CVE-2025-6205

CRITICAL(9.1)KEVWahrscheinlich ausgenutzt

Dassault Systèmes DELMIA Apriso Missing Authorization Vulnerability

Beschreibung

CVE-2025-6205 ist eine kritische Missing-Authorization-Schwachstelle in DELMIA Apriso von Dassault Systemes, einer weit verbreiteten Manufacturing Execution System (MES)-Plattform. Die fehlende Autorisierung ermoeglicht es einem unauthentifizierten Angreifer, privilegierten Zugang zur Anwendung zu erlangen. Die Schwachstelle wird mit einem CVSS v3.1-Score von 9.1 (CRITICAL) bewertet und stellt aufgrund der fehlenden Authentifizierungsanforderung eine besonders schwerwiegende Bedrohung dar.

Die CISA hat CVE-2025-6205 in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 18. November 2025. Der EPSS-Score von 49.54 % (97.7. Perzentil) ist extrem hoch und zeigt, dass diese Schwachstelle zu den am intensivsten ausgenutzten Schwachstellen weltweit gehoert. Betroffen sind DELMIA Apriso-Installationen von Release 2020 bis vor Release 2025.

KEV-Informationen

Hersteller
Dassault Systèmes
Produkt
DELMIA Apriso
Hinzugefügt am
28. Oktober 2025
Fälligkeitsdatum
18. November 2025
Erforderliche Maßnahme
Apply mitigations per vendor instructions, follow applicable BOD 22-01 guidance for cloud services, or discontinue use of the product if mitigations are unavailable.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:NIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
NETWORK
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
NONE
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
NONE
Ausnutzbarkeitsscore
3.9
Auswirkungsscore
5.2

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
3dsdelmia apriso>= 2020, < 2025

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-862: Missing Authorization

CVE-2025-6205 basiert auf CWE-862 (Missing Authorization), einer fundamentalen Schwachstellenklasse, bei der eine Anwendung nicht prueft, ob ein Benutzer die erforderliche Berechtigung fuer den Zugriff auf eine Ressource oder Funktion besitzt. Im Fall von DELMIA Apriso fehlen Autorisierungspruefungen an kritischen Endpunkten, die privilegierte Funktionen bereitstellen.

Missing Authorization ist eine der haeufigsten und gefaehrlichsten Schwachstellenklassen in Webanwendungen. Waehrend Authentifizierung prueft, wer ein Benutzer ist, prueft Autorisierung, was ein Benutzer tun darf. Wenn Autorisierungspruefungen fehlen, kann jeder Benutzer -- einschliesslich unauthentifizierter Angreifer -- auf Funktionen zugreifen, die fuer privilegierte Administratoren vorgesehen sind. Mehr erfahren

Auswirkungsanalyse

Die Auswirkungen von CVE-2025-6205 sind aufgrund des unauthentifizierten privilegierten Zugangs besonders gravierend. Vertraulichkeit: Ein Angreifer, der privilegierten Zugang zur DELMIA-Apriso-Plattform erlangt, kann auf saemtliche Produktionsdaten, Fertigungsparameter, Qualitaetsdaten, Rezepturen und Audit-Trails zugreifen. In regulierten Industrien wie Pharma oder Medizintechnik umfasst dies GxP-relevante Daten, deren Offenlegung erhebliche Compliance-Konsequenzen nach sich ziehen kann.

Integritaet: Mit privilegiertem Zugriff kann der Angreifer Produktionsdaten manipulieren, Fertigungsanweisungen aendern, Qualitaetspruefungen umgehen und Audit-Trails faelschen. Die Manipulation von MES-Daten kann direkte Auswirkungen auf die Produktsicherheit haben und in sicherheitskritischen Branchen zu lebensgefaehrlichen Situationen fuehren.

