CVE-2023-4762

HIGH(8.8)KEVErhöhtes Risiko

Google Chromium V8 Type Confusion Vulnerability

Beschreibung

CVE-2023-4762 ist eine Type-Confusion-Schwachstelle (CWE-843) in der V8-JavaScript-Engine von Google Chrome, die es einem entfernten Angreifer ermöglicht, über eine speziell präparierte HTML-Seite beliebigen Code auf dem System des Opfers auszuführen. Betroffen sind Google Chrome-Versionen vor 116.0.5845.179 sowie Microsoft Edge (Chromium-basiert) und Debian- und Fedora-Distributionen mit entsprechenden Paketversionen. Ein Angreifer kann durch das Öffnen einer manipulierten Webseite vollständigen Zugriff auf das System des Opfers erlangen, was zu vollständiger Kompromittierung von Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit führt. CVE-2023-4762 ist im CISA-KEV-Katalog gelistet, und der EPSS-Score von 54,8 % belegt eine erhebliche Ausnutzungswahrscheinlichkeit.

KEV-Informationen

Hersteller
Google
Produkt
Chromium V8
Hinzugefügt am
6. Februar 2024
Fälligkeitsdatum
27. Februar 2024
Erforderliche Maßnahme
Apply mitigations per vendor instructions or discontinue use of the product if mitigations are unavailable.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
NETWORK
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
NONE
Benutzerinteraktion
REQUIRED
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
2.8
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
googlechrome< 116.0.5845.179
debiandebian linux11.0; 12.0
fedoraprojectfedora37; 38; 39
microsoftedge chromium< 116.0.1938.76

Mehrere CVSS-Bewertungen

Quelle: [email protected](Primary)
8.8
HIGH

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H

Quelle: 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0(Secondary)
8.8
HIGH

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-843: Access of Resource Using Incompatible Type (Type Confusion)

CWE-843 beschreibt eine Schwachstelle, bei der auf eine Ressource mit einem Typ zugegriffen wird, der nicht mit dem tatsächlichen Typ dieser Ressource kompatibel ist. In der V8-JavaScript-Engine von Google Chrome führt eine Type Confusion dazu, dass Speicherbereiche mit falschen Typ-Annahmen verarbeitet werden, was Angreifern ermöglicht, Speicher korrumpiert und letztlich beliebigen Code im Kontext des Chrome-Renderer-Prozesses auszuführen.

Weitere Informationen: CWE-843 — Access of Resource Using Incompatible Type

Auswirkungsanalyse

CVE-2023-4762 ist über das Netzwerk aus der Ferne ausnutzbar und erfordert keine Authentifizierung (Privileges Required: None), jedoch eine Benutzerinteraktion – das Opfer muss eine speziell präparierte HTML-Seite im betroffenen Browser öffnen (User Interaction: Required). Angriffskomplexität (Niedrig): Die Schwachstelle ist ohne besondere technische Voraussetzungen ausnutzbar. Vertraulichkeit (Hoch): Durch erfolgreiche Code-Ausführung kann ein Angreifer vollständigen Zugriff auf browserspezifische Daten wie gespeicherte Passwörter, Sitzungstoken und Browsing-Verlauf erlangen. Integrität (Hoch): Beliebige Codeausführung ermöglicht die vollständige Manipulation des betroffenen Systems. Verfügbarkeit (Hoch): Der Angriff kann zu Systemabstürzen und vollständigem Kontrollverlust über den Browser und das Betriebssystem führen. Mit einem CVSS-Score von 8.8 (HIGH) und einem EPSS-Wert von 54,8 % sowie der KEV-Einstufung durch CISA besteht ein erhebliches und aktives Risiko.

Exploit-Reifegrad

CVE-2023-4762 ist im CISA Known Exploited Vulnerabilities (KEV)-Katalog gelistet, was die aktive Ausnutzung in realen Angriffen bestätigt. Eine direkte Verbindung zu Ransomware-Gruppen ist nach aktuellen Informationen nicht bekannt (KEV Ransomware: Unknown). Der EPSS-Score von 54,8 % (98. Perzentile) zeigt eine signifikante Ausnutzungswahrscheinlichkeit und deutet darauf hin, dass Exploit-Werkzeuge oder Proof-of-Concept-Code in der Bedrohungslandschaft vorhanden sind. Durch die weitverbreitete Nutzung von Chrome und Chromium-basierten Browsern sowie Microsoft Edge ist die potenzielle Angriffsfläche extrem groß, was diese Schwachstelle zu einem bevorzugten Ziel für Bedrohungsakteure macht.

