CVE-2026-24061

CRITICAL(9.8)KEVWahrscheinlich ausgenutzt

GNU InetUtils Argument Injection Vulnerability

Beschreibung

CVE-2026-24061 ist eine kritische Authentifizierungs-Bypass-Schwachstelle im telnetd-Dienst von GNU Inetutils bis Version 2.7. Durch die Uebergabe des Wertes "-f root" in der USER-Umgebungsvariable kann ein entfernter Angreifer die Authentifizierung vollstaendig umgehen und sich als Root-Benutzer anmelden. Mit einem CVSS-Score von 9.8 (CRITICAL) und einem EPSS-Score von 77,92 % (99,0. Perzentil) stellt diese Schwachstelle eine unmittelbare Bedrohung dar. Die CISA hat CVE-2026-24061 in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 16. Februar 2026. Betroffen sind GNU Inetutils ab Version 1.9.3 bis einschliesslich 2.7 sowie Debian Linux 11.0.

KEV-Informationen

Hersteller
GNU
Produkt
InetUtils
Hinzugefügt am
26. Januar 2026
Fälligkeitsdatum
16. Februar 2026
Erforderliche Maßnahme
Apply mitigations per vendor instructions, follow applicable BOD 22-01 guidance for cloud services, or discontinue use of the product if mitigations are unavailable.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
NETWORK
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
NONE
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
3.9
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
gnuinetutils>= 1.9.3, <= 2.7
debiandebian linux11.0

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-88: Improper Neutralization of Argument Delimiters in a Command ('Argument Injection')

CWE-88 (Argument Injection) beschreibt eine Schwachstellenklasse, bei der eine Anwendung Benutzereingaben als Argumente an einen Befehl oder eine Funktion weitergibt, ohne die Eingaben auf eingebettete Argument-Trennzeichen zu pruefen. Im Fall von CVE-2026-24061 wird der Wert der USER-Umgebungsvariable direkt als Argument an den Login-Prozess weitergegeben. Der Wert "-f root" wird dabei als Kombination aus dem Flag "-f" (Force-Login ohne Passwortpruefung) und dem Benutzernamen "root" interpretiert, was die vollstaendige Umgehung der Authentifizierung ermoeglicht. Mehr erfahren

Auswirkungsanalyse

Remote Root-Zugang ohne Authentifizierung: Die schwerwiegendste Auswirkung ist die Moeglichkeit, sich als Root-Benutzer ohne Passwort am System anzumelden. Vertraulichkeit (C:H) bedeutet vollstaendigen Lesezugriff auf alle Daten des Systems, einschliesslich kryptographischer Schluessel, Passwoerter und vertraulicher Dokumente. Integritaet (I:H) ermoeglicht das Installieren von Backdoors, Rootkits und Schadsoftware sowie das Manipulieren beliebiger Systemdateien. Verfuegbarkeit (A:H) gibt dem Angreifer die volle Kontrolle ueber den Betrieb und die Existenz des Systems.

Triviale Ausnutzbarkeit: Der CVSS-Vektor zeigt, dass die Ausnutzung netzwerkbasiert (AV:N), mit niedriger Komplexitaet (AC:L), ohne Privilegien (PR:N) und ohne Benutzerinteraktion (UI:N) moeglich ist. Ein einfacher Telnet-Verbindungsaufbau mit manipulierten Umgebungsvariablen genuegt. Dies macht die Schwachstelle besonders gefaehrlich fuer alle Systeme, die telnetd im Netzwerk exponieren.

EPSS und Ransomware: Der EPSS-Score von 77,92 % (99,0. Perzentil) zeigt eine extrem hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Der Ransomware-Status ist als Unknown klassifiziert, jedoch ermoeglicht ein Remote-Root-Zugang direkt die vollstaendige Systemuebernahme, was ein ideales Einfallstor fuer Ransomware-Kampagnen darstellt.

Exploit-Reifegrad

CVE-2026-24061 weist eine sehr hohe Exploit-Reife auf. Die Schwachstelle ist trivial ausnutzbar und erfordert keine komplexen Exploit-Techniken. Es genuegt, eine Telnet-Verbindung mit der manipulierten Umgebungsvariable USER="-f root" aufzubauen. Patches sind auf dem Codeberg-Repository verfuegbar, was die technischen Details der Schwachstelle offenlegt.

EPSS-Kontext: Mit einem EPSS-Score von 77,92 % (99,0. Perzentil) gehoert CVE-2026-24061 zum obersten Prozent der am wahrscheinlichsten ausgenutzten Schwachstellen. Die triviale Ausnutzbarkeit in Kombination mit dem direkten Root-Zugang macht diese Schwachstelle besonders attraktiv fuer automatisierte Angriffstools.

Oeffentliche Dokumentation: Die Schwachstelle wurde auf der oss-security Mailingliste diskutiert und Vicarius hat sowohl Erkennungs- als auch Mitigations-Skripte veroeffentlicht.

Ransomware-Verbindung: Der Ransomware-Status ist Unknown. Die triviale Erlangung von Root-Zugang ueber das Netzwerk macht diese Schwachstelle jedoch zu einem idealen Kandidaten fuer automatisierte Angriffskampagnen.

