CVE-2024-49138

HIGH(7.8)KEVErhöhtes Risiko

Microsoft Windows Common Log File System (CLFS) Driver Heap-Based Buffer Overflow Vulnerability

Beschreibung

CVE-2024-49138 ist eine Privilege-Escalation-Schwachstelle im Windows Common Log File System (CLFS) Driver von Microsoft. Die Schwachstelle ermoeglicht es einem lokal authentifizierten Angreifer, seine Rechte auf SYSTEM-Ebene zu erhoehen. Mit einem CVSS-Score von 7.8 (HIGH) und einem EPSS-Score von 85,68 % (99,4. Perzentil) stellt diese Schwachstelle eine erhebliche Bedrohung dar. Die CISA hat CVE-2024-49138 in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 31. Dezember 2024. Betroffen sind nahezu alle unterstuetzten Windows-Versionen, einschliesslich Windows 10, Windows 11 und Windows Server 2008 bis 2025.

KEV-Informationen

Hersteller
Microsoft
Produkt
Windows
Hinzugefügt am
10. Dezember 2024
Fälligkeitsdatum
31. Dezember 2024
Erforderliche Maßnahme
Apply mitigations per vendor instructions or discontinue use of the product if mitigations are unavailable.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
LOCAL
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
LOW
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
1.8
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
microsoftwindows 10 1507< 10.0.10240.20857
microsoftwindows 10 1607< 10.0.14393.7606
microsoftwindows 10 1809< 10.0.17763.6659
microsoftwindows 10 21h2< 10.0.19044.5247
microsoftwindows 10 22h2< 10.0.19045.5247
microsoftwindows 11 22h2< 10.0.22621.4602
microsoftwindows 11 23h2< 10.0.22631.4602
microsoftwindows 11 24h2< 10.0.26100.2605
microsoftwindows server 2008-; r2; sp2
microsoftwindows server 2012-; r2
microsoftwindows server 2016< 10.0.14393.7606
microsoftwindows server 2019< 10.0.17763.6659
microsoftwindows server 2022< 10.0.20348.2966
microsoftwindows server 2022 23h2< 10.0.25398.1308
microsoftwindows server 2025< 10.0.26100.2605

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-122: Heap-based Buffer Overflow

CWE-122 beschreibt eine Schwachstellenklasse, bei der ein Programm Daten ueber die Grenzen eines auf dem Heap allokierten Puffers hinaus schreibt. Im Fall von CVE-2024-49138 tritt der Heap-basierte Pufferueberlauf im CLFS-Treiber (clfs.sys) auf, der fuer die Verwaltung von Protokolldateien im Common Log File System zustaendig ist. Durch die Manipulation speziell praeparierter CLFS-Protokolldateien kann ein Angreifer den Ueberlauf ausloesen und die Programmausfuehrung im Kernel-Kontext uebernehmen. Mehr erfahren

Auswirkungsanalyse

SYSTEM-Rechte-Eskalation: Die schwerwiegendste Auswirkung ist die Moeglichkeit, von einem normalen Benutzerkonto auf NT AUTHORITY\SYSTEM zu eskalieren, die hoechste Berechtigungsstufe unter Windows. Vertraulichkeit (C:H) ermoeglicht den Zugriff auf saemtliche Daten des Systems, einschliesslich Passwoerter, Zertifikate und verschluesselte Dateien. Integritaet (I:H) erlaubt das Installieren von Rootkits, das Manipulieren von Sicherheitssoftware und das Erstellen neuer privilegierter Benutzerkonten. Verfuegbarkeit (A:H) gibt dem Angreifer die volle Kontrolle ueber das System, einschliesslich der Moeglichkeit, Dienste zu stoppen oder das System herunterzufahren.

Breite Angriffsoberflaeche: Die Schwachstelle betrifft nahezu jede unterstuetzte Windows-Version von Windows 10 1507 bis Windows 11 24H2 sowie alle Windows-Server-Versionen von 2008 bis 2025. Dies bedeutet, dass praktisch jedes Windows-System in Unternehmensumgebungen potenziell betroffen ist.

EPSS und Ransomware: Der EPSS-Score von 85,68 % (99,4. Perzentil) zeigt eine sehr hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Der Ransomware-Status ist als Unknown klassifiziert, jedoch sind CLFS-Schwachstellen historisch ein bevorzugter Angriffsvektor fuer Ransomware-Gruppen, da sie eine zuverlaessige Rechteeskalation auf SYSTEM-Ebene ermoeglichen.

Exploit-Reifegrad

CVE-2024-49138 weist eine hohe Exploit-Reife auf. Die Schwachstelle wird aktiv in freier Wildbahn ausgenutzt, was durch die Aufnahme in den KEV-Katalog der CISA bestaetigt wird. Oeffentliche Exploit-Code ist auf Packet Storm sowie auf Exploit-DB verfuegbar.

EPSS-Kontext: Mit einem EPSS-Score von 85,68 % (99,4. Perzentil) gehoert CVE-2024-49138 zu den am haeufigsten ausgenutzten Schwachstellen. Die Verfuegbarkeit oeffentlicher Exploits senkt die Einstiegshuerde fuer Angreifer erheblich.

Historischer Kontext: Der Windows CLFS-Treiber ist ein wiederkehrendes Ziel fuer Privilege-Escalation-Angriffe. Schwachstellen wie CVE-2022-24521, CVE-2022-37969 und CVE-2023-23376 im selben Treiber wurden ebenfalls aktiv ausgenutzt. Dies deutet auf eine systematische Angriffsflaeche hin, die von Angreifern gut verstanden wird.

