CVE-2024-41710
Mitel SIP Phones Argument Injection Vulnerability
Beschreibung
CVE-2024-41710 ist eine Argument-Injection-Schwachstelle in Mitel SIP-Telefonen der Serien 6800, 6900 und 6900w sowie der Konferenzeinheit 6970 mit Firmware bis einschliesslich R6.4.0.HF1 (R6.4.0.136). Ein authentifizierter Angreifer mit administrativen Rechten kann waehrend des Boot-Prozesses aufgrund unzureichender Parametersanitisierung beliebige Befehle einschleusen und auf dem Geraet ausfuehren. Die Schwachstelle wird mit einem CVSS v3.1-Score von 7.2 (HIGH) bewertet und ist im CISA KEV-Katalog als aktiv ausgenutzt gelistet.
Der EPSS-Score von 21.14 % (95.5. Perzentil) weist auf eine hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit hin. Oeffentlicher Exploit-Code ist auf GitHub verfuegbar, was die Einstiegshuerde fuer Angreifer deutlich senkt. Alle Organisationen, die betroffene Mitel SIP-Telefone einsetzen, sollten umgehend auf eine gepatchte Firmware-Version aktualisieren.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:H/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenCWEs
Betroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| mitel | 6970 firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6940w sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6930w sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6920w sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6920 sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6915 sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6910 sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6905 sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6940 sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6930 sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6873i sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6869i sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6867i sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6865i sip firmware | <= 6.4.0.136 |
| mitel | 6863i sip firmware | <= 6.4.0.136 |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:H/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
CVSS:3.1/AV:A/AC:L/PR:H/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
Referenzen
- https://github.com/kwburns/CVE/blob/main/Mitel/6.3.0.1020/README.md(Exploit, Third Party Advisory)
- https://www.mitel.com/support/security-advisories(Vendor Advisory)
- https://www.mitel.com/support/security-advisories/mitel-product-security-advisory-24-0019(Vendor Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2024-41710(US Government Resource)
Schwachstellentyp
Argument Injection
CVE-2024-41710 basiert auf einer Argument-Injection-Schwachstelle, die eng mit CWE-78 (OS Command Injection) verwandt ist. Bei dieser Schwachstellenklasse werden Benutzereingaben ohne ausreichende Validierung als Argumente an Systembefehle oder Prozesse uebergeben. Im Fall der Mitel SIP-Telefone wird waehrend des Boot-Prozesses ein Parameter nicht korrekt sanitisiert, sodass ein Angreifer zusaetzliche Kommandozeilen-Argumente einschleusen und damit beliebigen Code auf dem Geraet ausfuehren kann.
Weitere Informationen: CWE-78 -- OS Command Injection
Auswirkungsanalyse
Die Auswirkungen von CVE-2024-41710 betreffen Vertraulichkeit, Integritaet und Verfuegbarkeit gleichermassen mit jeweils hohem Schweregrad. Der CVSS-Vektor zeigt einen Netzwerk-Angriffsvektor (AV:N) mit niedriger Komplexitaet (AC:L), jedoch sind hohe Privilegien (PR:H) erforderlich -- der Angreifer benoetigt administrativen Zugang zum Geraet. Benutzerinteraktion ist nicht erforderlich (UI:N). Da VoIP-Telefone in Unternehmensumgebungen haeufig in sensiblen Bereichen wie Vorstandsbueros oder Besprechungsraeumen eingesetzt werden, kann eine Kompromittierung weitreichende Folgen haben. Ein Angreifer koennte Gespraeche abhoeren, das Geraet als Einstiegspunkt ins Unternehmensnetzwerk nutzen oder den Telefonbetrieb stoeren. Der EPSS-Score von 21.14 % (95.5. Perzentil) signalisiert eine deutlich erhoehte Ausnutzungswahrscheinlichkeit im Vergleich zu anderen Schwachstellen. Der Ransomware-Status ist derzeit als unbekannt eingestuft.
Exploit-Reifegrad
CVE-2024-41710 weist eine hohe Exploit-Reife auf. Oeffentlicher Exploit-Code ist auf GitHub verfuegbar unter github.com/kwburns/CVE, der die Schwachstelle im Detail dokumentiert und reproduzierbar macht. Die CISA hat die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen und damit die aktive Ausnutzung in freier Wildbahn bestaetigt, mit einer Behebungsfrist bis zum 5. Maerz 2025. Der EPSS-Score von 21.14 % (95.5. Perzentil) unterstreicht die hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Obwohl administrative Rechte fuer die Ausnutzung erforderlich sind, ist die Schwachstelle durch den verfuegbaren Exploit und die aktive Ausnutzung als hochkritisch einzustufen.
