CVE-2022-22071
Qualcomm Multiple Chipsets Use-After-Free Vulnerability
Beschreibung
CVE-2022-22071 ist eine Use-After-Free-Schwachstelle in Qualcomm-Chipsätzen, die auftritt, wenn der Prozess-Shell-Speicher über einen IOCTL-munmap-Aufruf freigegeben wird, während die Prozessinitialisierung noch läuft. Die Schwachstelle ist mit einem CVSS-Score von 8.4 (HIGH) bewertet und betrifft zahlreiche Qualcomm-Plattformen, darunter Snapdragon Auto, Compute, Connectivity, Consumer IOT, Industrial IOT, Mobile sowie Voice & Music. Sie ist im CISA KEV-Katalog gelistet, und Qualcomm hat im Mai 2022 entsprechende Sicherheitsfixes veröffentlicht.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| qualcomm | apq8053 firmware | - |
| qualcomm | ar8031 firmware | - |
| qualcomm | ar8035 firmware | - |
| qualcomm | csra6620 firmware | - |
| qualcomm | csra6640 firmware | - |
| qualcomm | mdm9150 firmware | - |
| qualcomm | msm8953 firmware | - |
| qualcomm | qca6174a firmware | - |
| qualcomm | qca6390 firmware | - |
| qualcomm | qca6391 firmware | - |
| qualcomm | qca6426 firmware | - |
| qualcomm | qca6436 firmware | - |
| qualcomm | qca6574 firmware | - |
| qualcomm | qca6574a firmware | - |
| qualcomm | qca6574au firmware | - |
| qualcomm | qca6595au firmware | - |
| qualcomm | qca6696 firmware | - |
| qualcomm | qca8081 firmware | - |
| qualcomm | qca8337 firmware | - |
| qualcomm | qca9377 firmware | - |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
Referenzen
- https://www.qualcomm.com/company/product-security/bulletins/may-2022-bulletin(Patch, Vendor Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2022-22071(US Government Resource)
Schwachstellentyp
CWE-416: Use After Free
Diese Schwachstelle basiert auf CWE-416, einem Use-After-Free-Fehler. Bei dieser Schwachstellenklasse wird auf Speicher zugegriffen, nachdem dieser bereits freigegeben wurde.
Konkret tritt das Problem auf, wenn ein IOCTL-munmap-Aufruf den Shell-Speicher eines Prozesses freigibt, während die Prozessinitialisierung noch nicht abgeschlossen ist. Diese Race-Condition zwischen Speicherfreigabe und laufender Initialisierung führt dazu, dass nachfolgende Zugriffe auf den bereits freigegebenen Speicher erfolgen. Angreifer können dieses Zeitfenster ausnutzen, um den freigegebenen Speicher mit kontrollierten Daten zu belegen und so beliebigen Code auszuführen oder ihre Berechtigungen zu erweitern.
Auswirkungsanalyse
Mit einem CVSS-Score von 8.4 (HIGH) und der Tatsache, dass keinerlei Berechtigungen oder Nutzerinteraktion erforderlich sind, stellt CVE-2022-22071 eine ernsthafte Bedrohung dar, die alle betroffenen Qualcomm-Geräte gefährdet.
Vertraulichkeit (Hoch): Durch den Zugriff auf freigegebenen Speicher können Angreifer sensible Daten anderer Prozesse auslesen, die möglicherweise Zugangsdaten, Schlüsselmaterial oder persönliche Informationen enthalten.
Integrität (Hoch): Die Kontrolle über freigegebenen Speicher ermöglicht die Manipulation von Programmdaten und Funktionszeigern, was zur Ausführung beliebigen Codes führen kann.
Verfügbarkeit (Hoch): Use-After-Free-Fehler können zu inkonsistenten Speicherzuständen führen, die Systemabstürze (Kernel Panic) oder instabiles Verhalten verursachen.
Die breite Palette betroffener Snapdragon-Plattformen (Auto, Mobile, IoT, Industrial) macht diese Schwachstelle besonders gravierend, da sie eine große Anzahl von Geräten in verschiedenen kritischen Anwendungsbereichen betrifft.
Exploit-Reifegrad
CVE-2022-22071 ist im CISA KEV-Katalog gelistet, was eine bestätigte aktive Ausnutzung in freier Wildbahn bedeutet. US-Bundesbehörden hatten bis zum 26. Dezember 2023 Zeit zur Behebung. Der EPSS-Score beträgt 0,55 % (67,6. Perzentile), was auf ein moderates bis erhöhtes Ausnutzungsrisiko hindeutet.
Die Tatsache, dass trotz der Erstveröffentlichung im Mai 2022 die Ausnutzung bis mindestens Ende 2023 aktiv war, unterstreicht die Wichtigkeit zeitnaher Patch-Implementierungen – insbesondere für Qualcomm-basierte Geräteplattformen.
