CVE-2025-6204
Dassault Systèmes DELMIA Apriso Code Injection Vulnerability
Beschreibung
CVE-2025-6204 ist eine kritische Code-Injection-Schwachstelle in DELMIA Apriso von Dassault Systemes, einer weit verbreiteten Manufacturing Execution System (MES)-Plattform fuer die Fertigungsindustrie. Die Schwachstelle ermoeglicht es einem authentifizierten Angreifer mit hohen Privilegien, beliebigen Code auf dem Server auszufuehren. Mit einem CVSS v3.1-Score von 8.0 (HIGH) stellt sie eine erhebliche Bedrohung fuer industrielle Produktionsumgebungen dar.
Die CISA hat CVE-2025-6204 in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 18. November 2025. Der EPSS-Score von 8.82 % (92.4. Perzentil) ist hoch und zeigt eine signifikante Ausnutzungswahrscheinlichkeit an. Betroffen sind DELMIA Apriso-Installationen von Release 2020 bis einschliesslich Release 2025.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:H/PR:H/UI:N/S:C/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| 3ds | delmia apriso | >= 2020, <= 2025 |
Referenzen
- https://www.3ds.com/trust-center/security/security-advisories/cve-2025-6204(Vendor Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2025-6204(US Government Resource)
Schwachstellentyp
CWE-94: Code Injection
CVE-2025-6204 basiert auf CWE-94 (Code Injection), einer schwerwiegenden Schwachstellenklasse, bei der ein Angreifer beliebigen Code in eine Anwendung einschleusen kann, der dann im Kontext des Servers ausgefuehrt wird. Im Fall von DELMIA Apriso wird unzureichend validierte Eingabe in einen Code-Generierungskontext eingefuegt.
Code Injection unterscheidet sich von Command Injection (CWE-78) dadurch, dass der eingeschleuste Code von der Anwendung selbst interpretiert wird, nicht von einer externen Shell. In MES-Systemen wie DELMIA Apriso, die haeufig anpassbare Geschaeftslogik und Workflows unterstuetzen, bieten Konfigurationsschnittstellen potenzielle Einfallstore fuer Code-Injection, wenn die Eingabevalidierung unzureichend ist. Mehr erfahren
Auswirkungsanalyse
Die Auswirkungen von CVE-2025-6204 sind fuer Fertigungsunternehmen besonders kritisch, da DELMIA Apriso als MES-System zentrale Produktionsprozesse steuert. Vertraulichkeit: Ein Angreifer mit Code-Ausfuehrung kann auf Produktionsdaten, Rezepturen, Qualitaetsdaten, Fertigungsparameter und geistiges Eigentum zugreifen. In regulierten Industrien (Pharma, Automotive, Luft- und Raumfahrt) umfasst dies oft hochsensible Compliance-Daten und Audit-Trails.
Integritaet: Die Manipulation von MES-Daten kann direkte Auswirkungen auf die Produktqualitaet haben. Ein Angreifer koennte Fertigungsparameter aendern, Qualitaetspruefungen manipulieren oder Produktionsdaten faelschen. Der geaenderte Scope (S:C) im CVSS-Vektor zeigt, dass die Auswirkungen ueber die DELMIA-Apriso-Komponente hinaus auf verbundene Produktionssysteme uebergreifen koennen.
Verfuegbarkeit: Die Stoerung eines MES-Systems kann die gesamte Fertigungslinie zum Stillstand bringen. In Just-in-Time-Produktionsumgebungen kann bereits ein kurzer Ausfall zu erheblichen finanziellen Verlusten und Lieferkettenunterbrechungen fuehren.
Der EPSS-Score von 8.82 % ist trotz der Anforderung hoher Privilegien (PR:H) signifikant. Der Ransomware-Status ist als Unknown klassifiziert, jedoch sind Angriffe auf industrielle Systeme ein wachsender Trend in der Bedrohungslandschaft.
Exploit-Reifegrad
CVE-2025-6204 weist eine hohe Exploit-Reife auf. Die CISA hat die Schwachstelle im KEV-Katalog als aktiv ausgenutzt gefuehrt, mit einer Behebungsfrist bis zum 18. November 2025. Der EPSS-Score von 8.82 % (92.4. Perzentil) ist signifikant hoch und zeigt, dass diese Schwachstelle aktiv angegriffen wird.
Dassault Systemes hat in seinem Security Advisory die Schwachstelle bestaetigt und Patches bereitgestellt. Die hohe Angriffskomplexitaet (AC:H) und die Anforderung hoher Privilegien (PR:H) beschraenken den Kreis potenzieller Angreifer auf solche mit fortgeschrittenem Zugang und Wissen ueber die DELMIA-Apriso-Plattform.
Trotz dieser Einschraenkungen bestaetigt die KEV-Aufnahme die aktive Ausnutzung, was darauf hindeutet, dass gezielte Angriffe auf Fertigungsumgebungen stattfinden. Die Kombination aus Code Injection und dem geaenderten Scope (S:C) macht die Schwachstelle besonders attraktiv fuer Angreifer, die auf industrielle Ziele abzielen. Der Ransomware-Status ist als Unknown klassifiziert.
Behebung
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DELMIA Apriso auf die neueste gepatchte Version aktualisieren: Dassault Systemes hat Sicherheitsupdates fuer alle betroffenen Releases (2020 bis 2025) bereitgestellt. Pruefen Sie das Dassault Systemes Security Advisory fuer die genauen Patch-Versionen und fuehren Sie das Update in Abstimmung mit Ihrer Produktionsplanung durch.
