CVE-2024-39717

HIGH(7.2)KEV

Versa Director Dangerous File Type Upload Vulnerability

Beschreibung

CVE-2024-39717 ist eine schwerwiegende Sicherheitslücke (CVSS 7.2 HIGH) in Versa Director, einer zentralen Management-Plattform für Versa SD-WAN- und SASE-Infrastrukturen. Die Schwachstelle ermöglicht es authentifizierten Administratoren mit Provider-Data-Center-Admin-Berechtigungen, über die "Change Favicon"-Funktion bösartige Dateien mit .png-Erweiterung hochzuladen. Betroffen sind die Versa Director Versionen 21.2.2, 21.2.3, 22.1.1, 22.1.2 und 22.1.3. Die Schwachstelle ist im CISA KEV-Katalog gelistet und wird aktiv ausgenutzt. Der EPSS-Score beträgt 0.04642 (89.1. Perzentil).

KEV-Informationen

Hersteller
Versa
Produkt
Director
Hinzugefügt am
23. August 2024
Fälligkeitsdatum
13. September 2024
Erforderliche Maßnahme
Apply mitigations per vendor instructions or discontinue use of the product if mitigations are unavailable.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:H/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
NETWORK
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
HIGH
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
1.2
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
versa-networksversa director21.2.2; 21.2.3; 22.1.1; 22.1.2; 22.1.3

Mehrere CVSS-Bewertungen

Quelle: [email protected](Primary)
7.2
HIGH

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:H/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H

Quelle: [email protected](Secondary)
6.6
MEDIUM

CVSS:3.0/AV:N/AC:H/PR:H/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H

Referenzen

Schwachstellentyp

Für CVE-2024-39717 wurde keine spezifische CWE-Nummer zugewiesen, jedoch handelt es sich um eine Dangerous File Type Upload Schwachstelle. Die Versa Director GUI bietet Administratoren die Möglichkeit, das Erscheinungsbild der Benutzeroberfläche anzupassen, einschliesslich des Favicons (Favoriten-Symbol). Diese Funktion validiert hochgeladene Dateien nicht ausreichend auf ihren tatsächlichen Dateityp und verlässt sich stattdessen nur auf die Dateierweiterung. Dadurch können bösartige Dateien mit einer .png-Erweiterung hochgeladen werden, die in Wirklichkeit ausführbaren Code enthalten. Diese Art der Schwachstelle wird als unrestricted file upload oder dangerous file type upload klassifiziert und ermöglicht es Angreifern, Schadsoftware auf dem Server zu platzieren und auszuführen.

Auswirkungsanalyse

Die Auswirkungen von CVE-2024-39717 sind trotz der Anforderung hoher Berechtigungen (PR:H) erheblich, da Versa Director als zentrale Management-Plattform eine Schlüsselrolle in SD-WAN-Infrastrukturen einnimmt. Vertraulichkeit (C:H): Bei erfolgreicher Ausnutzung können Angreifer auf sämtliche Konfigurationsdaten, Zugangsdaten und Netzwerkarchitektur-Informationen zugreifen, die in der Versa Director Instanz verwaltet werden. Integrität (I:H): Die Möglichkeit, bösartige Dateien hochzuladen und auszuführen, erlaubt die Manipulation der gesamten SD-WAN-Konfiguration und potenziell die Kompromittierung aller verwalteten Netzwerkgeräte. Verfügbarkeit (A:H): Ein kompromittierter Versa Director kann die gesamte Netzwerkverfügbarkeit beeinträchtigen. Der EPSS-Score von 0.04642 (89.1. Perzentil) zeigt eine signifikant erhöhte Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Obwohl der Angriff hohe Berechtigungen erfordert, wird das Risiko durch die strategische Bedeutung der Plattform als SD-WAN-Controller verschärft. Der Ransomware-Status ist als Unknown eingestuft.

Exploit-Reifegrad

CVE-2024-39717 wird aktiv in freier Wildbahn ausgenutzt und wurde von der CISA in den Known Exploited Vulnerabilities (KEV) Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 13. September 2024. Versa Networks hat ein Security Bulletin veröffentlicht, das die aktive Ausnutzung bestätigt. Die Schwachstelle wurde in gezielten Angriffen auf Managed Service Provider (MSPs) und Internet Service Provider (ISPs) beobachtet, die Versa Director zur Verwaltung ihrer SD-WAN-Infrastrukturen einsetzen. Die Anforderung hoher Berechtigungen (Provider-Data-Center-Admin oder Provider-Data-Center-System-Admin) deutet darauf hin, dass Angreifer zunächst Admin-Zugangsdaten kompromittieren, bevor sie diese Schwachstelle ausnutzen. Der EPSS-Score von 0.04642 (89.1. Perzentil) reflektiert die erhöhte Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Der Ransomware-Status wird als Unknown geführt.

Behebung

  1. Versa Director aktualisieren: Installieren Sie umgehend die von Versa Networks bereitgestellten Sicherheitsupdates. Konsultieren Sie das offizielle Security Bulletin für die spezifischen Patch-Versionen Ihrer Installation.

