CVE-2022-24816

CRITICAL(10.0)KEVWahrscheinlich ausgenutzt

OSGeo GeoServer JAI-EXT Code Injection Vulnerability

Beschreibung

CVE-2022-24816 ist eine kritische Remote-Code-Execution-Schwachstelle (RCE) im Open-Source-Projekt JAI-EXT, einer Erweiterung der Java Advanced Imaging (JAI) API. Die Schwachstelle ermoeglicht es einem unauthentifizierten Angreifer, ueber Jiffle-Skripte beliebigen Code auf dem Server auszufuehren. Sie wird mit dem hoechstmoeglichen CVSS-Score von 10.0 (CRITICAL) bewertet und betrifft insbesondere das weit verbreitete GeoServer-Projekt als nachgelagertes System.

Die CISA hat CVE-2022-24816 in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 2024-07-17. Der EPSS-Score von 94,02 % (99,9. Perzentil) dokumentiert eine nahezu sichere Ausnutzungsaktivitaet. Jiffle-Skripte werden ueber Janino zu Java-Code kompiliert und ausgefuehrt, wodurch Angreifer ueber Netzwerk-Anfragen beliebigen Java-Code injizieren koennen.

KEV-Informationen

Hersteller
OSGeo
Produkt
JAI-EXT
Hinzugefügt am
26. Juni 2024
Fälligkeitsdatum
17. Juli 2024
Erforderliche Maßnahme
Apply mitigations per vendor instructions or discontinue use of the product if mitigations are unavailable.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:C/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
NETWORK
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
NONE
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
CHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
3.9
Auswirkungsscore
6.0

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
geosolutionsgroupjai-ext< 1.1.22

Mehrere CVSS-Bewertungen

Quelle: [email protected](Secondary)
10.0
CRITICAL

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:C/C:H/I:H/A:H

Quelle: [email protected](Primary)
10.0
CRITICAL

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:C/C:H/I:H/A:H

Referenzen

Schwachstellentyp

Remote Code Execution ueber Jiffle-Script-Injection

CVE-2022-24816 basiert auf einer Code-Injection-Schwachstelle in der Jiffle-Skriptverarbeitung von JAI-EXT. Jiffle ist eine Map-Algebra-Sprache, die fuer Raster-Bildberechnungen verwendet wird. Die Schwachstelle entsteht dadurch, dass Jiffle-Skripte ueber den Janino-Compiler direkt in Java-Bytecode kompiliert und ausgefuehrt werden. Ein Angreifer kann schaedlichen Java-Code in Jiffle-Ausdruecke einschleusen, der dann mit den Berechtigungen der Serveranwendung ausgefuehrt wird.

Diese Art von Schwachstelle faellt in den Bereich von CWE-94 -- Improper Control of Generation of Code (Code Injection), bei dem eine Anwendung externen Eingaben erlaubt, ausfuehrbaren Code zu generieren.

Weitere Informationen: CWE-94 -- Code Injection

Auswirkungsanalyse

Die Auswirkungen von CVE-2022-24816 sind katastrophal, da sie die vollstaendige Uebernahme des Servers ohne jegliche Authentifizierung ermoeglicht. Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:C/C:H/I:H/A:H beschreibt die maximale Bedrohungsstufe mit Scope-Aenderung. Vertraulichkeit (Hoch): Ein Angreifer kann beliebigen Code ausfuehren und damit auf saemtliche Daten des Servers zugreifen, einschliesslich Datenbankinhalte, Konfigurationsdateien und Zugangsdaten. Integritaet (Hoch): Vollstaendige Kontrolle ueber den Server ermoeglicht die Manipulation aller Daten, die Installation von Backdoors und die Kompromittierung nachgelagerter Systeme. Verfuegbarkeit (Hoch): Der Angreifer kann den Server vollstaendig lahmlegen oder fuer eigene Zwecke (z.B. Kryptomining) missbrauchen. Der Scope-Wert "Changed" (S:C) bedeutet, dass die Auswirkungen ueber das angegriffene System hinausgehen koennen, was bei GeoServer-Installationen den Zugriff auf angebundene Geodatenbanken und Kartendienste einschliesst. Der EPSS-Score von 94,02 % (99,9. Perzentil) bestaetigt die massive reale Bedrohung.

Exploit-Reifegrad

CVE-2022-24816 weist eine extrem hohe Exploit-Reife auf. Die CISA hat die aktive Ausnutzung bestaetigt und die Schwachstelle mit einer Behebungsfrist bis zum 2024-07-17 in den KEV-Katalog aufgenommen. Der EPSS-Score von 94,02 % (99,9. Perzentil) gehoert zu den hoechsten ueberhaupt beobachteten Werten. Das GitHub Security Advisory GHSA-v92f-jx6p-73rx dokumentiert die Schwachstelle im Detail. Der Patch-Commit zeigt, dass die Abhilfe in der Deaktivierung der Moeglichkeit besteht, Java-Code ueber Jiffle zu injizieren. Der Ransomware-Status ist als Unknown eingestuft. Da die Schwachstelle unauthentifizierte Remote-Code-Execution mit maximaler Schwere ermoeglicht und GeoServer weltweit in Geodaten-Infrastrukturen eingesetzt wird, ist das Exploit-Potenzial ausserordentlich hoch.

