CVE-2023-0386

HIGH(7.8)KEV

Linux Kernel Improper Ownership Management Vulnerability

Beschreibung

CVE-2023-0386 ist eine Privilegieneskalations-Schwachstelle im Linux-Kernel, die das OverlayFS-Subsystem betrifft. Ein lokaler Benutzer mit niedrigen Privilegien kann durch einen Fehler im UID-Mapping beim Kopieren von Dateien mit gesetztem setuid-Bit von einem nosuid-Mount in einen anderen Mount seine Rechte auf dem System eskalieren. Die Schwachstelle wird mit einem CVSS v3.1-Score von 7.8 (HIGH) bewertet und betrifft mehrere Kernel-Versionen sowie gaengige Linux-Distributionen.

Die CISA hat CVE-2023-0386 in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 8. Juli 2025. Der EPSS-Score von 61.56 % (98. Perzentil) zeigt eine sehr hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Da der Linux-Kernel in nahezu allen Serverumgebungen und Cloud-Infrastrukturen eingesetzt wird, ist die potenzielle Angriffsflaeche enorm.

KEV-Informationen

Hersteller
Linux
Produkt
Kernel
Hinzugefügt am
17. Juni 2025
Fälligkeitsdatum
8. Juli 2025
Erforderliche Maßnahme
Apply mitigations per vendor instructions, follow applicable BOD 22-01 guidance for cloud services, or discontinue use of the product if mitigations are unavailable.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
LOCAL
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
LOW
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
1.8
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
debiandebian linux10.0
netapph300s firmware-
netapph500s firmware-
netapph700s firmware-
netapph410s firmware-
netapph410c firmware-
canonicalubuntu linux18.04; 20.04; 22.04
linuxlinux kernel>= 5.11, < 5.15.91; >= 5.16, < 6.1.9; 6.2

Mehrere CVSS-Bewertungen

Quelle: [email protected](Primary)
7.8
HIGH

CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H

Quelle: 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0(Secondary)
7.8
HIGH

CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-282: Unsachgemaesse Eigentumsverwaltung

CVE-2023-0386 basiert auf CWE-282 (Unsachgemaesse Eigentumsverwaltung), einer Schwachstellenklasse, bei der die Eigentuemerschaft von Ressourcen nicht korrekt verwaltet oder verifiziert wird. Im Linux-Kernel-OverlayFS wird beim Kopieren einer Datei mit Capabilities von einem nosuid-Mount die UID-Zuordnung nicht ordnungsgemaess geprueft, sodass ein unprivilegierter Benutzer eine Datei mit setuid-Bit und Root-Rechten erstellen kann.

Weitere Informationen: CWE-282 -- Unsachgemaesse Eigentumsverwaltung

Auswirkungsanalyse

Die Auswirkungen von CVE-2023-0386 sind durch die vollstaendige lokale Privilegieneskalation besonders schwerwiegend. Der CVSS-Vektor zeigt einen lokalen Angriffsvektor (AV:L) mit niedriger Komplexitaet (AC:L) und niedrigen erforderlichen Privilegien (PR:L). Alle drei Impact-Metriken -- Vertraulichkeit, Integritaet und Verfuegbarkeit -- sind auf High gesetzt. Ein erfolgreicher Angriff ermoeglicht einem lokalen Benutzer die Eskalation zu Root-Rechten, was die vollstaendige Kontrolle ueber das System bedeutet. In Multi-Tenant-Umgebungen, Containerisierungsplattformen und Cloud-Instanzen ist diese Schwachstelle besonders kritisch, da ein kompromittierter Benutzer oder Container-Prozess die Isolation durchbrechen kann. Der EPSS-Score von 61.56 % (98. Perzentil) signalisiert eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit aktiver Ausnutzung.

Exploit-Reifegrad

CVE-2023-0386 weist eine hohe Exploit-Reife auf. Die CISA hat die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen und bestaetigt damit die aktive Ausnutzung in freier Wildbahn, mit einer Behebungsfrist bis zum 8. Juli 2025. Der EPSS-Score von 61.56 % (98. Perzentil) platziert diese Schwachstelle unter den am staerksten ausgenutzten Schwachstellen weltweit. Die Schwachstelle wurde in mehreren Sicherheitsadvisories von Debian, Ubuntu und NetApp dokumentiert, und Kernel-Patches sind ueber das offizielle Git-Repository verfuegbar. Die relativ einfache Ausnutzbarkeit -- ein lokaler Benutzer mit niedrigen Privilegien genuegt -- macht diese Schwachstelle zu einem attraktiven Ziel fuer Post-Exploitation und laterale Bewegung in kompromittierten Netzwerken.