  2. Admin-Zugangsdaten überprüfen und rotieren: Da die Ausnutzung Provider-Data-Center-Admin-Berechtigungen erfordert, rotieren Sie umgehend alle administrativen Zugangsdaten. Überprüfen Sie Audit-Logs auf verdächtige Admin-Anmeldungen und nicht autorisierte Favicon-Änderungen.

  3. Upload-Verzeichnisse überprüfen: Prüfen Sie das Favicon-Upload-Verzeichnis auf verdächtige Dateien, die zwar eine .png-Erweiterung haben, aber keinen validen Bildinhalt aufweisen. Untersuchen Sie alle kürzlich hochgeladenen Dateien auf eingebetteten Schadcode.

  4. Netzwerkzugang beschränken: Beschränken Sie den Zugriff auf die Versa Director Management-Oberfläche auf vertrauenswürdige Netzwerke und implementieren Sie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Admin-Konten.

  5. Downstream-Geräte überprüfen: Da Versa Director als zentrale Management-Plattform fungiert, überprüfen Sie alle verwalteten SD-WAN-Geräte auf Anzeichen einer Kompromittierung. Eine Kompromittierung des Directors könnte zur Verteilung von Schadkonfigurationen an alle verwalteten Geräte genutzt worden sein.

Technische Details

Der CVSS v3.1 Vektor für CVE-2024-39717 lautet CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:H/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H mit einem Score von 7.2 (HIGH). Angriffsvektor (AV:N): Der Angriff erfolgt über das Netzwerk, typischerweise über die webbasierte Management-Oberfläche von Versa Director. Angriffskomplexität (AC:L): Die Ausnutzung ist technisch einfach, sobald der Angreifer über die erforderlichen Berechtigungen verfügt. Erforderliche Berechtigungen (PR:H): Dies ist der limitierende Faktor — der Angreifer benötigt Provider-Data-Center-Admin- oder Provider-Data-Center-System-Admin-Zugang. Tenant-Level-Benutzer haben keinen Zugriff auf die betroffene Funktion. Benutzerinteraktion (UI:N): Keine zusätzliche Benutzerinteraktion erforderlich. Scope (S:U): Die Auswirkungen bleiben auf das Versa Director System beschränkt. Der Angriffsmechanismus nutzt die "Change Favicon"-Funktion der Versa Director GUI. Diese Funktion akzeptiert Datei-Uploads zur Anpassung des Browser-Favicons, validiert jedoch nur die Dateierweiterung (.png), nicht den tatsächlichen Dateiinhalt. Ein Angreifer kann somit eine bösartige Datei (z.B. eine Web-Shell oder einen Reverse-Shell-Payload) mit einer .png-Erweiterung maskieren und über diese Funktion auf den Server hochladen. Nach dem Upload kann der bösartige Code durch direkten Zugriff auf die hochgeladene Datei ausgeführt werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist CVE-2024-39717 und wer ist betroffen?

CVE-2024-39717 ist eine Dangerous-File-Type-Upload-Schwachstelle in Versa Director, der zentralen Management-Plattform für Versa SD-WAN- und SASE-Lösungen. Betroffen sind die Versionen 21.2.2, 21.2.3, 22.1.1, 22.1.2 und 22.1.3. Die Schwachstelle wurde in Angriffen auf Managed Service Provider und Internet Service Provider beobachtet.

Benötigt ein Angreifer Admin-Zugang für die Ausnutzung?

Ja, die Ausnutzung erfordert Provider-Data-Center-Admin- oder Provider-Data-Center-System-Admin-Berechtigungen. Allerdings zeigt die aktive Ausnutzung in freier Wildbahn, dass Angreifer in der Lage sind, diese Zugangsdaten durch vorgelagerte Angriffe (z.B. Phishing, Credential Stuffing) zu erlangen.

Warum ist diese Schwachstelle trotz der hohen Berechtigungsanforderung kritisch?

Versa Director ist der zentrale Controller für SD-WAN-Infrastrukturen. Eine Kompromittierung dieses Systems kann weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Netzwerk haben, da der Director Konfigurationen an alle verwalteten Geräte verteilt. Zudem sind MSPs und ISPs als Ziele besonders attraktiv, da ein einzelner kompromittierter Director Zugang zu den Netzwerken mehrerer Kunden bieten kann.

Wird CVE-2024-39717 in Ransomware-Angriffen verwendet?

Der KEV-Eintrag stuft den Ransomware-Status als Unknown ein. Die strategische Natur der Ziele (MSPs, ISPs) und die zentrale Rolle von Versa Director machen einen Einsatz in Ransomware-Kampagnen jedoch plausibel, da die Kompromittierung eines SD-WAN-Controllers als Sprungbrett für grossflächige Netzwerkangriffe dienen könnte.

CVSS-Score

7.2
HIGH(7.2)

EPSS-Score

EPSS-Score4.01%
EPSS-Perzentil89.7%

Daten

Veröffentlicht22. August 2024
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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