Behebung

  1. JAI-EXT auf Version 1.1.22 oder hoeher aktualisieren: Installieren Sie umgehend die gepatchte Version, die die Faehigkeit zur Code-Injection ueber Jiffle-Skripte deaktiviert. Konsultieren Sie das GitHub Security Advisory fuer Details.

  2. GeoServer aktualisieren: Da GeoServer als prominentestes nachgelagertes Projekt betroffen ist, aktualisieren Sie Ihre GeoServer-Installation auf eine Version, die die gepatchte JAI-EXT-Bibliothek enthaelt. Ueberpruefen Sie die GeoServer-Release-Notes fuer kompatible Versionen.

  3. Netzwerkzugang zu GeoServer einschraenken: Stellen Sie sicher, dass GeoServer-Instanzen nicht ungeschuetzt aus dem Internet erreichbar sind. Implementieren Sie Reverse-Proxies mit Authentifizierung, IP-Whitelisting und Web Application Firewalls (WAF) als zusaetzliche Schutzschicht.

  4. Forensische Pruefung durchfuehren: Wenn Ihre GeoServer-Installation vor dem Patchen aus dem Internet erreichbar war, gehen Sie von einer moeglicherweise erfolgten Kompromittierung aus. Ueberpruefen Sie Server-Logs auf verdaechtige Jiffle-Ausdruecke in Anfrageparametern und suchen Sie nach installierten Backdoors.

  5. Eingabevalidierung auf Applikationsebene implementieren: Auch nach dem Patch sollten Sie sicherstellen, dass Jiffle-Skripte nicht direkt von nicht vertrauenswuerdigen Benutzereingaben gesteuert werden. Implementieren Sie Eingabevalidierung und -filterung auf Applikationsebene als Defense-in-Depth-Massnahme.

Technische Details

CVE-2022-24816 betrifft JAI-EXT in Versionen vor 1.1.22. Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:C/C:H/I:H/A:H beschreibt die maximale Bedrohungsstufe. Angriffsvektor (Netzwerk): Die Schwachstelle ist ueber Netzwerk-Anfragen an GeoServer oder andere JAI-EXT-nutzende Anwendungen erreichbar. Angriffskomplexitaet (Niedrig): Keine besonderen Bedingungen erforderlich. Berechtigungen (Keine): Keinerlei Authentifizierung notwendig. Benutzerinteraktion (Keine): Vollstaendig automatisierbar. Scope (Changed): Die Auswirkungen gehen ueber das angegriffene System hinaus. Der Angriffsmechanismus nutzt die Jiffle-Map-Algebra-Sprache als Angriffsvektor. Jiffle-Ausdruecke koennen ueber verschiedene GeoServer-Schnittstellen (WMS, WCS, WPS) als Teil von Anfrageparametern uebergeben werden. Die JAI-EXT-Bibliothek kompiliert diese Ausdruecke ueber den Janino-Compiler direkt zu Java-Bytecode. Vor dem Patch war es moeglich, beliebigen Java-Code in Jiffle-Ausdruecke einzuschleusen, der dann ohne Sandbox oder Berechtigungseinschraenkung mit den vollen Rechten des Serverprozesses ausgefuehrt wurde. Der Patch deaktiviert die Moeglichkeit, Java-Konstrukte in Jiffle-Skripte einzubetten.

Häufig gestellte Fragen

Ist meine GeoServer-Installation betroffen?

Wenn Ihre GeoServer-Installation eine JAI-EXT-Version vor 1.1.22 verwendet und Jiffle-Skripte ueber Netzwerk-Anfragen akzeptiert (was in der Standardkonfiguration der Fall ist), ist sie betroffen. Ueberpruefen Sie die eingesetzte JAI-EXT-Version in den GeoServer-Bibliotheken.

Kann ein Angreifer ohne Authentifizierung beliebigen Code ausfuehren?

Ja, das ist der Kern der Schwachstelle. Ein unauthentifizierter Angreifer kann ueber speziell praeparierte Anfragen an GeoServer-Endpunkte schaedlichen Java-Code einschleusen und ausfuehren. Der CVSS-Score von 10.0 mit "PR:N" (keine Berechtigungen) bestaetigt dies.

Warum hat diese Schwachstelle den maximalen CVSS-Score von 10.0?

CVE-2022-24816 erfuellt alle Kriterien fuer die hoechste Einstufung: Netzwerk-Angriffsvektor, niedrige Komplexitaet, keine Authentifizierung, keine Benutzerinteraktion erforderlich, Scope-Aenderung und maximale Auswirkungen auf Vertraulichkeit, Integritaet und Verfuegbarkeit. Diese Kombination ergibt den theoretischen Hoechstwert.

Betrifft die Schwachstelle nur GeoServer?

Nein, obwohl GeoServer das prominenteste betroffene Projekt ist, betrifft CVE-2022-24816 grundsaetzlich jede Anwendung, die die JAI-EXT-Bibliothek verwendet und Jiffle-Skripte ueber Netzwerk-Anfragen entgegennimmt. Ueberpruefen Sie Ihre Java-Anwendungen auf die Verwendung der JAI-EXT-Abhaengigkeit.

CVSS-Score

10.0
CRITICAL(10.0)

EPSS-Score

EPSS-Score98.74%
EPSS-Perzentil99.9%

Daten

Veröffentlicht13. April 2022
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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