CVE-2022-42827
Apple iOS and iPadOS Out-of-Bounds Write Vulnerability
Beschreibung
CVE-2022-42827 ist eine schwerwiegende Out-of-Bounds-Write-Schwachstelle (CWE-787) im Kernel von Apple iOS und iPadOS, die in iOS 15.7.1, iPadOS 15.7.1, iOS 16.1 und iPadOS 16 behoben wurde. Die Schwachstelle ermöglicht es einer auf dem Gerät installierten Anwendung, beliebigen Code mit Kernel-Privilegien auszuführen und damit die vollständige Kontrolle über das System zu erlangen. Apple hat selbst bestätigt, dass CVE-2022-42827 möglicherweise aktiv ausgenutzt wurde, und CISA hat die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen. Nutzer sollten iOS und iPadOS sofort auf die gepatchten Versionen aktualisieren.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| apple | ipados | < 15.7.1 |
| apple | iphone os | < 15.7.1; >= 16.0, < 16.1 |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H
Referenzen
- https://support.apple.com/en-us/HT213489(Vendor Advisory)
- https://support.apple.com/en-us/HT213490(Vendor Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2022-42827(US Government Resource)
Schwachstellentyp
CWE-787: Out-of-bounds Write
CWE-787 beschreibt das Schreiben von Daten außerhalb der vorgesehenen Speichergrenzen eines Puffers, was zu Speicherkorrumpierung, Abstürzen oder der Ausführung beliebigen Codes führen kann. Im Fall von CVE-2022-42827 ermöglicht ein Out-of-Bounds-Write im iOS/iPadOS-Kernel einer Anwendung, Speicherbereiche außerhalb ihres erlaubten Bereichs zu überschreiben und damit Kernel-Privilegien zu erlangen.
Weitere Informationen: CWE-787 — Out-of-bounds Write
Auswirkungsanalyse
CVE-2022-42827 hat einen CVSS-3.1-Score von 7,8 (HIGH) und ist lokal ausnutzbar — ein Angreifer benötigt physischen oder lokalen Zugriff auf das Gerät. Angriffskomplexität (Niedrig): Die Ausnutzung erfordert keine besonderen Vorbedingungen. Berechtigungen (Keine): Obwohl Benutzerinteraktion erforderlich ist, sind keine Sonderberechtigungen nötig. Benutzerinteraktion (Erforderlich): Ein Benutzer muss eine schadhafte Anwendung ausführen. Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit (Hoch): Bei erfolgreicher Ausnutzung kann eine Anwendung beliebigen Code mit Kernel-Privilegien ausführen, was eine vollständige Kompromittierung des Geräts bedeutet — inklusive Zugriff auf alle Daten, Manipulation des Betriebssystems und potenziell dauerhafter Kontrolle. Die Tatsache, dass Apple selbst eine aktive Ausnutzung einräumte, unterstreicht die Dringlichkeit der Behebung.
Exploit-Reifegrad
Apple hat in der Sicherheitsberatung zu CVE-2022-42827 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Schwachstelle möglicherweise aktiv ausgenutzt wurde. CISA hat CVE-2022-42827 in den Known Exploited Vulnerabilities (KEV)-Katalog aufgenommen und damit die reale Ausnutzung in der freien Wildbahn bestätigt. Öffentliche Exploit-Tools oder Proof-of-Concept-Code sind in den verfügbaren Referenzen nicht gelistet. Mit einem EPSS-Score von 0,2 % (42. Perzentile) ist die statistische Ausnutzungswahrscheinlichkeit gering, die Hinweise von Apple und CISA machen jedoch klar, dass gezielte Angriffe stattgefunden haben — vermutlich im Rahmen von staatlich unterstützten oder gezielten Spyware-Kampagnen.
Behebung
- Wenden Sie die Sicherheitsupdates gemäß den Apple-Empfehlungen an oder stellen Sie die Nutzung des Produkts ein, wenn keine Updates verfügbar sind (KEV-Anforderung, Frist: 15. November 2022).
- Aktualisieren Sie auf iOS 15.7.1, iPadOS 15.7.1, iOS 16.1 oder iPadOS 16 — in diesen Versionen wurde die Out-of-Bounds-Write-Schwachstelle durch verbesserte Bounds-Checking-Mechanismen behoben.
- Überprüfen Sie alle auf betroffenen Geräten installierten Anwendungen auf verdächtiges Verhalten und entfernen Sie nicht vertrauenswürdige Apps, insbesondere solche aus unbekannten Quellen.
- Überwachen Sie Geräte-Logs über mobile Device-Management-Systeme (MDM) auf ungewöhnliche Aktivitäten, die auf eine Kernel-Ausnutzung hinweisen könnten.
- Implementieren Sie eine Mobile-Threat-Defense-Lösung (MTD) und stellen Sie sicher, dass automatische iOS-Updates für alle unternehmenseigenen Apple-Geräte aktiviert sind, um künftige Kernel-Schwachstellen zeitnah zu schließen.
Technische Details
CVE-2022-42827 basiert auf einer Out-of-Bounds-Write-Schwachstelle (CWE-787) im Kernel von Apple iOS und iPadOS. Eine Out-of-Bounds-Write-Schwachstelle tritt auf, wenn ein Programm Daten in einen Speicherbereich schreibt, der außerhalb der vorgesehenen Puffergrenzen liegt — in diesem Fall im privilegierten Kernelbereich des Betriebssystems. Durch verbesserte Bounds-Checking-Mechanismen wurde die Schwachstelle in den gepatchten iOS-Versionen behoben. Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H zeigt, dass die Ausnutzung lokalen Zugriff und Benutzerinteraktion (Ausführen einer Schadanwendung) erfordert, jedoch keine Root-Rechte voraussetzt. Im Erfolgsfall erlangt die Anwendung Kernel-Privilegien und kann das gesamte Gerät vollständig kontrollieren.
Häufig gestellte Fragen
Wird CVE-2022-42827 aktiv ausgenutzt?
Ja, Apple hat in seiner Sicherheitsberatung angegeben, dass CVE-2022-42827 möglicherweise aktiv ausgenutzt wurde. CISA hat die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen (Frist: 15. November 2022). Ransomware-spezifische Aktivitäten sind nicht bekannt, jedoch weisen die Hinweise auf gezielte Angriffe hin.
Welche Produkte sind von CVE-2022-42827 betroffen?
CVE-2022-42827 betrifft Apple iOS vor Version 15.7.1 und 16.1 sowie Apple iPadOS vor Version 15.7.1 und 16. Alle Geräte, die diese Betriebssystemversionen ausführen und noch nicht gepatcht wurden, sind potenziell gefährdet.
Wie behebe ich CVE-2022-42827?
Aktualisieren Sie auf iOS 15.7.1 oder iOS 16.1 (bzw. iPadOS 15.7.1 oder iPadOS 16). Die Updates stehen über die iOS-Einstellungen (Allgemein > Softwareupdate) bereit. In Unternehmensumgebungen sollte das Update über ein MDM-System ausgerollt werden.
Wie schwerwiegend ist CVE-2022-42827?
CVE-2022-42827 hat einen CVSS-3.1-Score von 7,8 (HIGH). Bei Ausnutzung kann beliebiger Code mit Kernel-Privilegien ausgeführt werden, was eine vollständige Gerätekompromittierung bedeutet. Der EPSS-Score von 0,2 % (42. Perzentile) deutet auf eine begrenzte statistische Ausnutzungswahrscheinlichkeit hin, die KEV-Listung belegt jedoch reale Angriffe.
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