CVE-2024-4610
Arm Mali GPU Kernel Driver Use-After-Free Vulnerability
Beschreibung
CVE-2024-4610 ist eine Use-After-Free-Schwachstelle in den Arm Bifrost und Valhall GPU-Kerneltreibern. Ein lokaler, nicht-privilegierter Benutzer kann durch fehlerhafte GPU-Speicheroperationen auf bereits freigegebenen Speicher zugreifen und so eine vollstaendige Systemkompromittierung erreichen. Mit einem CVSS-Score von 7.8 (HIGH) und einem EPSS-Score von 0,76 % (73,0. Perzentil) stellt diese Schwachstelle ein ernstes Sicherheitsrisiko dar. Die CISA hat CVE-2024-4610 in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 3. Juli 2024. Betroffen sind Bifrost GPU-Kerneltreiber und Valhall GPU-Kerneltreiber in den Versionen r34p0 bis r40p0.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| arm | bifrost gpu kernel driver | >= r34p0, < r41p0 |
| arm | valhall gpu kernel driver | >= r34p0, < r41p0 |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
CVSS:3.1/AV:L/AC:H/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
Referenzen
Schwachstellentyp
Fuer CVE-2024-4610 ist kein spezifischer CWE-Typ im NVD eingetragen. Basierend auf der Schwachstellenbeschreibung handelt es sich um eine Use-After-Free-Schwachstelle (CWE-416).
CWE-416: Use After Free
CWE-416 (Use After Free) beschreibt eine Schwachstellenklasse, bei der ein Programm auf Speicher zugreift, der bereits freigegeben wurde. Im Fall von CVE-2024-4610 fuehren fehlerhafte GPU-Speicherverarbeitungsoperationen in den Arm Bifrost und Valhall Kerneltreibern dazu, dass ein lokaler Benutzer auf bereits freigegebene Speicherbereiche zugreifen kann. Dies kann zur Ausfuehrung beliebigen Codes, zur Eskalation von Privilegien oder zu einem Systemabsturz fuehren. Mehr erfahren
Auswirkungsanalyse
Vollstaendige Kompromittierung des lokalen Systems: Die Auswirkungen dieser Schwachstelle sind erheblich. Vertraulichkeit (C:H) bedeutet, dass ein Angreifer nach erfolgreicher Ausnutzung Zugriff auf alle Daten des betroffenen Systems erlangen kann, einschliesslich sensibler Informationen wie Kryptografieschluessel und Anmeldedaten. Integritaet (I:H) ermoeglicht das Manipulieren von Systemdaten, das Installieren von Schadsoftware oder das Veraendern des Kernelverhaltens. Verfuegbarkeit (A:H) kann durch Speicherkorruption zum vollstaendigen Systemausfall fuehren.
Lokaler Angriffsvektor mit niedrigen Barrieren: Der Angriff erfordert zwar lokalen Zugriff (AV:L), ist aber mit geringer Komplexitaet (AC:L) durchfuehrbar und benoetigt lediglich niedrige Privilegien (PR:L) ohne Benutzerinteraktion (UI:N). Auf mobilen Geraeten mit Arm Mali GPUs koennte eine boeswillige App diese Schwachstelle ausnutzen.
EPSS und Ransomware: Der EPSS-Score von 0,76 % (73,0. Perzentil) deutet auf eine moderate Ausnutzungswahrscheinlichkeit hin. Der Ransomware-Status ist als Unknown klassifiziert. Da die Schwachstelle jedoch eine lokale Privilegieneskalation ermoeglicht, koennte sie als Teil einer Angriffskette fuer Ransomware auf mobilen Endgeraeten oder eingebetteten Systemen genutzt werden.
Exploit-Reifegrad
CVE-2024-4610 weist eine bestaetigt aktive Ausnutzung auf. Arm hat in seinem Security Advisory bestaetigt, dass diese Schwachstelle aktiv in freier Wildbahn ausgenutzt wird. Die Aufnahme in den CISA KEV-Katalog mit einer Behebungsfrist bis zum 3. Juli 2024 unterstreicht die Dringlichkeit.
EPSS-Kontext: Mit einem EPSS-Score von 0,76 % (73,0. Perzentil) liegt die Schwachstelle im oberen Drittel der Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Die bestaetigt aktive Ausnutzung zeigt jedoch, dass die tatsaechliche Bedrohung hoeher ist als der statistische EPSS-Wert vermuten laesst.
Oeffentliche Exploit-Informationen: Obwohl kein oeffentlicher Proof-of-Concept-Exploit bekannt ist, hat Arm die aktive Ausnutzung bestaetigt. Die technischen Details der Use-After-Free-Schwachstelle in den GPU-Kerneltreibern sind durch den Patch und die Versionsinformationen nachvollziehbar.
Ransomware-Verbindung: Der Ransomware-Status ist Unknown. Da es sich um eine lokale Privilegieneskalation handelt, ist die Schwachstelle besonders relevant fuer gezielte Angriffe auf mobile Geraete und eingebettete Systeme mit Mali GPUs.
Behebung
- GPU-Kerneltreiber aktualisieren: Aktualisieren Sie die Bifrost und Valhall GPU-Kerneltreiber auf Version r41p0 oder hoeher. Die gepatchte Version ist ueber das Arm Security Center verfuegbar. Geraetehersteller muessen das Update in ihre Firmware integrieren.
