CVE-2024-41713
Mitel MiCollab Path Traversal Vulnerability
Beschreibung
CVE-2024-41713 ist eine kritische Path-Traversal-Schwachstelle in der NuPoint Unified Messaging (NPM)-Komponente von Mitel MiCollab mit einem CVSS-Score von 9.1 (CRITICAL). Die Sicherheitslücke ermöglicht es einem nicht authentifizierten Remote-Angreifer durch unzureichende Eingabevalidierung auf geschützte Verzeichnisse zuzugreifen, Benutzerdaten einzusehen, zu manipulieren oder zu löschen und Systemkonfigurationen zu verändern. Mit einem EPSS-Score von 93,91 % (99,9. Perzentil) und bestätigter Nutzung in Ransomware-Kampagnen gehört sie zu den am aktivsten ausgenutzten Schwachstellen.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:NIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| mitel | micollab | <= 9.8.1.201 |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:N
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:N
Referenzen
Schwachstellentyp
CWE-22: Unzureichende Beschränkung eines Pfadnamens auf ein eingeschränktes Verzeichnis (Path Traversal)
CWE-22 beschreibt eine Schwachstelle, bei der eine Anwendung externe Eingaben zur Konstruktion von Dateipfaden verwendet, ohne ausreichend zu validieren, dass der resultierende Pfad innerhalb des vorgesehenen Verzeichnisses bleibt. Im Fall von CVE-2024-41713 kann ein Angreifer durch Manipulation von Pfadkomponenten (z.B. mit "../"-Sequenzen) auf Dateien und Verzeichnisse außerhalb des erlaubten Bereichs zugreifen. Dies ermöglicht das Lesen, Modifizieren oder Löschen von Daten, die normalerweise nicht zugänglich wären. Mehr erfahren
Auswirkungsanalyse
Die Auswirkungen sind schwerwiegend. Der Netzwerk-Angriffsvektor (AV:N) ermöglicht Remote-Angriffe, und die fehlenden Authentifizierungsanforderungen (PR:N) machen die Schwachstelle besonders gefährlich. Vertraulichkeit und Integrität sind beide mit "High" bewertet, was den vollständigen Zugriff auf Benutzerdaten und Systemkonfigurationen sowie deren Manipulation oder Löschung ermöglicht. Mitel MiCollab ist eine weit verbreitete Unified-Communications-Plattform in Unternehmen, die Sprach-, Video- und Messaging-Dienste integriert. Eine Kompromittierung kann den Zugriff auf Voicemail-Nachrichten, Konferenz-Aufzeichnungen, Benutzerverzeichnisse und Kommunikationskonfigurationen ermöglichen. Der EPSS-Score von 93,91 % (99,9. Perzentil) signalisiert extreme Ausnutzungsaktivität. Die bestätigte Verwendung in Ransomware-Kampagnen (Status: "Known") und die CISA-KEV-Aufnahme mit Frist bis 28.01.2025 unterstreichen die Dringlichkeit. In Kombination mit CVE-2024-55550 entsteht eine besonders gefährliche Angriffskette.
Exploit-Reifegrad
Die Exploit-Reife ist sehr hoch. CISA hat die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 28.01.2025. Der EPSS-Score von 93,91 % (99,9. Perzentil) platziert sie unter den am aktivsten ausgenutzten Schwachstellen weltweit. Die bestätigte Verwendung in Ransomware-Operationen (Status: "Known") zeigt, dass organisierte Cyberkriminelle die Schwachstelle systematisch ausnutzen. Mitel hat Details und Patches im Security Advisory MISA-2024-0029 veröffentlicht. Die Schwachstelle wird häufig in Kombination mit CVE-2024-55550 (Local File Read, CVSS 2.7) eingesetzt, um eine umfassendere Kompromittierung zu erreichen. Path-Traversal-Schwachstellen in Unified-Communications-Plattformen sind für Angreifer besonders attraktiv, da sie Zugang zu vertraulichen Kommunikationsdaten bieten.
Behebung
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MiCollab sofort aktualisieren — Aktualisieren Sie auf eine Version nach MiCollab 9.8 SP1 FP2 (9.8.1.201). Patches und Details sind im Mitel Security Advisory MISA-2024-0029 verfügbar.
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Beide MiCollab-CVEs beheben — Stellen Sie sicher, dass neben CVE-2024-41713 auch CVE-2024-55550 behoben wird, da beide Schwachstellen in Angriffsketten kombiniert werden und in der gleichen Softwareversion adressiert sind.