Behebung

  1. Pflichtmaßnahme laut CISA KEV: Wenden Sie Patches gemäß den Herstelleranweisungen an oder stellen Sie die Nutzung des Produkts ein, wenn keine Abhilfemaßnahmen verfügbar sind (Frist: 27. Februar 2024).
  2. Google Chrome aktualisieren: Aktualisieren Sie Google Chrome auf Version 116.0.5845.179 oder höher über die integrierte Chrome-Updatefunktion (Menü > Hilfe > Google Chrome aktualisieren) oder über die Unternehmensrichtlinien.
  3. Microsoft Edge aktualisieren: Installieren Sie das entsprechende Sicherheitsupdate für Microsoft Edge (Chromium) über Windows Update oder Microsoft Edge-Updateverwaltung; prüfen Sie den Microsoft Security Response Center-Hinweis zu CVE-2023-4762.
  4. Debian und Fedora: Spielen Sie Sicherheitspakete über die offiziellen Paketquellen ein (apt-get update && apt-get upgrade chromium-browser für Debian; dnf update chromium für Fedora).
  5. Monitoring und Härtung: Aktivieren Sie automatische Browser-Updates in Unternehmensumgebungen über Gruppenrichtlinien und erwägen Sie den Einsatz von Browser-Isolation-Technologien, um das Risiko browserseitiger Schwachstellen dauerhaft zu reduzieren.

Technische Details

CVE-2023-4762 basiert auf einer Type-Confusion-Schwachstelle (CWE-843) in der V8-JavaScript-Engine, die in Google Chrome und anderen Chromium-basierten Browsern eingesetzt wird. V8 ist für die Kompilierung und Ausführung von JavaScript-Code zuständig; bei einer Type Confusion wird auf einen Speicherbereich mit einem Typ zugegriffen oder dieser verarbeitet, der nicht dem tatsächlichen Typ entspricht, was zu unkontrollierten Speicherzugriffen und schließlich zu Remote Code Execution führt. Der Angriff erfolgt über eine speziell konstruierte HTML-Seite (Attack Vector: Network, User Interaction: Required) ohne Authentifizierung (Privileges Required: None) und mit niedriger Angriffskomplexität (Attack Complexity: Low). Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H spiegelt das vollständige Kompromittierungspotenzial wider; die Schwachstelle wurde von Google als hochkritisch (Chromium Security Severity: High) eingestuft.

Häufig gestellte Fragen

Wird CVE-2023-4762 aktiv ausgenutzt?

Ja, CVE-2023-4762 wird aktiv ausgenutzt und ist im CISA Known Exploited Vulnerabilities (KEV)-Katalog gelistet. Eine direkte Verbindung zu Ransomware-Kampagnen ist nicht belegt. Der EPSS-Score von 54,8 % (98. Perzentile) zeigt eine erhebliche Ausnutzungswahrscheinlichkeit, und die KEV-Listung bestätigt reale Angriffe in der freien Wildbahn.

Welche Produkte sind von CVE-2023-4762 betroffen?

Betroffen sind Google Chrome-Versionen vor 116.0.5845.179, Microsoft Edge (Chromium-basiert) sowie Debian Linux und Fedora mit entsprechenden Chromium-Paketversionen. Durch die weitverbreitete Nutzung von Chrome und Chromium-basierten Browsern ist die potenzielle Angriffsfläche sehr groß.

Wie behebe ich CVE-2023-4762?

Aktualisieren Sie Google Chrome auf Version 116.0.5845.179 oder höher und Microsoft Edge auf die entsprechende gepatchte Version. Debian- und Fedora-Nutzer sollten Sicherheitsupdates über die offiziellen Paketquellen einspielen. Die CISA-Behebungsfrist war der 27. Februar 2024. Aktivieren Sie automatische Browser-Updates, um zukünftige Patches schnell einzuspielen.

Wie schwerwiegend ist CVE-2023-4762?

CVE-2023-4762 wird mit einem CVSS-Score von 8.8 (HIGH) bewertet. Angesichts der aktiven Ausnutzung, des EPSS-Werts von 54,8 % (98. Perzentile) und der KEV-Listung durch CISA ist das Risiko als hoch einzustufen. Die Möglichkeit zur Remote Code Execution über eine präparierte Webseite macht diese Schwachstelle besonders gefährlich für Endbenutzer und Unternehmensumgebungen.

CVSS-Score

8.8
HIGH(8.8)

EPSS-Score

EPSS-Score39.93%
EPSS-Perzentil98.5%

Daten

Veröffentlicht5. September 2023
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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