CVE-2023-28434

HIGH(8.8)KEV

MinIO Security Feature Bypass Vulnerability

Beschreibung

CVE-2023-28434 ist eine Schwachstelle vom Typ unsachgemäße Berechtigungsverwaltung (Improper Privilege Management) im Multi-Cloud Object Storage Framework MinIO. Vor der Version RELEASE.2023-03-20T20-16-18Z kann ein Angreifer die Prüfung von Metadaten-Bucket-Namen umgehen und über manipulierte Anfragen an die PostPolicyBucket-Funktion Objekte in beliebige Buckets schreiben. Für die Ausnutzung von CVE-2023-28434 benötigt der Angreifer Zugangsdaten mit der Berechtigung arn:aws:s3:::* sowie aktivierten Console-API-Zugang. Die CISA hat diese Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen und bestätigt damit die aktive Ausnutzung. Mit einem CVSS-Score von 8.8 (HIGH) und einem EPSS-Score von 39 % (97,2. Perzentil) stellt diese Sicherheitslücke ein erhebliches Risiko für MinIO-Installationen dar.

KEV-Informationen

Hersteller
MinIO
Produkt
MinIO
Hinzugefügt am
19. September 2023
Fälligkeitsdatum
10. Oktober 2023
Erforderliche Maßnahme
Apply mitigations per vendor instructions or discontinue use of the product if mitigations are unavailable.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
NETWORK
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
LOW
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
2.8
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
miniominio< 2023-03-20t20-16-18z

Mehrere CVSS-Bewertungen

Quelle: [email protected](Secondary)
8.8
HIGH

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H

Quelle: [email protected](Primary)
8.8
HIGH

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-269: Improper Privilege Management

Bei CVE-2023-28434 ermöglicht eine unsachgemäße Berechtigungsverwaltung in MinIO, dass ein authentifizierter Benutzer die vorgesehenen Zugriffsbeschränkungen auf Bucket-Ebene umgehen kann. Obwohl der Angreifer über gültige Zugangsdaten verfügen muss, kann er durch manipulierte Anfragen an die PostPolicyBucket-Funktion auf Buckets zugreifen, für die keine explizite Berechtigung besteht.

Mehr erfahren: CWE-269 — Improper Privilege Management

Auswirkungsanalyse

CVE-2023-28434 ist über das Netzwerk ohne physischen Zugang ausnutzbar, die Angriffskomplexität ist gering und es ist keine Benutzerinteraktion erforderlich. Der Angreifer benötigt lediglich geringe Berechtigungen in Form von gültigen MinIO-Zugangsdaten mit arn:aws:s3:::*-Berechtigung sowie aktiviertem Console-API-Zugang. Vertraulichkeit (Hoch): Durch das unbefugte Schreiben in beliebige Buckets kann der Angreifer auf vertrauliche Daten zugreifen oder vorhandene Daten überschreiben, was zur Offenlegung sensibler Informationen führen kann. Integrität (Hoch): Die Möglichkeit, Objekte in beliebige Buckets zu schreiben, gefährdet die Datenintegrität der gesamten MinIO-Installation und kann zur Einschleusung schädlicher Inhalte genutzt werden. Verfügbarkeit (Hoch): Durch das Überschreiben kritischer Daten oder das Füllen von Buckets kann die Verfügbarkeit des Storage-Dienstes beeinträchtigt werden. Mit einem CVSS-Score von 8.8 (HIGH) und einem EPSS-Score von 39 %, der auf eine sehr hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit hindeutet, ist sofortiges Handeln erforderlich.

Exploit-Reifegrad

Öffentlicher Exploit-Code ist verfügbar für CVE-2023-28434 über den MinIO GitHub Pull Request #16849, der als Exploit und Issue Tracking gekennzeichnet ist. Die CISA hat die Schwachstelle in ihren KEV-Katalog aufgenommen und bestätigt damit die aktive Ausnutzung in freier Wildbahn, mit einer Behebungsfrist bis zum 10. Oktober 2023. Der EPSS-Score von 39 % (97,2. Perzentil) ist außergewöhnlich hoch und platziert CVE-2023-28434 unter den am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen. Ein Zusammenhang mit Ransomware ist derzeit nicht bekannt, jedoch unterstreicht die Kombination aus öffentlichem Exploit-Code, bestätigter aktiver Ausnutzung und hohem EPSS-Score die Dringlichkeit einer sofortigen Behebung.

