CVE-2023-36563
Microsoft WordPad Information Disclosure Vulnerability
Beschreibung
CVE-2023-36563 ist eine Schwachstelle in Microsoft WordPad, die zur Offenlegung vertraulicher Informationen führen kann. Die Sicherheitslücke basiert auf unzureichender Eingabevalidierung (CWE-20) und ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, über das Netzwerk vertrauliche Daten auszulesen, sofern ein Benutzer eine speziell präparierte Datei öffnet. Die Schwachstelle betrifft zahlreiche Microsoft Windows-Versionen, darunter Windows 10, Windows 11 und Windows Server 2008 bis 2022. Die CISA hat CVE-2023-36563 in den KEV-Katalog aufgenommen, was auf aktive Ausnutzung hinweist. Mit einem CVSS-Score von 6.5 (MEDIUM) und einem EPSS-Score von 2,5 % stellt diese Information-Disclosure-Schwachstelle ein relevantes Sicherheitsrisiko dar.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:N/A:NIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| microsoft | windows 10 1507 | < 10.0.10240.20232 |
| microsoft | windows 10 1607 | < 10.0.14393.6351 |
| microsoft | windows 10 1809 | < 10.0.17763.4974 |
| microsoft | windows 10 21h2 | < 10.0.19041.3570 |
| microsoft | windows 10 22h2 | < 10.0.19045.3570 |
| microsoft | windows 11 21h2 | < 10.0.22000.2538 |
| microsoft | windows 11 22h2 | < 10.0.22621.2428 |
| microsoft | windows server 2008 | -; r2 |
| microsoft | windows server 2012 | -; r2 |
| microsoft | windows server 2016 | < 10.0.14393.6351 |
| microsoft | windows server 2019 | < 10.0.17763.4974 |
| microsoft | windows server 2022 | < 10.0.20348.2031 |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:N/A:N
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:N/A:N
Referenzen
- https://msrc.microsoft.com/update-guide/vulnerability/CVE-2023-36563(Patch, Vendor Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2023-36563(US Government Resource)
Schwachstellentyp
CWE-20: Improper Input Validation
Bei CWE-20 handelt es sich um eine Schwachstelle, bei der ein Programm Eingabedaten nicht ausreichend validiert, bevor es sie verarbeitet. Im Fall von Microsoft WordPad führt die unzureichende Eingabevalidierung dazu, dass speziell präparierte Dateien vertrauliche Informationen des Systems offenlegen können. Ein Angreifer kann durch die fehlende Validierung die Verarbeitung von Eingabedaten manipulieren und so Zugriff auf sensible Informationen erlangen.
Mehr erfahren: CWE-20 — Improper Input Validation
Auswirkungsanalyse
CVE-2023-36563 ist über das Netzwerk ausnutzbar, beispielsweise durch das Versenden einer manipulierten Datei per E-Mail oder über einen Weblink. Die Angriffskomplexität ist gering, was bedeutet, dass keine besonderen technischen Bedingungen für die Ausnutzung erforderlich sind. Es wird keine Authentifizierung benötigt, jedoch ist Benutzerinteraktion erforderlich — das Opfer muss die schädliche Datei in WordPad öffnen. Die Auswirkung auf die Vertraulichkeit ist hoch: Ein Angreifer kann sensible Informationen vom betroffenen System auslesen. Integrität und Verfügbarkeit sind nicht betroffen, da der Angreifer keine Daten verändern oder den Dienst stören kann. Mit einem CVSS-Score von 6.5 (MEDIUM) und einem EPSS-Score von 2,5 % (85,0. Perzentil) besteht eine moderate, aber nicht zu unterschätzende Wahrscheinlichkeit der Ausnutzung — insbesondere angesichts der breiten Installationsbasis von Windows und WordPad.
Exploit-Reifegrad
Die CISA hat die aktive Ausnutzung von CVE-2023-36563 bestätigt und die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 31. Oktober 2023. Der EPSS-Score von 2,5 % (85,0. Perzentil) zeigt, dass die Ausnutzung möglich ist, aber nicht weit verbreitet stattfindet. In den vorliegenden Referenzen sind keine direkten öffentlichen Exploit-Codes verzeichnet, jedoch stellt Microsoft über das MSRC Update Guide einen Patch bereit, was die Bestätigung der aktiven Ausnutzung unterstreicht.