Behebung
-
Firmware aktualisieren: Aktualisieren Sie alle betroffenen Mitel SIP-Telefone der Serien 6800, 6900, 6900w und die Konferenzeinheit 6970 auf eine Firmware-Version hoeher als R6.4.0.HF1 (R6.4.0.136). Pruefen Sie die aktuellen Sicherheitshinweise unter Mitel Security Advisories.
-
Administrative Zugaenge absichern: Da die Schwachstelle administrative Rechte erfordert, ueberpruefen Sie alle administrativen Konten auf den betroffenen Geraeten. Setzen Sie starke, eindeutige Passwoerter ein und deaktivieren Sie nicht benoetigte Administratorkonten.
-
Netzwerksegmentierung: Isolieren Sie VoIP-Telefone in einem dedizierten VLAN und beschraenken Sie den administrativen Zugriff auf vertrauenswuerdige Management-Netzwerke. Stellen Sie sicher, dass die Verwaltungsoberflaechen der Telefone nicht aus dem allgemeinen Unternehmensnetzwerk erreichbar sind.
-
Monitoring implementieren: Ueberwachen Sie die Boot-Prozesse und Konfigurationsaenderungen der Mitel-Telefone. Ungewoehnliche Neustarts oder Konfigurationsmodifikationen koennen auf Kompromittierungsversuche hindeuten.
-
Bestandsaufnahme durchfuehren: Erstellen Sie ein vollstaendiges Inventar aller Mitel SIP-Telefone im Unternehmen und deren Firmware-Versionen, um sicherzustellen, dass kein Geraet ungepatcht bleibt.
Technische Details
CVE-2024-41710 betrifft den Boot-Prozess der Mitel SIP-Telefone der Serien 6800, 6900 und 6900w mit Firmware bis R6.4.0.HF1 (R6.4.0.136). Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:H/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H beschreibt einen Angriff, der ueber das Netzwerk (AV:N) mit niedriger Komplexitaet (AC:L) durchfuehrbar ist, jedoch hohe Privilegien (PR:H) in Form von Administratorzugang erfordert. Die Schwachstelle liegt in der unzureichenden Sanitisierung von Parametern waehrend des Boot-Prozesses. Ein Angreifer mit administrativem Zugang kann manipulierte Boot-Parameter einschleusen, die als zusaetzliche Argumente an Systembefehle weitergegeben werden. Dies ermoeglicht die Ausfuehrung beliebiger Betriebssystembefehle im Kontext des Boot-Prozesses, was typischerweise mit Root-Rechten geschieht. Der Angriff nutzt die fehlende Trennung zwischen Daten und Befehlen waehrend der Geraeteinitialisierung aus und ermoeglicht so die vollstaendige Uebernahme des Telefons.
Häufig gestellte Fragen
Wird CVE-2024-41710 aktiv ausgenutzt?
Ja, die CISA hat CVE-2024-41710 in den KEV-Katalog aufgenommen und bestaetigt damit die aktive Ausnutzung in freier Wildbahn. Oeffentlicher Exploit-Code ist auf GitHub verfuegbar, und der EPSS-Score von 21.14 % (95.5. Perzentil) weist auf eine deutlich erhoehte Ausnutzungswahrscheinlichkeit hin.
Welche Mitel-Telefone sind von CVE-2024-41710 betroffen?
Betroffen sind alle Mitel SIP-Telefone der Serien 6800 (6805, 6810, 6815, 6820, 6825, 6830), 6900 (6905, 6910, 6915, 6920, 6930, 6940) und 6900w (6920w, 6930w, 6940w) sowie die Konferenzeinheit 6970 mit Firmware-Versionen bis einschliesslich R6.4.0.HF1 (R6.4.0.136).
Kann ein Angreifer CVE-2024-41710 ohne Zugangsdaten ausnutzen?
Nein, fuer die Ausnutzung sind administrative Rechte auf dem Zielgeraet erforderlich. Allerdings verwenden viele Organisationen Standard-Zugangsdaten fuer VoIP-Telefone, was die effektive Huerde deutlich senkt. Es ist daher essenziell, Standardpasswoerter zu aendern und starke Authentifizierung einzusetzen.
Wie behebe ich CVE-2024-41710?
Aktualisieren Sie die Firmware aller betroffenen Mitel SIP-Telefone auf eine Version hoeher als R6.4.0.136. Der Patch ist ueber die offiziellen Mitel-Supportkanaele verfuegbar. Zusaetzlich sollten administrative Zugangsdaten geaendert und die Geraete in einem isolierten Netzwerksegment betrieben werden.
Hilfe beim Schwachstellenmanagement?
Unsere Sicherheitsexperten helfen Ihnen bei der Priorisierung und Behebung von Schwachstellen.