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Zugriffskontrolle verschaerfen: Da die Schwachstelle hohe Privilegien (PR:H) erfordert, ueberpruefen Sie alle administrativen Konten in DELMIA Apriso und reduzieren Sie die Anzahl der Benutzer mit erhoehten Rechten auf ein Minimum. Implementieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung fuer administrative Zugaenge.
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Netzwerksegmentierung ueberpruefen: Stellen Sie sicher, dass die DELMIA-Apriso-Installation in einem dedizierten Netzwerksegment betrieben wird, das vom Buero-Netzwerk und dem Internet isoliert ist. Beschraenken Sie die Kommunikation auf die minimal notwendigen Verbindungen zu ERP-Systemen und Produktionsanlagen.
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Audit-Logs ueberwachen: Aktivieren Sie umfassende Protokollierung in DELMIA Apriso und ueberwachen Sie die Logs auf ungewoehnliche administrative Aktivitaeten, insbesondere Aenderungen an Konfigurationen, Workflows und benutzerdefinierten Skripten.
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Incident-Response-Plan fuer OT-Umgebungen vorbereiten: Stellen Sie sicher, dass ein Incident-Response-Plan existiert, der die spezifischen Anforderungen von Produktionsumgebungen beruecksichtigt. Planen Sie Patch-Fenster in Abstimmung mit Produktionsstillstaenden und testen Sie Updates in einer Staging-Umgebung vor dem Rollout in die Produktion.
Technische Details
CVE-2025-6204 betrifft DELMIA Apriso von Dassault Systemes in allen Releases von 2020 bis einschliesslich 2025. Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:H/PR:H/UI:N/S:C/C:H/I:H/A:H zeigt einen netzwerkbasierten Angriff (AV:N) mit hoher Komplexitaet (AC:H), der hohe Privilegien (PR:H) erfordert und keine Benutzerinteraktion benoetigt (UI:N). Der geaenderte Scope (S:C) zeigt, dass die Auswirkungen ueber die verwundbare Komponente hinausgehen.
Die Schwachstelle basiert auf einer unzureichenden Eingabevalidierung in einem Kontext, der Code-Generierung oder -Interpretation ermoeglicht. DELMIA Apriso als MES-Plattform bietet anpassbare Geschaeftslogik durch konfigurierbare Workflows, Skripte und Geschaeftsregeln. Ein administrativer Benutzer kann diese Mechanismen missbrauchen, um beliebigen Code einzuschleusen, der im Kontext des Apriso-Servers ausgefuehrt wird.
Die hohe Angriffskomplexitaet (AC:H) deutet darauf hin, dass die Ausnutzung spezifisches Wissen ueber die DELMIA-Apriso-Architektur und moeglicherweise bestimmte Konfigurationsvoraussetzungen erfordert. Die Anforderung hoher Privilegien (PR:H) beschraenkt den Angriff auf Benutzer mit administrativem Zugang zur Plattform.
Der geaenderte Scope (S:C) ist besonders kritisch im Kontext von Fertigungsumgebungen, da DELMIA Apriso typischerweise mit ERP-Systemen (SAP, Oracle), Produktionsanlagen, SCADA-Systemen und Qualitaetsmanagementsystemen verbunden ist. Eine Kompromittierung des MES-Servers kann daher kaskadenartige Auswirkungen auf die gesamte Produktionsinfrastruktur haben.
Häufig gestellte Fragen
Was ist DELMIA Apriso und in welchen Branchen wird es eingesetzt?
DELMIA Apriso ist eine Manufacturing Execution System (MES)-Plattform von Dassault Systemes, die in der Fertigungsindustrie zur Steuerung, Ueberwachung und Optimierung von Produktionsprozessen eingesetzt wird. Typische Branchen sind Automotive, Luft- und Raumfahrt, Pharma, Medizintechnik und Elektronikfertigung.
Wer kann CVE-2025-6204 ausnutzen?
Die Schwachstelle erfordert hohe Privilegien (PR:H) und hohe Angriffskomplexitaet (AC:H). In der Praxis bedeutet dies, dass ein Angreifer administrativen Zugang zur DELMIA-Apriso-Installation benoetigt und spezifisches Wissen ueber die Plattform haben muss. Dies schliesst Insider-Bedrohungen und kompromittierte Administratorkonten ein.
Gibt es einen Zusammenhang mit CVE-2025-6205?
Ja, CVE-2025-6205 ist eine separate Missing-Authorization-Schwachstelle in DELMIA Apriso, die ebenfalls im KEV-Katalog gefuehrt wird. Beide CVEs betreffen die gleiche Plattform und sollten zusammen behoben werden. CVE-2025-6205 ermoeglicht unauthentifizierten Zugriff, waehrend CVE-2025-6204 Code-Injection durch privilegierte Benutzer ermoeglicht.
Welche Auswirkungen hat die Schwachstelle auf die Produktion?
Eine erfolgreiche Ausnutzung kann zu Produktionsunterbrechungen, Manipulation von Fertigungsparametern, Faelschung von Qualitaetsdaten und Diebstahl geistigen Eigentums fuehren. Der geaenderte Scope bedeutet, dass auch verbundene Systeme wie ERP, SCADA und Qualitaetsmanagementsysteme betroffen sein koennen.
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