Ransomware-Verbindung: Der Ransomware-Status ist Unknown, jedoch nutzen Ransomware-Operatoren wie Storm-0460 und andere bekannte Gruppen CLFS-Schwachstellen regelmaessig als Teil ihrer Angriffsketten, um nach einem initialen Zugang die Rechte auf SYSTEM-Ebene zu eskalieren.

Behebung

  1. Microsoft-Sicherheitsupdates vom Dezember 2024 installieren: Installieren Sie umgehend die kumulativen Sicherheitsupdates vom Dezember 2024 Patch Tuesday ueber Windows Update oder WSUS. Die spezifischen Patches sind im Microsoft Security Update Guide aufgefuehrt.
  2. Alle Windows-Versionen priorisieren: Da die Schwachstelle nahezu alle Windows-Versionen betrifft, muessen Updates fuer saemtliche Systeme priorisiert werden, einschliesslich Windows 10 (alle Builds), Windows 11 (alle Builds) und Windows Server 2008 R2 bis 2025.
  3. Endpoint Detection and Response (EDR) ueberpruefen: Stellen Sie sicher, dass Ihre EDR-Loesung aktuelle Erkennungsregeln fuer CLFS-basierte Exploits enthaelt. Ueberwachen Sie insbesondere verdaechtige Zugriffe auf CLFS-Protokolldateien (.blf) und ungewoehnliche Kernel-Aktivitaeten.
  4. Least-Privilege-Prinzip durchsetzen: Da die Schwachstelle lokale Authentifizierung erfordert (PR:L), reduziert die konsequente Anwendung des Least-Privilege-Prinzips das Risiko. Stellen Sie sicher, dass Benutzer nur die minimal erforderlichen Rechte besitzen und keine lokalen Administratorrechte haben.
  5. CLFS-Protokolldateien ueberwachen: Implementieren Sie ein Monitoring fuer die Erstellung und Manipulation von CLFS-Protokolldateien (.blf) in ungewoehnlichen Verzeichnissen, da dies ein Indikator fuer Exploit-Versuche sein kann.

Technische Details

Die Schwachstelle befindet sich im Windows Common Log File System Driver (clfs.sys), einem Kernel-Treiber, der fuer die Verwaltung von transaktionalen Protokolldateien zustaendig ist. Ein Heap-basierter Pufferueberlauf im Treiber ermoeglicht es einem lokalen Angreifer, beliebigen Code im Kernel-Kontext auszufuehren.

CVSS-Vektor im Detail: CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H - Der Angriff erfolgt lokal (AV:L), mit niedriger Komplexitaet (AC:L), erfordert niedrige Privilegien (PR:L) wie ein normales Benutzerkonto, aber keine Benutzerinteraktion (UI:N). Der Scope ist unveraendert (S:U), alle drei Schutzziele sind maximal betroffen (C:H/I:H/A:H).

Angriffsmechanismus: Der Angreifer erstellt eine speziell manipulierte CLFS-Protokolldatei (.blf-Datei) und loedt diese ueber Standard-Windows-APIs. Beim Parsen der manipulierten Datei durch den CLFS-Treiber im Kernel-Modus tritt ein Heap-basierter Pufferueberlauf auf. Durch gezielte Manipulation der Heap-Strukturen kann der Angreifer die Programmausfuehrung uebernehmen und beliebigen Code mit SYSTEM-Rechten ausfuehren. Die Zuverlaessigkeit des Exploits ist hoch, da die Heap-Korruption im CLFS-Treiber deterministisch ausgeloest werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist der CLFS-Treiber ein so haeufiges Angriffsziel?

Der Windows Common Log File System Driver laeuft im Kernel-Modus und ist von jedem authentifizierten Benutzer aus erreichbar. Die Komplexitaet des BLF-Dateiformats bietet eine grosse Angriffsflaeche fuer Parsing-Fehler. Seit 2022 wurden mehrere CLFS-Schwachstellen aktiv ausgenutzt, was zeigt, dass Angreifer systematisch nach Fehlern in diesem Treiber suchen.

Kann die Schwachstelle remote ausgenutzt werden?

Nein, CVE-2024-49138 erfordert lokalen Zugriff mit mindestens einem normalen Benutzerkonto (PR:L). Allerdings wird sie haeufig als zweite Stufe in Angriffsketten eingesetzt: Ein Angreifer erlangt zunaechst ueber eine andere Schwachstelle (z.B. Phishing oder eine Web-Schwachstelle) initialen Zugang und nutzt dann CVE-2024-49138 zur Rechteeskalation auf SYSTEM.

Sind auch aeltere Windows-Versionen betroffen?

Ja, die Schwachstelle betrifft Windows-Versionen bis zurueck zu Windows Server 2008. Organisationen, die noch aeltere Windows-Versionen einsetzen, sollten dringend die verfuegbaren Patches installieren oder ein Upgrade auf eine aktuelle Version in Betracht ziehen.

Wie erkenne ich Exploit-Versuche?

Ueberwachen Sie die Erstellung und Manipulation von .blf-Dateien in ungewoehnlichen Verzeichnissen. Verdaechtige Prozesse, die CLFS-APIs aufrufen und anschliessend SYSTEM-Rechte erlangen, sind starke Indikatoren. EDR-Loesungen mit aktuellen Signaturen koennen CLFS-basierte Exploits erkennen.

CVSS-Score

7.8
HIGH(7.8)

EPSS-Score

EPSS-Score25.41%
EPSS-Perzentil97.8%

Daten

Veröffentlicht12. Dezember 2024
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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