Behebung

  1. Kernel-Update installieren: Aktualisieren Sie den Linux-Kernel auf eine gepatchte Version. Betroffene Versionen umfassen Kernel 5.11 bis vor 5.15.91, 5.16 bis vor 6.1.9 sowie Version 6.2. Der Fix ist im offiziellen Kernel-Commit 4f11ada10d0a enthalten.

  2. Distributionsspezifische Patches anwenden: Fuer Debian 10 steht DSA-5402 bereit, fuer Ubuntu 18.04/20.04/22.04 sind Kernel-Live-Patches ueber LSN-0095-1 verfuegbar. Pruefen Sie die jeweiligen Distributionsadvisories fuer Ihre Linux-Version.

  3. OverlayFS-Nutzung einschraenken: Als temporaere Massnahme koennen Sie die Verwendung von OverlayFS durch unprivilegierte Benutzer einschraenken. Deaktivieren Sie User Namespaces, sofern diese nicht benoetigt werden, da sie fuer die Ausnutzung erforderlich sind.

  4. Container-Umgebungen pruefen: In Docker- und Kubernetes-Umgebungen, die OverlayFS als Storage-Driver verwenden, ist die Schwachstelle besonders relevant. Aktualisieren Sie die Host-Kernel aller Container-Nodes.

  5. Monitoring implementieren: Ueberwachen Sie Systemlogs auf ungewoehnliche OverlayFS-Mountoperationen und verdaechtige setuid-Dateioperationen. Implementieren Sie Audit-Regeln fuer Aenderungen an Dateiberechtigungen und Capabilities.

Technische Details

CVE-2023-0386 betrifft das OverlayFS-Subsystem des Linux-Kernels. Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H zeigt, dass ein lokaler Zugang mit niedrigen Privilegien ausreicht. Die Schwachstelle liegt in der Art und Weise, wie der Kernel beim Kopieren von Dateien zwischen OverlayFS-Schichten die UID-Zuordnung handhabt. Wenn ein Benutzer eine Datei mit gesetzten Capabilities von einem nosuid-Mount in einen anderen Mount kopiert, wird die UID-Pruefung nicht korrekt durchgefuehrt. Dies ermoeglicht es einem unprivilegierten Benutzer, eine Datei mit setuid-Bit und erweiterten Capabilities zu erstellen, die bei Ausfuehrung mit Root-Rechten laeuft. Der Scope bleibt unveraendert (S:U), aber da Root-Rechte auf dem Host erlangt werden, ist die Auswirkung praktisch eine vollstaendige Systemuebernahme.

Häufig gestellte Fragen

Wird CVE-2023-0386 aktiv ausgenutzt?

Ja, die CISA hat CVE-2023-0386 in den KEV-Katalog aufgenommen und bestaetigt damit die aktive Ausnutzung. Der EPSS-Score von 61.56 % (98. Perzentil) zeigt eine sehr hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Die Schwachstelle ist besonders attraktiv fuer Post-Exploitation-Szenarien, in denen ein Angreifer bereits begrenzten Zugang zu einem System erlangt hat.

Welche Produkte sind von CVE-2023-0386 betroffen?

Betroffen sind Linux-Kernel-Versionen 5.11 bis vor 5.15.91, 5.16 bis vor 6.1.9 sowie Version 6.2. Dies umfasst Debian 10, Ubuntu 18.04/20.04/22.04 sowie NetApp-Speichersysteme (H300S, H500S, H700S, H410S, H410C). Alle Linux-Distributionen, die diese Kernel-Versionen verwenden, sind potenziell betroffen.

Wie behebe ich CVE-2023-0386?

Installieren Sie ein Kernel-Update auf eine gepatchte Version (5.15.91+, 6.1.9+ oder neuere Releases). Fuer Debian und Ubuntu stehen distributionsspezifische Patches bereit. Als Sofortmassnahme koennen User Namespaces deaktiviert werden, um die Ausnutzung zu verhindern.

Wie schwerwiegend ist CVE-2023-0386?

Mit einem CVSS-Score von 7.8 (HIGH) und einem EPSS-Score im 98. Perzentil ist CVE-2023-0386 eine schwerwiegende Schwachstelle. Sie ermoeglicht einem lokalen Benutzer die Eskalation zu Root-Rechten, was in Multi-Tenant- und Container-Umgebungen besonders kritisch ist.

CVSS-Score

7.8
HIGH(7.8)

EPSS-Score

EPSS-Score7.88%
EPSS-Perzentil94.2%

Daten

Veröffentlicht22. März 2023
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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