Der CVSS-Vektor zeigt keine direkte Auswirkung auf die Verfuegbarkeit (A:N), jedoch ermoeglicht der privilegierte Zugang indirekt auch die Stoerung der Produktionsprozesse. Der extrem hohe EPSS-Score von 49.54 % zeigt, dass diese Schwachstelle in der Praxis massiv ausgenutzt wird. In Kombination mit CVE-2025-6204 (Code Injection) ergibt sich ein besonders gefaehrliches Szenario, da CVE-2025-6205 den unauthentifizierten Einstieg ermoeglicht. Der Ransomware-Status ist als Unknown klassifiziert.

Exploit-Reifegrad

CVE-2025-6205 weist eine sehr hohe Exploit-Reife auf. Die CISA hat die Schwachstelle im KEV-Katalog als aktiv ausgenutzt gefuehrt, mit einer Behebungsfrist bis zum 18. November 2025. Der EPSS-Score von 49.54 % (97.7. Perzentil) ist extrem hoch und platziert diese Schwachstelle unter den Top 2.3 % der weltweit am staerksten ausgenutzten Schwachstellen.

Dassault Systemes hat in seinem Security Advisory die Schwachstelle bestaetigt und Patches bereitgestellt. Die fehlende Authentifizierungsanforderung (PR:N) in Kombination mit der Netzwerk-Erreichbarkeit (AV:N) und der niedrigen Angriffskomplexitaet (AC:L) macht die Schwachstelle besonders leicht ausnutzbar.

In Kombination mit CVE-2025-6204 ergibt sich eine besonders gefaehrliche Angriffskette: CVE-2025-6205 ermoeglicht den unauthentifizierten privilegierten Zugang, und CVE-2025-6204 ermoeglicht anschliessend die Ausfuehrung beliebigen Codes. Organisationen mit DELMIA Apriso sollten beide CVEs mit hoechster Prioritaet behandeln. Der Ransomware-Status ist als Unknown klassifiziert.

Behebung

  1. DELMIA Apriso auf Release 2025 oder hoeher aktualisieren: Dassault Systemes hat die Missing-Authorization-Schwachstelle in neueren Versionen behoben. Pruefen Sie das Dassault Systemes Security Advisory fuer die genauen Patch-Versionen. Beachten Sie, dass alle Releases von 2020 bis vor 2025 betroffen sind.

  2. Netzwerkzugriff sofort einschraenken: Da die Schwachstelle keine Authentifizierung erfordert, ist die Einschraenkung des Netzwerkzugriffs die wichtigste Sofortmassnahme. Stellen Sie sicher, dass DELMIA Apriso nicht direkt aus dem Internet erreichbar ist und nur aus vertrauenswuerdigen Netzwerksegmenten zugaenglich ist.

  3. Web Application Firewall einsetzen: Konfigurieren Sie eine WAF vor der DELMIA-Apriso-Installation, um unauthentifizierte Zugriffe auf privilegierte Endpunkte zu blockieren. Erstellen Sie Regeln, die verdaechtige Anfragen erkennen und protokollieren.

  4. Beide DELMIA-Apriso-CVEs zusammen beheben: Behandeln Sie CVE-2025-6205 zusammen mit CVE-2025-6204 (Code Injection), da beide Schwachstellen die gleiche Plattform betreffen und in Kombination ein besonders gefaehrliches Szenario darstellen. Priorisieren Sie CVE-2025-6205, da sie den unauthentifizierten Einstieg ermoeglicht.

  5. Forensische Untersuchung durchfuehren: Untersuchen Sie die Zugriffslogs der DELMIA-Apriso-Installation auf verdaechtige unauthentifizierte Zugriffe auf privilegierte Funktionen. Pruefen Sie, ob Konfigurationsaenderungen, Benutzerkonten-Erstellungen oder Datenmanipulationen stattgefunden haben, die auf eine Kompromittierung hindeuten.

Technische Details

CVE-2025-6205 betrifft DELMIA Apriso von Dassault Systemes in allen Releases von 2020 bis vor 2025. Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:N zeigt einen netzwerkbasierten Angriff (AV:N) mit niedriger Komplexitaet (AC:L), der weder Authentifizierung (PR:N) noch Benutzerinteraktion (UI:N) erfordert.