Behebung
- Qualcomm Mai 2022 Sicherheitspatch anwenden: Installieren Sie den Patch aus dem Qualcomm Mai 2022 Security Bulletin auf allen betroffenen Geräten.
- OEM-Firmware-Updates überprüfen: Prüfen Sie bei Ihrem Gerätehersteller, ob ein Firmware-Update verfügbar ist, das den Qualcomm-Patch enthält, und installieren Sie dieses umgehend.
- Android-Sicherheitsupdates einspielen: Stellen Sie sicher, dass alle Android-Sicherheitsupdates installiert sind, da diese häufig Qualcomm-Patches beinhalten.
- Anwendungen auf vertrauenswürdige Quellen beschränken: Da keine Berechtigungen zur Ausnutzung erforderlich sind, sollten ausschließlich Apps aus vertrauenswürdigen Quellen installiert werden.
- Ältere Geräte ersetzen: Für Geräte, für die der Hersteller keine Updates mehr bereitstellt, sollte ein Ersatz durch aktuelle, unterstützte Hardware in Betracht gezogen werden.
- Netzwerkisolierung betroffener Geräte: Wenn kein Patch verfügbar ist und das Gerät in sicherheitskritischen Bereichen eingesetzt wird, sollten betroffene Geräte netzwerktechnisch isoliert werden.
Technische Details
Die Schwachstelle liegt in der Speicherverwaltung des Qualcomm-Kernel-Treibers. Die Race-Condition entsteht zwischen zwei konkurrierenden Operationen: dem IOCTL-munmap-Aufruf, der den Shell-Speicher eines Prozesses freigibt, und der laufenden Prozessinitialisierung, die noch auf diesen Speicher zugreift.
Race-Condition-Mechanismus: Wenn ein Prozess gestartet wird, wird Shell-Speicher allokiert und initialisiert. Wenn ein IOCTL-munmap-Aufruf diesen Speicher freigibt, bevor die Initialisierung abgeschlossen ist, greifen nachfolgende Initialisierungsschritte auf den bereits freigegebenen Speicher zu (Use-After-Free, CWE-416). In diesem Zeitfenster kann der freigegebene Speicher durch einen Angreifer mit neuen Inhalten belegt werden.
Angriffsvektor: Die Schwachstelle ist lokal ausnutzbar (Attack Vector: Local) ohne Berechtigungen (Privileges Required: None) und ohne Nutzerinteraktion (User Interaction: None). Dies bedeutet, dass jede auf dem Gerät laufende Anwendung die Schwachstelle potenziell triggern kann.
Betroffene Plattformen: Die Schwachstelle betrifft Snapdragon-Plattformen in den Bereichen Auto (APQ8053), Connectivity (QCA-Serie), Mobile (MSM8953) sowie IoT-Anwendungen, was die sehr breite Angriffsfläche verdeutlicht.
Häufig gestellte Fragen
Wird CVE-2022-22071 aktiv ausgenutzt?
Ja, CVE-2022-22071 ist im CISA KEV-Katalog gelistet, was eine bestätigte aktive Ausnutzung in freier Wildbahn belegt. Obwohl der Fix im Mai 2022 veröffentlicht wurde, war die Ausnutzung bis mindestens Ende 2023 aktiv, weshalb CISA US-Bundesbehörden eine Deadline bis zum 26. Dezember 2023 gesetzt hat.
Welche Produkte sind von CVE-2022-22071 betroffen?
Betroffen sind zahlreiche Qualcomm-Snapdragon-Plattformen, darunter APQ8053, AR8031/8035, CSRA6620/6640, MDM9150, MSM8953, QCA6174A/6390/6391/6426/6436/6574/6574A/6574AU/6595AU/6696/8081/8337/9377 sowie viele weitere. Die vollständige Liste finden Sie im Qualcomm Mai 2022 Security Bulletin.
Wie behebe ich CVE-2022-22071?
Installieren Sie den Qualcomm-Sicherheitspatch aus dem Mai 2022 Bulletin über ein OEM-Firmware-Update Ihres Geräteherstellers. Für Android-Geräte sind die Patches in monatlichen Sicherheitsupdates enthalten. Überprüfen Sie, ob Ihr Gerät noch Sicherheitsupdates erhält, und installieren Sie diese umgehend.
Wie schwerwiegend ist CVE-2022-22071?
CVE-2022-22071 ist mit einem CVSS-Score von 8.4 als HIGH eingestuft. Die Schwachstelle ermöglicht lokale Codeausführung oder Privilegienerweiterung durch einen Use-After-Free-Fehler ohne erforderliche Berechtigungen. Aufgrund der aktiven Ausnutzung und der breiten Geräteabdeckung über mehrere Snapdragon-Plattformen ist unverzügliches Patchen dringend empfohlen.
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