CVE-2023-52163
Digiever DS-2105 Pro Missing Authorization Vulnerability
Beschreibung
CVE-2023-52163 ist eine schwerwiegende Command-Injection-Schwachstelle (CVSS 8.8 HIGH) in der Firmware des Digiever DS-2105 Pro Netzwerkvideorekorders (NVR). Die Schwachstelle befindet sich im CGI-Endpunkt time_tzsetup.cgi und ermöglicht einem authentifizierten Angreifer die Ausführung beliebiger Befehle auf dem Gerät. Sie wurde in den CISA Known Exploited Vulnerabilities (KEV) Katalog aufgenommen und wird aktiv von IoT-Botnets ausgenutzt. Der EPSS-Wert von 67,483 % (98,5. Perzentil) zeigt eine extrem hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Das betroffene Produkt wird vom Hersteller nicht mehr unterstützt.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| digiever | ds-2105 pro firmware | 3.1.0.71-11 |
| digiever | ds-2105 pro\+ firmware | 3.1.0.71-11 |
Referenzen
- https://www.akamai.com/blog/security-research/digiever-fix-that-iot-thing(Exploit, Third Party Advisory)
- https://www.txone.com/blog/digiever-fixes-sorely-needed/(Exploit, Third Party Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2023-52163(US Government Resource)
- https://www.fortinet.com/blog/threat-research/shadowv2-casts-a-shadow-over-iot-devices(Exploit, Third Party Advisory)
Schwachstellentyp
CWE-862: Missing Authorization
CWE-862 beschreibt Schwachstellen, bei denen eine Anwendung keine angemessene Autorisierungsprüfung durchführt, bevor sie eine sicherheitskritische Aktion ausführt. Im Fall von CVE-2023-52163 wird der CGI-Endpunkt time_tzsetup.cgi auf dem Digiever NVR nicht ausreichend gegen das Einschleusen von Betriebssystem-Befehlen geschützt. Obwohl die Schwachstelle als fehlende Autorisierung klassifiziert ist, liegt der praktische Angriff in einer Command Injection, bei der vom Benutzer übergebene Parameter direkt an Shell-Befehle weitergeleitet werden. Mehr erfahren
Auswirkungsanalyse
Die Auswirkungen von CVE-2023-52163 sind umfassend, da alle drei Sicherheitsdimensionen maximal betroffen sind (C:H/I:H/A:H). Vertraulichkeit: Angreifer erhalten durch die Befehlsausführung Zugriff auf alle auf dem NVR gespeicherten Daten, einschließlich Videoaufnahmen, Konfigurationen und Netzwerkinformationen. Integrität: Das Gerät kann vollständig kompromittiert werden -- Firmware, Konfigurationen und gespeicherte Daten können manipuliert werden. Verfügbarkeit: Der NVR kann außer Betrieb gesetzt oder als Teil eines Botnets missbraucht werden. Besonders kritisch ist, dass das Gerät vom Hersteller nicht mehr unterstützt wird, was bedeutet, dass kein offizieller Patch verfügbar ist. Die Schwachstelle wird aktiv von IoT-Botnets wie dem "Shadow"-Botnet ausgenutzt, die kompromittierte Geräte für DDoS-Angriffe und weitere Aktivitäten verwenden. Der EPSS-Wert von 67,483 % (98,5. Perzentil) bestätigt die massive Ausnutzung. Die Aufnahme in den KEV-Katalog mit Frist zum 12. Januar 2026 unterstreicht die Dringlichkeit. Der Ransomware-Status ist als "Unknown" klassifiziert.
Exploit-Reifegrad
Die Exploit-Reife für CVE-2023-52163 ist sehr hoch und wird durch mehrere Faktoren belegt. Die Schwachstelle ist im CISA KEV-Katalog mit Behebungsfrist bis zum 12. Januar 2026 gelistet. Der EPSS-Wert von 67,483 % (98,5. Perzentil) zeigt eine massive Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Mehrere Sicherheitsforschungsberichte dokumentieren die aktive Ausnutzung: Akamai hat die Schwachstelle im Kontext von IoT-Angriffen analysiert, TXOne Networks beschreibt die dringende Notwendigkeit von Patches, und Fortinet dokumentiert die Ausnutzung durch das ShadowV2-Botnet. Der Ransomware-Zusammenhang ist als "Unknown" eingestuft.