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Externe Erreichbarkeit einschränken — Stellen Sie sicher, dass MiCollab-Server, insbesondere die NuPoint-Unified-Messaging-Komponente, nicht direkt aus dem Internet erreichbar sind. Setzen Sie einen Reverse Proxy mit Web Application Firewall (WAF) ein, der Path-Traversal-Muster erkennt und blockiert.
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Kompromittierungsprüfung durchführen — Untersuchen Sie Server-Logs auf verdächtige Pfadmanipulationen (z.B. "../"-Sequenzen), nicht autorisierte Dateizugriffe und Konfigurationsänderungen. Prüfen Sie, ob Benutzerdaten exfiltriert oder manipuliert wurden.
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Kommunikationsdaten sichern — Überprüfen Sie die Sicherheit aller in MiCollab gespeicherten Kommunikationsdaten (Voicemails, Konferenz-Aufzeichnungen, Benutzerprofile). Implementieren Sie Verschlüsselung at Rest und in Transit für alle sensiblen Daten.
Technische Details
Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:N beschreibt eine kritische Remote-Schwachstelle ohne Authentifizierungsanforderung. Angriffsvektor (AV:N) ermöglicht den Angriff über das Netzwerk. Angriffskomplexität (AC:L) zeigt eine niedrige technische Hürde. Erforderliche Berechtigungen (PR:N) bedeuten, dass keinerlei Authentifizierung erforderlich ist — jeder Angreifer mit Netzwerkzugang kann die Schwachstelle ausnutzen. Verfügbarkeit (A:N) ist nicht betroffen, die Schwachstelle dient primär der Datenexfiltration und -manipulation. Der technische Angriffsmechanismus ist eine Path-Traversal-Schwachstelle in der NuPoint Unified Messaging (NPM)-Komponente von MiCollab. Durch unzureichende Eingabevalidierung kann ein Angreifer HTTP-Anfragen mit manipulierten Pfadkomponenten senden, die das vorgesehene Verzeichnis verlassen. Dies ermöglicht den Zugriff auf beliebige Dateien und Verzeichnisse auf dem Server, einschließlich Benutzerdaten, Systemkonfigurationen und potenziell Zugangsdaten. Betroffen sind alle MiCollab-Versionen bis einschließlich 9.8 SP1 FP2 (9.8.1.201). Die Schwachstelle ist besonders effektiv in Kombination mit CVE-2024-55550, die das Lesen lokaler Dateien durch authentifizierte Administratoren ermöglicht.
Häufig gestellte Fragen
Welche Daten kann ein Angreifer über CVE-2024-41713 zugreifen?
Ein erfolgreicher Angreifer kann auf Benutzerdaten, Systemkonfigurationen und weitere auf dem MiCollab-Server gespeicherte Dateien zugreifen. Dies kann Voicemail-Nachrichten, Benutzerprofile, Konfigurationsdateien und Verbindungszeichenfolgen umfassen. Zusätzlich können Daten modifiziert oder gelöscht werden.
Wird CVE-2024-41713 in Ransomware-Angriffen eingesetzt?
Ja, CISA hat den Ransomware-Status als "Known" klassifiziert. Angreifer nutzen die Schwachstelle als Einstiegspunkt in Unternehmensnetzwerke, häufig in Kombination mit CVE-2024-55550 für eine umfassendere Kompromittierung.
Warum ist keine Authentifizierung erforderlich?
Die Schwachstelle liegt in der NuPoint Unified Messaging (NPM)-Komponente, die bestimmte HTTP-Endpunkte ohne Authentifizierung bereitstellt. Durch Path-Traversal-Manipulation dieser Endpunkte kann ein Angreifer die vorgesehenen Zugriffsbeschränkungen umgehen, ohne sich anmelden zu müssen.
Wie hängt CVE-2024-41713 mit CVE-2024-55550 zusammen?
Beide Schwachstellen betreffen Mitel MiCollab und werden im selben Advisory (MISA-2024-0029) behandelt. CVE-2024-41713 ermöglicht den unauthentifizierten Zugriff und ist die kritischere der beiden (CVSS 9.1 vs. 2.7). In Angriffsketten wird CVE-2024-41713 zuerst ausgenutzt, um Zugang zu erlangen, gefolgt von CVE-2024-55550 für erweiterte Dateizugriffe.
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