CVE-2023-23376

HIGH(7.8)KEVRansomwareErhöhtes Risiko

Microsoft Windows Common Log File System (CLFS) Driver Privilege Escalation Vulnerability

Beschreibung

CVE-2023-23376 ist eine Heap-basierte Pufferüberlauf-Schwachstelle im Windows Common Log File System (CLFS) Treiber von Microsoft. Durch Ausnutzung dieser Sicherheitslücke kann ein lokaler Angreifer mit eingeschränkten Rechten eine Rechteausweitung (Elevation of Privilege) erlangen und so SYSTEM-Privilegien auf dem betroffenen System übernehmen. Die Schwachstelle betrifft nahezu alle unterstützten Windows-Versionen, einschließlich Windows 10, Windows 11 und Windows Server 2008 bis 2022. CVE-2023-23376 wurde von der CISA in den KEV-Katalog aufgenommen, da sie aktiv ausgenutzt wird, und ist zudem im Zusammenhang mit Ransomware-Angriffen bekannt. Mit einem EPSS-Score von 21,1 % besteht eine signifikante Wahrscheinlichkeit weiterer Exploitation.

KEV-Informationen

Hersteller
Microsoft
Produkt
Windows
Hinzugefügt am
14. Februar 2023
Fälligkeitsdatum
7. März 2023
Erforderliche Maßnahme
Apply updates per vendor instructions.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
LOCAL
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
LOW
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
1.8
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
microsoftwindows 10 1507< 10.0.10240.19747
microsoftwindows 10 1607< 10.0.14393.5717
microsoftwindows 10 1809< 10.0.17763.4010
microsoftwindows 10 20h2< 10.0.19042.2604
microsoftwindows 10 21h2< 10.0.19044.2604
microsoftwindows 10 22h2< 10.0.19045.2604
microsoftwindows 11 21h2< 10.0.22000.1574
microsoftwindows 11 22h2< 10.0.22621.1265
microsoftwindows server 2008-; r2
microsoftwindows server 2012-; r2
microsoftwindows server 2016< 10.0.14393.5717
microsoftwindows server 2019< 10.0.17763.4010
microsoftwindows server 2022< 10.0.20348.1540

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-122: Heap-based Buffer Overflow

Bei CVE-2023-23376 liegt ein Heap-basierter Pufferüberlauf im CLFS-Treiber vor, bei dem Daten über die Grenzen eines auf dem Heap allokierten Puffers hinaus geschrieben werden. Dies ermöglicht es einem Angreifer, den Speicher zu korrumpieren und beliebigen Code mit erhöhten Rechten auszuführen.

Mehr erfahren: CWE-122 — Heap-based Buffer Overflow

CWE-787: Out-of-bounds Write

Die Schwachstelle manifestiert sich zusätzlich als Out-of-bounds Write, bei dem der CLFS-Treiber Daten außerhalb des vorgesehenen Speicherbereichs schreibt. Im Kontext von Windows ermöglicht dies die Manipulation kritischer Kernel-Datenstrukturen.

Mehr erfahren: CWE-787 — Out-of-bounds Write

Auswirkungsanalyse

CVE-2023-23376 erhält mit einem CVSS-Score von 7.8 die Bewertung HIGH und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Die Schwachstelle erfordert zwar lokalen Zugriff auf das System, ist jedoch mit geringer Angriffskomplexität (Attack Complexity: Low) leicht auszunutzen und benötigt lediglich niedrige Berechtigungen (Privileges Required: Low) ohne jegliche Benutzerinteraktion. Vertraulichkeit (High): Ein erfolgreicher Angriff ermöglicht den vollständigen Zugriff auf vertrauliche Systemdaten, da der Angreifer SYSTEM-Privilegien erlangt. Integrität (High): Mit SYSTEM-Rechten kann der Angreifer beliebige Dateien und Systemkonfigurationen verändern. Verfügbarkeit (High): Das System kann vollständig kompromittiert oder zum Absturz gebracht werden. Besonders besorgniserregend ist die bestätigte Nutzung in Ransomware-Kampagnen, was das Risiko für Unternehmen erheblich erhöht.

Exploit-Reifegrad

CVE-2023-23376 wird aktiv in freier Wildbahn ausgenutzt, wie die Aufnahme in den CISA KEV-Katalog durch Microsoft bestätigt. Die Schwachstelle ist zudem im Zusammenhang mit Ransomware-Angriffen bekannt, was die Dringlichkeit einer sofortigen Behebung unterstreicht. Der EPSS-Score von 21,1 % (95. Perzentil) deutet auf eine überdurchschnittlich hohe Wahrscheinlichkeit aktiver Exploitation hin. In den verfügbaren Referenzen sind keine öffentlichen Exploit-Codes oder Proof-of-Concepts direkt verlinkt, dennoch ist aufgrund der aktiven Ausnutzung von einem ausgereiften Exploit-Ökosystem auszugehen.

