen.

  • Assumed Breach

    Wir setzen einen bestehenden Foothold voraus und testen, ob Ihr SOC die Post-Exploitation erkennt und stoppt.

  • Externer Perimeter

    Angriff von außen über internetexponierte Dienste, VPN-Gateways und Webanwendungen.

  • Social Engineering und Phishing

    Gezielte Spear-Phishing- und Vishing-Kampagnen gegen Ihre Mitarbeiter als häufigster Erstzugang.

  • Physischer Zutritt

    Versuch, sich vor Ort Zugang zu Gebäuden, Arbeitsplätzen oder Netzwerkdosen zu verschaffen.

  • Purple Teaming

    Auf Wunsch arbeiten Red und Blue Team offen zusammen, um Detektionen direkt zu bauen und nachzutesten.

Illustration verschiedener Angriffsvektoren beim Red Teaming

DORA, TIBER-EU und NIS-2

Red Teaming als regulatorischer Wirksamkeitsnachweis

Aufsicht und Regulierung fragen längst nicht mehr nur, ob Systeme gepatcht sind, sondern ob eine Organisation einen laufenden Angriff erkennt und stoppt. Genau das weist Red Teaming nach. Für den Finanzsektor macht DORA (Verordnung (EU) 2022/2554, anwendbar seit dem 17.01.2025) bedrohungsorientiertes Testen verbindlich: Art. 26 und 27 verlangen von bedeutenden Finanzunternehmen Threat-Led Penetration Testing (TLPT), methodisch auf Basis des TIBER-EU-Frameworks der EZB und mindestens alle drei Jahre. NIS-2 fordert in Art. 21 einen Nachweis der Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen. Ein Red-Team-Assessment liefert genau diesen Nachweis, auch dort, wo kein TLPT vorgeschrieben ist.

  • DORA und TLPT für den Finanzsektor

    Art. 26 und 27 DORA verpflichten bedeutende Finanzunternehmen zu Threat-Led Penetration Testing. Wir führen TLPT als qualifizierter, unabhängiger Prüfer durch.

  • TIBER-EU-Framework

    TIBER-EU ist das europäische Framework für Threat Intelligence-based Ethical Red Teaming. Es strukturiert TLPT von der Threat-Intelligence-Phase über die Red-Team-Phase bis zum gemeinsamen Purple Teaming mit Ihrem Blue Team.

  • NIS-2: Nachweis der Wirksamkeit

    NIS-2 (Art. 21) verlangt Konzepte und Verfahren zur Bewertung der Wirksamkeit von Sicherheitsmaßnahmen. Ein Red-Team-Assessment belegt, dass Erkennung und Reaktion tatsächlich greifen, auch ohne verpflichtendes TLPT.

  • Nachweis gegenüber der Aufsicht

    BaFin und EZB überwachen die Einhaltung der DORA-Anforderungen. Ein dokumentiertes Red-Team-Assessment ist der belastbare Nachweis, dass Ihre Abwehr wirkt.

Red Teaming im Kontext von DORA, TIBER-EU und NIS-2

Welche Tools und Techniken kommen zum Einsatz?

Unsere Operationen orientieren sich am MITRE ATT&CK Framework, der gemeinsamen Sprache für Angreifer-Taktiken und -Techniken. Zu den wichtigsten Werkzeugen gehören AptSimulator, Atomic Red Team und Caldera. Ergänzend nutzen wir Metasploit für Exploits, Cobalt Strike für Post-Exploitation, BloodHound zur Analyse von Active Directory, Burp Suite für Webanwendungen und das Social-Engineer Toolkit für gezielte Social-Engineering-Angriffe.

Reichen etablierte Werkzeuge nicht aus, entwickeln unsere Spezialisten während des Assessments eigene Exploits, bis hin zu bislang unbekannten Zero-Day-Schwachstellen. Verantwortungsvoll gemeldete Funde veröffentlichen wir als Security Advisories.

  • AptSimulator

    Das Windows-basierte Tool stellt typische Spuren und Aktivitäten fortgeschrittener Angreifer (APT) nach. Es erstellt gezielt Artefakte und Systemveränderungen, um die Detektions- und Reaktionsfähigkeit der IT-Sicherheitsteams zu testen. AptSimulator eignet sich besonders, um Forensik- und Monitoring-Lösungen auf ihre Wirksamkeit gegen bekannte Angriffsmuster zu prüfen.

  • Atomic Red Team

    Das Framework stellt kleine, zielgerichtete Tests („atomic tests“) bereit, die einzelne Taktiken, Techniken und Prozeduren (TTPs) aus dem MITRE ATT&CK Framework simulieren. Unternehmen können damit gezielt überprüfen, ob ihre Sicherheitskontrollen bestimmte Angriffswege erkennen und abwehren. Atomic Red Team ermöglicht die Anpassung der Tests an branchenspezifische Bedrohungen und unterstützt regelmäßige, kontinuierliche Überprüfungen der eigenen Verteidigungsmaßnahmen.