Behebung
- Sicherheitsupdate von Microsoft installieren: Den von Microsoft über das MSRC Update Guide bereitgestellten Patch für die betroffenen Windows-Versionen anwenden oder die Nutzung von WordPad einstellen, falls keine Mitigationsmaßnahmen verfügbar sind.
- WordPad-Nutzung einschränken oder deaktivieren: Da Microsoft WordPad als optionale Windows-Funktion einstuft und langfristig durch modernere Anwendungen ersetzen möchte, sollte die Deaktivierung oder Deinstallation von WordPad auf Unternehmensgeräten in Betracht gezogen werden, um die Angriffsfläche zu reduzieren.
- Dateityp-Filterung am E-Mail-Gateway und Web-Proxy: Eingehende Dateien, die mit WordPad geöffnet werden könnten (z.B. .rtf, .doc), aus nicht vertrauenswürdigen Quellen blockieren oder in einer Sandbox analysieren lassen.
- Benutzer sensibilisieren: Mitarbeiter über die Risiken des Öffnens von Dateien aus unbekannten Quellen informieren und auf die Nutzung sicherer Alternativen wie Microsoft Word hinweisen, die einen besseren Schutz vor dieser Art von Schwachstellen bieten.
- Systemprotokolle überwachen: Endpunktsicherheitslösungen auf verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit WordPad-Prozessen überwachen, insbesondere auf ungewöhnliche ausgehende Netzwerkverbindungen oder Dateizugriffsmuster, die auf eine Informationsoffenlegung hindeuten.
Technische Details
CVE-2023-36563 ist eine Information-Disclosure-Schwachstelle in Microsoft WordPad, die auf unzureichender Eingabevalidierung (CWE-20) basiert. Der CVSS-Vektor (CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:N/A:N) zeigt, dass die Ausnutzung netzwerkbasiert ist und eine geringe Angriffskomplexität aufweist, jedoch Benutzerinteraktion in Form des Öffnens einer manipulierten Datei erfordert. Wenn ein Benutzer die speziell präparierte Datei in WordPad öffnet, umgeht die fehlende Eingabevalidierung die vorgesehenen Sicherheitsmechanismen und ermöglicht es dem Angreifer, vertrauliche Informationen vom System auszulesen. Der Scope "Unchanged" zeigt an, dass die Auswirkungen auf die WordPad-Komponente beschränkt bleiben, wobei die hohe Vertraulichkeitsauswirkung darauf hindeutet, dass sensible Systemdaten wie NTLM-Hashes oder andere Authentifizierungsinformationen offengelegt werden können.
Häufig gestellte Fragen
Wird CVE-2023-36563 aktiv ausgenutzt?
Ja, die CISA hat CVE-2023-36563 in den KEV-Katalog aufgenommen und eine Behebungsfrist bis zum 31. Oktober 2023 festgelegt. Der EPSS-Score von 2,5 % (85,0. Perzentil) zeigt eine moderate Wahrscheinlichkeit aktiver Ausnutzung. Der Ransomware-Status ist als "Unknown" eingestuft.
Welche Produkte sind von CVE-2023-36563 betroffen?
CVE-2023-36563 betrifft Microsoft WordPad auf zahlreichen Windows-Versionen, darunter Windows 10 (Versionen 1507, 1607, 1809, 21H2, 22H2), Windows 11 (Versionen 21H2, 22H2) sowie Windows Server 2008, 2012, 2016, 2019 und 2022.
Wie behebe ich CVE-2023-36563?
Die wichtigste Maßnahme ist die Installation des Microsoft-Sicherheitsupdates über das MSRC Update Guide für alle betroffenen Windows-Systeme. Alternativ kann WordPad deaktiviert oder deinstalliert werden, um die Angriffsfläche zu eliminieren. Zusätzlich sollten Dateitypen wie .rtf und .doc aus nicht vertrauenswürdigen Quellen am E-Mail-Gateway gefiltert werden.
Wie schwerwiegend ist CVE-2023-36563?
Mit einem CVSS-Score von 6.5 ist CVE-2023-36563 als MEDIUM eingestuft. Die Schwachstelle ermöglicht die Offenlegung vertraulicher Informationen, hat jedoch keine Auswirkungen auf Integrität oder Verfügbarkeit. Trotz der moderaten Einstufung bestätigt die Aufnahme in den KEV-Katalog die aktive Ausnutzung, und die breite Installationsbasis von Windows macht diese Schwachstelle zu einer ernstzunehmenden Bedrohung.
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