Behebung

  1. Sicherheitsupdates umgehend installieren: Gemäß der CISA-KEV-Empfehlung müssen Maßnahmen gemäß den Herstelleranweisungen angewendet oder das Produkt außer Betrieb genommen werden. Microsoft stellt über das Security Update Guide Patches für alle betroffenen Versionen bereit, darunter Windows 10 (1507 bis 22H2), Windows 11 (21H2 und 22H2) sowie Windows Server 2008 bis 2022.
  2. Betroffene Systeme priorisieren: Alle Windows-Server und -Workstations, insbesondere Windows Server 2008, 2012, 2016, 2019 und 2022, sollten vorrangig gepatcht werden, da Kernel-Schwachstellen besonders kritisch auf Servern sind.
  3. Zwischenmaßnahmen umsetzen: Bis zur Patch-Installation sollte der lokale Zugriff auf betroffene Systeme eingeschränkt werden. Implementieren Sie das Prinzip der geringsten Berechtigung, um die Anzahl der Benutzer mit lokalem Zugang zu minimieren.
  4. Monitoring und Erkennung verstärken: Überwachen Sie Windows-Ereignisprotokolle auf verdächtige CLFS-Treiberaktivitäten und ungewöhnliche Prozess-Eskalationen. Prüfen Sie Systeme auf Indicators of Compromise (IOCs) im Zusammenhang mit bekannten Ransomware-Kampagnen.
  5. Langfristige Härtung: Aktivieren Sie Windows Credential Guard und andere Kernel-Schutzmechanismen. Setzen Sie Anwendungssteuerungsrichtlinien (z. B. Windows Defender Application Control) ein, um die Ausführung nicht autorisierter Software zu verhindern.

Technische Details

Die Schwachstelle CVE-2023-23376 basiert auf einem Heap-basierten Pufferüberlauf (CWE-122) bzw. einem Out-of-bounds Write (CWE-787) im Windows Common Log File System (CLFS) Treiber. Der CLFS-Treiber verarbeitet Protokolldateien auf Kernel-Ebene, und ein fehlerhaft validierter Eingabewert ermöglicht das Schreiben über die Grenzen eines Heap-Puffers hinaus. Gemäß dem CVSS-Vektor (CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H) benötigt ein Angreifer lokalen Zugriff mit niedrigen Berechtigungen, kann die Schwachstelle jedoch ohne besondere Vorbedingungen oder Benutzerinteraktion ausnutzen. Durch die Korruption von Kernel-Speicherstrukturen im Heap kann der Angreifer die Codeausführung in den Kernel-Kontext umleiten und so SYSTEM-Privilegien erlangen. Beide CWE-Klassifizierungen beschreiben komplementäre Aspekte desselben Fehlers: CWE-122 adressiert den spezifischen Heap-Überlauf, während CWE-787 die generelle Out-of-bounds-Schreiboperation beschreibt.

Häufig gestellte Fragen

Wird CVE-2023-23376 aktiv ausgenutzt?

Ja, CVE-2023-23376 wird aktiv ausgenutzt. Die CISA hat die Schwachstelle in ihren Known Exploited Vulnerabilities (KEV) Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 7. März 2023. Darüber hinaus ist die Schwachstelle im Zusammenhang mit Ransomware-Angriffen bekannt, was die Dringlichkeit einer sofortigen Behebung zusätzlich erhöht.

Welche Produkte sind von CVE-2023-23376 betroffen?

CVE-2023-23376 betrifft nahezu alle aktuell unterstützten Microsoft Windows-Versionen. Dazu gehören Windows 10 (Versionen 1507, 1607, 1809, 20H2, 21H2, 22H2), Windows 11 (21H2, 22H2) sowie Windows Server 2008, 2012, 2016, 2019 und 2022.

Wie behebe ich CVE-2023-23376?

Installieren Sie umgehend die von Microsoft bereitgestellten Sicherheitsupdates über das Microsoft Security Update Guide. Priorisieren Sie Server-Systeme und schränken Sie bis zur Patch-Installation den lokalen Zugriff auf betroffene Systeme ein. Detaillierte Maßnahmen finden Sie im Abschnitt Behebung.

Wie schwerwiegend ist CVE-2023-23376?

Mit einem CVSS-Score von 7.8 (HIGH) ist CVE-2023-23376 eine schwerwiegende Sicherheitslücke. Der EPSS-Score von 21,1 % (95. Perzentil) zeigt, dass die Schwachstelle deutlich häufiger ausgenutzt wird als die meisten anderen bekannten Schwachstellen. Die Kombination aus aktiver Ausnutzung und Ransomware-Verbindung macht eine sofortige Behebung zwingend erforderlich.

CVSS-Score

7.8
HIGH(7.8)

EPSS-Score

EPSS-Score10.85%
EPSS-Perzentil95.5%

Daten

Veröffentlicht14. Februar 2023
Zuletzt geändert19. August 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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