  • MITRE Caldera

    Die automatisierte Plattform emuliert Angreifer und unterstützt manuelle Red-Team-Operationen. Caldera basiert auf dem MITRE ATT&CK Framework und erlaubt es, komplexe Angriffsszenarien mit verschiedenen Plugins und Agenten zu orchestrieren. Die Plattform eignet sich zur Automatisierung von Adversary Emulation, zur Unterstützung von Incident-Response-Übungen und zur Visualisierung von Angriffspfaden.

  • Eigene Exploit- und Zero-Day-Entwicklung

    Wo Standardwerkzeuge an Grenzen stoßen, forschen wir selbst und entwickeln maßgeschneiderte Exploits, bis hin zu neuen Zero-Day-Schwachstellen. Unsere verantwortungsvoll gemeldeten Funde dokumentieren wir öffentlich in unseren Security Advisories.

Illustration eines Tresors als Sinnbild für Sicherheit

Ergebnis und Nachweis

Was Sie erhalten

Nach dem Assessment erhalten Sie mehr als eine Findings-Liste. Wir liefern einen nachvollziehbaren Angriffsverlauf, eine für das Management verständliche Zusammenfassung und einen priorisierten Maßnahmenplan. Kritische Funde melden wir bereits während des Tests sofort.

  • Management Summary

    Eine verständliche Einordnung von Risiko und Auswirkung, auch ohne technisches Vorwissen.

  • Dokumentierter Angriffsverlauf

    Der komplette Weg vom Erstzugang bis zur Zielerreichung, mit Nachweisen und Bezug zu MITRE ATT&CK.

  • Priorisierte Maßnahmen

    Konkrete, nach Wirkung sortierte Empfehlungen statt einer bloßen Aufzählung von Findings.

  • Kostenlose Nachprüfung

    Nach der Behebung prüfen wir in den meisten Fällen kostenlos nach, ob Ihre Fixes die genutzten Angriffswege tatsächlich schließen.

Illustration zu Bericht und Ergebnis eines Red-Team-Assessments

Wie weit käme ein echter Angreifer bei Ihnen?

Finden Sie es heraus, bevor es jemand anderes tut. Unsere BSI-zertifizierten Experten simulieren einen realen, zielgerichteten Angriff auf Ihre Organisation.

Häufige Fragen zum Red Teaming

Red Teaming, häufig gestellte Fragen

Antworten auf die Fragen, die uns Kunden vor einem Red-Team-Assessment am häufigsten stellen.

Worin unterscheidet sich Red Teaming von einem Penetrationstest?

Ein Pentest deckt in einem definierten Bereich möglichst viele Schwachstellen auf. Ein Red-Team-Assessment verfolgt ein realistisches Angriffsziel und prüft dabei auch, ob Ihre Verteidiger den Angriff erkennen und stoppen. Getestet werden Technik, Menschen und Prozesse.

Wie lange dauert ein Red-Team-Assessment?

Je nach Umfang und Zielsetzung typischerweise mehrere Wochen. Ein bedrohungsorientierter TLPT nach TIBER-EU dauert inklusive Threat Intelligence und Reporting meist acht bis zwölf Wochen. Den genauen Rahmen legen wir im Vorfeld gemeinsam fest.

Ist unser Blue Team vorab informiert?

In der Regel nicht. Genau darin liegt der Wert: Nur ein nicht vorgewarntes Blue Team zeigt die echte Erkennungs- und Reaktionsfähigkeit. Ein kleiner, eingeweihter Kreis steuert den Test im Hintergrund und sorgt für einen sicheren Ablauf.

Ist mein Unternehmen zu einem TLPT verpflichtet?

Verpflichtend ist Threat-Led Penetration Testing über DORA für bedeutende Finanzunternehmen. NIS-2 verlangt einen Nachweis der Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen, aber kein zwingendes TLPT. Im Erstgespräch klären wir Ihre konkrete Pflicht.

Ist der Test rechtlich abgesichert?

Ja. Vor Beginn vereinbaren wir Umfang, Testfenster und Angriffstiefe schriftlich. Damit ist die Prüfung autorisiert und rechtssicher, auf Wunsch mit zusätzlicher Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA).

Wer führt den Test durch?

OSCP-zertifizierte Security Engineers eines BSI-zertifizierten und nach ISO 27001 auf Basis IT-Grundschutz zertifizierten Dienstleisters.

Ist eine Nachprüfung enthalten?

In den meisten Fällen ja, und kostenlos. Nach der Behebung prüfen wir, ob Ihre Maßnahmen die genutzten Angriffswege tatsächlich schließen.

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