Die Schwachstelle basiert auf fehlenden Autorisierungspruefungen an Endpunkten oder API-Schnittstellen der DELMIA-Apriso-Webanwendung. Bestimmte Funktionen, die privilegierten Zugang erfordern sollten, pruefen nicht, ob der anfragende Benutzer die erforderlichen Berechtigungen besitzt oder ueberhaupt authentifiziert ist. Dies ermoeglicht einem unauthentifizierten Angreifer, ueber das Netzwerk auf administrative Funktionen zuzugreifen.

Der Impact betrifft Vertraulichkeit (C:H) und Integritaet (I:H), nicht aber die Verfuegbarkeit (A:N). Der Angreifer kann sensible Daten lesen und aendern, aber die Schwachstelle selbst fuehrt nicht direkt zu einem Denial-of-Service. Der Scope bleibt unveraendert (S:U), was bedeutet, dass die Auswirkungen auf die DELMIA-Apriso-Komponente beschraenkt sind -- im Gegensatz zu CVE-2025-6204, das einen geaenderten Scope aufweist.

Die Kombination mit CVE-2025-6204 ist besonders gefaehrlich: CVE-2025-6205 liefert den unauthentifizierten privilegierten Zugang, der als Voraussetzung fuer die Code-Injection-Schwachstelle CVE-2025-6204 dient. Zusammen ermoeglichen diese beiden Schwachstellen einem unauthentifizierten Angreifer die vollstaendige Uebernahme des DELMIA-Apriso-Servers mit Code-Ausfuehrung und Zugriff auf verbundene Produktionssysteme.

Häufig gestellte Fragen

Was unterscheidet CVE-2025-6205 von CVE-2025-6204?

CVE-2025-6205 ist eine Missing-Authorization-Schwachstelle, die unauthentifizierten privilegierten Zugang ermoeglicht (CVSS 9.1). CVE-2025-6204 ist eine Code-Injection-Schwachstelle, die die Ausfuehrung beliebigen Codes erfordert, aber hohe Privilegien benoetigt (CVSS 8.0). In Kombination ermoeglichen beide Schwachstellen einem unauthentifizierten Angreifer die vollstaendige Serveruebernahme.

Ist meine DELMIA-Apriso-Installation betroffen, wenn sie nicht aus dem Internet erreichbar ist?

Die Schwachstelle erfordert Netzwerkzugang (AV:N), aber dieser muss nicht unbedingt aus dem Internet kommen. Auch ein Angreifer im internen Netzwerk oder ein kompromittierter interner Rechner kann die Schwachstelle ausnutzen. Die Einschraenkung des Netzwerkzugriffs reduziert das Risiko, ersetzt aber nicht das Patching.

Welche regulatorischen Konsequenzen hat eine Kompromittierung?

In regulierten Industrien wie Pharma (FDA 21 CFR Part 11, EU GMP Annex 11) oder Automotive (IATF 16949) kann die Manipulation von MES-Daten zu Compliance-Verstoessen, Produktrueckrufen und behoerdlichen Massnahmen fuehren. Die fehlende Datenintegritaet kann auch Audits und Zertifizierungen gefaehrden.

Wie schnell sollte ich patchen?

Angesichts des extrem hohen EPSS-Scores von 49.54 % und der KEV-Aufnahme mit Frist bis zum 18. November 2025 sollte das Patching mit hoechster Prioritaet erfolgen. Als Sofortmassnahme sollte der Netzwerkzugriff auf DELMIA Apriso umgehend auf vertrauenswuerdige Quellen beschraenkt werden.

CVSS-Score

9.1
CRITICAL(9.1)

EPSS-Score

EPSS-Score71.06%
EPSS-Perzentil99.4%

Daten

Veröffentlicht4. August 2025
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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