Behebung

  1. Sofortige Aktualisierung gemäß CISA-Anweisung: Sicherheitsupdates des Herstellers umgehend anwenden oder das Produkt außer Betrieb nehmen. Die CISA-Frist war der 10. Oktober 2023.
  2. MinIO auf die gepatchte Version aktualisieren: MinIO auf Version RELEASE.2023-03-20T20-16-18Z oder höher aktualisieren. Der entsprechende Fix ist im Commit 67f4ba1 dokumentiert und über das GitHub Security Advisory GHSA-2pxw-r47w-4p8c beschrieben.
  3. Zwischenzeitliche Absicherung: Als Workaround den Browser-API-Zugang aktivieren und die Umgebungsvariable MINIO_BROWSER=off setzen, um den Console-API-Zugang zu deaktivieren. Zusätzlich die Zugangsdaten mit arn:aws:s3:::*-Berechtigung auf das absolute Minimum beschränken.
  4. Zugriffsprotokollierung und Monitoring verstärken: MinIO-Audit-Logs auf ungewöhnliche PostPolicyBucket-Anfragen überprüfen, insbesondere auf Schreibvorgänge in nicht autorisierte Buckets. Netzwerk-Monitoring auf verdmächtige API-Aufrufe gegen den MinIO-Dienst einrichten.
  5. Berechtigungskonzept überarbeiten: Die Vergabe von Wildcard-Berechtigungen (arn:aws:s3:::*) minimieren und stattdessen granulare, Bucket-spezifische Berechtigungen verwenden. Netzwerkzugang zum MinIO-Dienst auf autorisierte Clients und Netzwerke beschränken.

Technische Details

CVE-2023-28434 ist eine Schwachstelle vom Typ CWE-269 (Improper Privilege Management) im MinIO Multi-Cloud Object Storage Framework. Die Schwachstelle befindet sich in der PostPolicyBucket-Funktion, die für die richtlinienbasierte Objekterstellung über HTTP POST verwendet wird. Ein Angreifer kann durch speziell manipulierte Anfragen die Metadaten-Prüfung des Bucket-Namens umgehen und so Objekte in beliebige Buckets schreiben, auf die er eigentlich keinen Zugriff haben sollte. Gemäß dem CVSS-Vektor (AV:N/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H) erfolgt der Angriff über das Netzwerk mit geringer Komplexität, erfordert jedoch eine Authentifizierung mit Zugangsdaten, die die Berechtigung arn:aws:s3:::* und aktivierten Console-API-Zugang besitzen. Der Scope bleibt unverändert (S:U), jedoch sind Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit jeweils vollständig betroffen, da der Angreifer effektiv uneingeschränkten Schreibzugriff auf das gesamte Storage-System erhält.

Häufig gestellte Fragen

Wird CVE-2023-28434 aktiv ausgenutzt?

Ja, CVE-2023-28434 wird aktiv ausgenutzt. Die CISA hat die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen und öffentlicher Exploit-Code ist über den MinIO GitHub Pull Request #16849 verfügbar. Der EPSS-Score von 39 % (97,2. Perzentil) bestätigt die hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Ein Zusammenhang mit Ransomware ist derzeit nicht bekannt.

Welche Produkte sind von CVE-2023-28434 betroffen?

Betroffen ist MinIO in allen Versionen vor RELEASE.2023-03-20T20-16-18Z. Die Schwachstelle erfordert Zugangsdaten mit arn:aws:s3:::*-Berechtigung sowie aktivierten Console-API-Zugang, um ausgenutzt werden zu können.

Wie behebe ich CVE-2023-28434?

Aktualisieren Sie MinIO auf Version RELEASE.2023-03-20T20-16-18Z oder höher. Als Workaround können Sie den Console-API-Zugang durch Setzen der Umgebungsvariable MINIO_BROWSER=off deaktivieren. Zusätzlich sollten Wildcard-Berechtigungen minimiert und granulare Bucket-Berechtigungen verwendet werden.

Wie schwerwiegend ist CVE-2023-28434?

CVE-2023-28434 hat einen CVSS-Score von 8.8 (HIGH) nach CVSS v3.1. Der außergewöhnlich hohe EPSS-Score von 39 % (97,2. Perzentil) platziert diese Schwachstelle unter den am häufigsten ausgenutzten Sicherheitslücken. In Kombination mit dem verfügbaren Exploit-Code und der bestätigten aktiven Ausnutzung ist sofortiges Patchen zwingend erforderlich.

CVSS-Score

8.8
HIGH(8.8)

EPSS-Score

EPSS-Score6.68%
EPSS-Perzentil93.3%

Daten

Veröffentlicht22. März 2023
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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