Behebung
- Gerät vom Netzwerk isolieren oder ersetzen -- Da der Digiever DS-2105 Pro nicht mehr vom Hersteller unterstützt wird und kein offizieller Patch verfügbar ist, sollte das Gerät durch ein aktuelles, unterstütztes Modell ersetzt werden. Bis zum Austausch muss das Gerät vom Internet und idealerweise vom Hauptnetzwerk isoliert werden.
- Netzwerksegmentierung implementieren -- Platzieren Sie alle IoT-Geräte, einschließlich Netzwerkvideorekorder, in einem dedizierten VLAN ohne direkten Internetzugang und mit eingeschränktem Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk.
- CGI-Endpunkte blockieren -- Falls das Gerät vorübergehend weiterbetrieben werden muss, blockieren Sie den Zugriff auf den Endpunkt time_tzsetup.cgi über eine vorgeschaltete Web Application Firewall oder Reverse-Proxy-Regeln.
- Netzwerk-Traffic überwachen -- Überwachen Sie den ausgehenden Netzwerkverkehr des NVR auf Anzeichen einer Botnet-Infektion, insbesondere auf ungewöhnliche DNS-Anfragen, Verbindungen zu bekannten C2-Servern und DDoS-typische Traffic-Muster.
- IoT-Inventar aktualisieren -- Erstellen Sie ein vollständiges Inventar aller IoT-Geräte in Ihrem Netzwerk und identifizieren Sie weitere Geräte, die das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben.
Technische Details
Der CVSS v3.1-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H ergibt einen Score von 8.8 (HIGH). Angriffsvektor (AV:N): Die Schwachstelle ist über das Netzwerk ausnutzbar, wobei die Web-Oberfläche des NVR als Eintrittspunkt dient. Angriffskomplexität (AC:L): Die Ausnutzung erfordert keine besonderen Voraussetzungen. Erforderliche Privilegien (PR:L): Ein authentifizierter Zugang zum NVR ist erforderlich, wobei viele dieser Geräte mit Standard-Zugangsdaten betrieben werden. Benutzerinteraktion (UI:N): Kein Benutzer muss mitwirken. Die Schwachstelle befindet sich im CGI-Skript time_tzsetup.cgi des Digiever DS-2105 Pro mit Firmware-Version 3.1.0.71-11. Benutzereingaben, die an dieses Skript übergeben werden, werden ohne ausreichende Bereinigung direkt an Shell-Befehle weitergeleitet, was eine klassische Command Injection darstellt. IoT-Botnets wie ShadowV2 nutzen diese Schwachstelle automatisiert aus, um die Geräte zu kompromittieren und in ihr Botnet einzugliedern. Die Kombination aus Standard-Zugangsdaten und der Command-Injection-Schwachstelle macht die Ausnutzung in der Praxis trivial.
Häufig gestellte Fragen
Was ist CVE-2023-52163?
CVE-2023-52163 ist eine Command-Injection-Schwachstelle im CGI-Endpunkt time_tzsetup.cgi des Digiever DS-2105 Pro Netzwerkvideorekorders. Sie ermöglicht authentifizierten Angreifern die Ausführung beliebiger Betriebssystem-Befehle auf dem Gerät.
Gibt es einen Patch für diese Schwachstelle?
Nein, der Digiever DS-2105 Pro wird vom Hersteller nicht mehr unterstützt (End of Life). Es wird kein offizieller Patch veröffentlicht. Das Gerät sollte ersetzt oder vom Netzwerk isoliert werden.
Warum wird ein NVR von Botnets angegriffen?
IoT-Geräte wie Netzwerkvideorekorder sind attraktive Ziele für Botnets, da sie oft mit Standard-Zugangsdaten betrieben werden, selten Sicherheitsupdates erhalten und rund um die Uhr am Netz sind. Kompromittierte NVRs werden für DDoS-Angriffe, Kryptomining und als Proxy-Server missbraucht.
Wie erkenne ich, ob mein Gerät kompromittiert wurde?
Achten Sie auf ungewöhnlich hohen Netzwerkverkehr, erhöhte CPU-Auslastung, Verbindungen zu unbekannten IP-Adressen und unerwartete Neustarts. Eine forensische Analyse des ausgehenden Netzwerkverkehrs kann Botnet-Kommunikation aufdecken.
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