- Geraete-Firmware pruefen: Kontaktieren Sie den Hersteller Ihres Geraets (Smartphone, Tablet, Chromebook oder eingebettetes System), um zu pruefen, ob ein Sicherheitsupdate verfuegbar ist, das den Fix fuer CVE-2024-4610 enthaelt. Android-Sicherheitsupdates enthalten haeufig Patches fuer Mali-GPU-Treiber.
- App-Installationen einschraenken: Bis zum Einspielen des Patches sollten ausschliesslich vertrauenswuerdige Anwendungen aus offiziellen App-Stores installiert werden. Da die Schwachstelle lokalen Zugriff erfordert, ist eine boeswillige App der wahrscheinlichste Angriffsvektor.
- Sicherheitsueberwachung aktivieren: Implementieren Sie auf betroffenen Geraeten eine Ueberwachung auf anomale GPU-Speicherzugriffe und ungewoehnliche Prozessaktivitaeten. Mobile Device Management (MDM) Loesungen koennen dabei helfen, verdaechtige Aktivitaeten zu erkennen.
- Asset-Inventar pruefen: Identifizieren Sie alle Geraete in Ihrem Netzwerk, die Arm Mali GPUs mit Bifrost- oder Valhall-Architektur verwenden. Erstellen Sie eine Prioritaetsliste fuer das Patching basierend auf der Kritikalitaet der Geraete und ihrer Exposition.
Technische Details
Die Schwachstelle befindet sich in der Speicherverwaltung der Arm Bifrost und Valhall GPU-Kerneltreiber. Beim Verarbeiten von GPU-Speicheroperationen kann es zu einer Use-After-Free-Bedingung kommen, bei der der Treiber auf Speicherbereiche zugreift, die bereits an das Betriebssystem zurueckgegeben wurden.
CVSS-Vektor im Detail: CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H - Der Angriff erfolgt lokal (AV:L) mit niedriger Komplexitaet (AC:L), erfordert niedrige Privilegien (PR:L) und keine Benutzerinteraktion (UI:N). Der Scope ist unveraendert (S:U), aber alle drei Schutzziele sind maximal betroffen (C:H/I:H/A:H).
Angriffsmechanismus: Ein lokaler Benutzer mit niedrigen Privilegien kann speziell praeparierte GPU-Speicheranfragen an den Kerneltreiber senden. Durch die fehlerhafte Speicherverwaltung wird ein Speicherbereich freigegeben, auf den anschliessend erneut zugegriffen wird. Dieser Use-After-Free-Zustand kann dazu genutzt werden, den freigegebenen Speicher mit kontrollierten Daten zu ueberschreiben und so die Ausfuehrung von beliebigem Code im Kernel-Kontext zu erzwingen. Auf mobilen Geraeten kann dies zu einer vollstaendigen Uebernahme des Geraets fuehren.
Betroffene Versionen: Bifrost GPU-Kerneltreiber von r34p0 bis einschliesslich r40p0 sowie Valhall GPU-Kerneltreiber von r34p0 bis einschliesslich r40p0. Beide Treiberreihen bedienen eine breite Palette von Arm Mali GPUs, die in Smartphones, Tablets, Chromebooks und eingebetteten Systemen verbaut sind.
Häufig gestellte Fragen
Welche Geraete sind von CVE-2024-4610 betroffen?
Betroffen sind alle Geraete mit Arm Mali GPUs, die die Bifrost- oder Valhall-Architektur verwenden und Kerneltreiber-Versionen r34p0 bis r40p0 einsetzen. Dies umfasst eine Vielzahl von Android-Smartphones, Tablets, Chromebooks und eingebetteten Systemen verschiedener Hersteller wie Samsung, MediaTek und HiSilicon.
Wie kann ich pruefen, ob mein Geraet betroffen ist?
Pruefen Sie die GPU-Treiberversion in den Systemeinstellungen Ihres Geraets oder verwenden Sie eine App zur Hardware-Analyse. Auf Android-Geraeten finden Sie die GPU-Informationen unter Einstellungen > Ueber das Telefon > Softwareinformationen. Wenn Ihr Geraet eine Mali-GPU mit Bifrost- oder Valhall-Architektur verwendet, kontaktieren Sie den Geraetehersteller fuer Informationen zum Patch-Status.
Wird CVE-2024-4610 aktiv ausgenutzt?
Ja, Arm hat in seinem Security Advisory ausdruecklich bestaetigt, dass diese Schwachstelle aktiv in freier Wildbahn ausgenutzt wird. Die CISA hat die Schwachstelle daher in den KEV-Katalog aufgenommen und eine Behebungsfrist bis zum 3. Juli 2024 festgelegt.
Reicht ein Android-Sicherheitsupdate aus, um die Schwachstelle zu beheben?
Das haengt vom Geraetehersteller ab. Android-Sicherheitsupdates enthalten regelmaessig Patches fuer GPU-Treiber, aber die Verfuegbarkeit und Geschwindigkeit der Verteilung variiert je nach Hersteller und Geraetemodell. Pruefen Sie die Sicherheitsbulletins Ihres Herstellers und stellen Sie sicher, dass Sie die neuesten verfuegbaren Updates installiert haben.
Hilfe beim Schwachstellenmanagement?
Unsere Sicherheitsexperten helfen Ihnen bei der Priorisierung und Behebung von Schwachstellen.