CVE-2024-20953
Oracle Agile Product Lifecycle Management (PLM) Deserialization Vulnerability
Beschreibung
CVE-2024-20953 ist eine schwerwiegende Sicherheitslücke (CVSS 8.8 HIGH) in Oracle Agile Product Lifecycle Management (PLM) Version 9.3.6. Die Schwachstelle befindet sich in der Export-Komponente und ermöglicht es einem niedrig privilegierten Angreifer, über HTTP-Netzwerkzugriff die vollständige Kontrolle über das Oracle Agile PLM-System zu übernehmen. Sie wurde in den CISA Known Exploited Vulnerabilities (KEV) Katalog aufgenommen. Mit einem EPSS-Score von 0.69038 (98.6. Perzentil) besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit aktiver Ausnutzung.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| oracle | agile product lifecycle management | 9.3.6 |
Referenzen
- https://www.oracle.com/security-alerts/cpujan2024.html(Vendor Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2024-20953(US Government Resource)
- https://www.zerodayinitiative.com/advisories/ZDI-24-096/(Third Party Advisory)
Schwachstellentyp
Nicht klassifizierte Schwachstelle
Für CVE-2024-20953 wurde kein spezifischer CWE-Typ zugewiesen. Basierend auf der Beschreibung handelt es sich um eine leicht ausnutzbare Schwachstelle in der Export-Komponente von Oracle Agile PLM, die einem Angreifer mit niedrigen Berechtigungen die vollständige Übernahme des Systems ermöglicht. Die Schwachstelle betrifft alle drei Sicherheitsziele: Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Die Ausnutzung erfolgt über Netzwerkzugriff via HTTP, was auf eine serverseitige Injection- oder Deserialisierungsschwachstelle hindeutet.
Auswirkungsanalyse
Oracle Agile PLM ist eine Enterprise-Lösung für das Produktlebenszyklusmanagement, die in Fertigungs-, Pharma- und Technologieunternehmen zum Einsatz kommt. Die Kompromittierung dieses Systems hat weitreichende geschäftliche Auswirkungen. Vertraulichkeit (C:H) — Ein Angreifer erhält Zugriff auf sämtliche im PLM-System gespeicherten Produktdaten, Konstruktionszeichnungen, Stücklisten, Qualitätsdokumente und Prozessinformationen. Integrität (I:H) — Die vollständige Kontrolle ermöglicht die Manipulation von Produktdaten, Änderungsanträgen und Freigabeprozessen, was zu fehlerhaften Produkten oder Compliance-Verstößen führen kann. Verfügbarkeit (A:H) — Das gesamte PLM-System kann lahmgelegt werden, was Produktentwicklungsprozesse und Lieferketten massiv stört. Der extrem hohe EPSS-Score von 69.04% (98.6. Perzentil) signalisiert eine außergewöhnlich hohe Wahrscheinlichkeit der Ausnutzung innerhalb der nächsten 30 Tage. Der Ransomware-Status ist als "Unknown" klassifiziert, jedoch macht die vollständige Systemübernahme das System zu einem attraktiven Ziel für Ransomware-Gruppen. Die Zero Day Initiative (ZDI) hat unter ZDI-24-096 ein Advisory veröffentlicht, was auf ein erhöhtes Interesse der Sicherheitsforschungsgemeinschaft hindeutet.
Exploit-Reifegrad
CVE-2024-20953 wurde in den CISA KEV-Katalog aufgenommen, was die aktive Ausnutzung in freier Wildbahn bestätigt. US-Bundesbehörden sind verpflichtet, die Behebung bis zum 17. März 2025 abzuschließen. Der EPSS-Score von 0.69038 ist außergewöhnlich hoch und platziert diese Schwachstelle im 98.6. Perzentil — das bedeutet, sie hat eine höhere Ausnutzungswahrscheinlichkeit als 98.6% aller bekannten Schwachstellen. Die niedrige Angriffskomplexität (AC:L) und die fehlende Notwendigkeit einer Benutzerinteraktion (UI:N) machen die Ausnutzung besonders einfach. Die Zero Day Initiative hat unter ZDI-24-096 ein Advisory veröffentlicht, was auf eine koordinierte Offenlegung und möglicherweise vorhandene Exploit-Details hindeutet. Ob die Schwachstelle aktiv in Ransomware-Kampagnen eingesetzt wird, ist derzeit nicht bestätigt.