Behebung

  1. GNU Inetutils aktualisieren oder patchen: Aktualisieren Sie auf eine gepatchte Version nach 2.7 oder wenden Sie die Patches manuell an, die unter Codeberg verfuegbar sind. Fuer Debian-Systeme pruefen Sie die Verfuegbarkeit gepatchter Pakete ueber apt update && apt upgrade.
  2. Telnetd sofort deaktivieren: Deaktivieren Sie den telnetd-Dienst umgehend, wenn er nicht zwingend benoetigt wird. Telnet uebertraegt alle Daten einschliesslich Passwoerter unverschluesselt und sollte grundsaetzlich durch SSH ersetzt werden. Entfernen Sie den Dienst mit systemctl disable telnetd und systemctl stop telnetd.
  3. Auf SSH migrieren: Ersetzen Sie Telnet vollstaendig durch SSH (OpenSSH) fuer die Remote-Verwaltung. SSH bietet verschluesselte Kommunikation, staerkere Authentifizierung und ist nicht von dieser Schwachstelle betroffen.
  4. Firewall-Regeln verschaerfen: Falls telnetd voruebergehend nicht deaktiviert werden kann, beschraenken Sie den Zugriff auf Port 23 mittels Firewall-Regeln auf vertrauenswuerdige IP-Adressen. Implementieren Sie zusaetzlich ein Intrusion Detection System (IDS), das auf verdaechtige Telnet-Verbindungen ueberwacht.
  5. Systemintegritaet pruefen: Falls der telnetd-Dienst oeffentlich erreichbar war, pruefen Sie das System auf Anzeichen einer Kompromittierung. Ueberpruefen Sie insbesondere /etc/passwd, /etc/shadow und crontabs auf unbefugte Aenderungen sowie laufende Prozesse auf verdaechtige Aktivitaeten.

Technische Details

Die Schwachstelle liegt in der Art und Weise, wie telnetd in GNU Inetutils die USER-Umgebungsvariable verarbeitet. Das Telnet-Protokoll ermoeglicht es dem Client, Umgebungsvariablen an den Server zu uebermitteln, darunter auch die Variable USER, die den gewuenschten Benutzernamen enthaelt. Der telnetd-Dienst gibt diesen Wert ohne ausreichende Validierung an den Login-Prozess weiter.

CVSS-Vektor im Detail: CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H - Der Angriff erfolgt netzwerkbasiert (AV:N) mit niedriger Komplexitaet (AC:L), erfordert keine Privilegien (PR:N) und keine Benutzerinteraktion (UI:N). Der Scope ist unveraendert (S:U), aber alle drei Schutzziele sind maximal betroffen (C:H/I:H/A:H).

Angriffsmechanismus: Der Angreifer sendet waehrend des Telnet-Handshakes die Umgebungsvariable USER mit dem Wert "-f root". Wenn telnetd diesen Wert an den Login-Befehl weitergibt, wird "-f" als Flag fuer "Force-Login" interpretiert und "root" als der gewuenschte Benutzername. Das "-f" Flag weist den Login-Prozess an, keine Passwortpruefung durchzufuehren, wodurch der Angreifer direkt eine Root-Shell erhaelt. Die Ursache liegt in der fehlenden Bereinigung der Eingabe von Argument-Trennzeichen (Bindestriche, die als Flags interpretiert werden).

Betroffene Versionen: GNU Inetutils ab Version 1.9.3 bis einschliesslich 2.7. Zusaetzlich ist Debian Linux 11.0 (Bullseye) explizit als betroffen gelistet, da es den verwundbaren telnetd aus GNU Inetutils in seinen Repositories enthaelt.

Häufig gestellte Fragen

Ist Telnet ueberhaupt noch im Einsatz?

Ja, trotz der bekannten Sicherheitsrisiken von Telnet wird der Dienst noch in vielen Umgebungen eingesetzt, insbesondere bei aelteren Netzwerkgeraeten, industriellen Steuerungssystemen (ICS/SCADA) und Legacy-Infrastrukturen. Die Schwachstelle CVE-2026-24061 macht eine sofortige Migration auf SSH noch dringender.

Wie trivial ist die Ausnutzung von CVE-2026-24061?

Die Ausnutzung ist extrem einfach. Ein Angreifer muss lediglich eine Telnet-Verbindung aufbauen und die Umgebungsvariable USER auf den Wert "-f root" setzen. Es sind keine speziellen Tools, Exploits oder technischen Kenntnisse erforderlich. Ein einfacher Telnet-Client genuegt.

Betrifft die Schwachstelle auch andere telnetd-Implementierungen?

CVE-2026-24061 betrifft spezifisch den telnetd aus GNU Inetutils. Andere Telnet-Server-Implementierungen wie die von BSD oder Busybox verwenden eigenen Code und sind von dieser spezifischen Schwachstelle nicht betroffen. Dennoch sollte Telnet generell durch SSH ersetzt werden.

Kann ich die Schwachstelle durch Konfiguration von telnetd mitigieren?

Eine vollstaendige Mitigation durch Konfiguration allein ist nicht moeglich, da die Schwachstelle im Code des telnetd-Dienstes liegt. Die empfohlene Vorgehensweise nach dem GNU Advisory ist die Aktualisierung auf eine gepatchte Version oder die Deaktivierung des Dienstes zugunsten von SSH.

CVSS-Score

9.8
CRITICAL(9.8)

EPSS-Score

EPSS-Score97.88%
EPSS-Perzentil99.9%

Daten

Veröffentlicht21. Januar 2026
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

Hilfe beim Schwachstellenmanagement?

Unsere Sicherheitsexperten helfen Ihnen bei der Priorisierung und Behebung von Schwachstellen.