Behebung
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Oracle Critical Patch Update anwenden — Installieren Sie umgehend den Oracle Critical Patch Update von Januar 2024, der den Fix für CVE-2024-20953 enthält. Das Update ist über die Oracle Security Alerts verfügbar.
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Betroffene Version identifizieren — Prüfen Sie, ob Ihre Oracle Agile PLM-Installation die betroffene Version 9.3.6 verwendet. Dokumentieren Sie alle Instanzen in Ihrer Umgebung, einschließlich Entwicklungs- und Testumgebungen.
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Netzwerkzugriff einschränken — Beschränken Sie den HTTP-Zugriff auf die Agile PLM Export-Komponente auf autorisierte Benutzer und vertrauenswürdige Netzwerkbereiche. Implementieren Sie Web Application Firewall (WAF)-Regeln, um verdächtige Export-Anfragen zu blockieren.
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Audit-Logs analysieren — Untersuchen Sie die Zugriffsprotokolle der Export-Komponente auf ungewöhnliche Aktivitäten, insbesondere von niedrig privilegierten Konten mit erhöhter Zugriffshäufigkeit oder ungewöhnlichen Zugriffsmustern.
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Notfallplan vorbereiten — Entwickeln Sie einen Incident-Response-Plan für den Fall einer Kompromittierung, einschließlich Backup-Verifikation, Isolierungsprozeduren und Kommunikationswegen.
Technische Details
Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H beschreibt eine Schwachstelle mit maximalen Auswirkungen auf alle drei Schutzziele. Angriffsvektor (AV:N) — Die Ausnutzung erfolgt remote über das Netzwerk via HTTP-Protokoll. Angriffskomplexität (AC:L) — Keine besonderen Vorbedingungen oder Techniken erforderlich; die Schwachstelle ist leicht ausnutzbar. Erforderliche Berechtigungen (PR:L) — Es wird lediglich ein niedrig privilegierter Account im Agile PLM-System benötigt. Benutzerinteraktion (UI:N) — Keine Benutzerinteraktion erforderlich, der Angriff kann vollständig automatisiert werden. Scope (S:U) — Die Auswirkungen bleiben auf das betroffene System beschränkt (Unchanged). Auswirkungen — Alle drei Schutzziele sind maximal betroffen: Vertraulichkeit (C:H), Integrität (I:H) und Verfügbarkeit (A:H), was einer vollständigen Systemübernahme entspricht. Der Angriff zielt auf die Export-Komponente von Oracle Agile PLM 9.3.6. Ein authentifizierter Benutzer mit minimalen Rechten kann über speziell präparierte HTTP-Anfragen an die Export-Funktionalität die vollständige Kontrolle über das PLM-System erlangen. Die Kombination aus niedrigen Einstiegsvoraussetzungen und maximalen Auswirkungen macht diese Schwachstelle besonders kritisch.
Häufig gestellte Fragen
Was ist CVE-2024-20953?
CVE-2024-20953 ist eine schwerwiegende Schwachstelle in Oracle Agile Product Lifecycle Management (PLM) Version 9.3.6. Sie ermöglicht es einem Angreifer mit niedrigen Berechtigungen, über die Export-Komponente die vollständige Kontrolle über das PLM-System zu übernehmen, einschließlich Zugriff auf alle Daten und die Möglichkeit, das System vollständig zu kompromittieren.
Welche Oracle Agile PLM-Versionen sind betroffen?
Die bestätigte betroffene Version ist Oracle Agile PLM 9.3.6. Oracle hat den Fix im Critical Patch Update von Januar 2024 veröffentlicht. Überprüfen Sie Ihre installierte Version und wenden Sie den Patch umgehend an.
Wie hoch ist das Risiko von CVE-2024-20953?
Das Risiko ist sehr hoch. Mit einem CVSS-Score von 8.8 (HIGH), der Aufnahme in den CISA KEV-Katalog und einem EPSS-Score von 69% gehört diese Schwachstelle zu den am wahrscheinlichsten ausgenutzten Vulnerabilitäten. Die leichte Ausnutzbarkeit ohne Benutzerinteraktion erhöht das Risiko zusätzlich.
Wird CVE-2024-20953 in Ransomware-Angriffen verwendet?
Der Ransomware-Status ist derzeit als "Unknown" klassifiziert. Allerdings ermöglicht die vollständige Systemübernahme grundsätzlich auch Ransomware-Angriffe. Angesichts der aktiven Ausnutzung und des hohen EPSS-Scores sollte die Behebung höchste Priorität haben.
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