CVE-2021-35587
Oracle Fusion Middleware Unspecified Vulnerability
Beschreibung
CVE-2021-35587 ist eine kritische Schwachstelle im Oracle Access Manager, einer Komponente der Oracle Fusion Middleware. Die Sicherheitslücke betrifft die OpenSSO-Agent-Komponente in den Versionen 11.1.2.3.0, 12.2.1.3.0 und 12.2.1.4.0 und beruht auf einer fehlenden Authentifizierung für kritische Funktionen. Ein nicht authentifizierter Angreifer kann über HTTP-Netzwerkzugriff die vollständige Übernahme des Oracle Access Manager erreichen. Mit einem CVSS-Score von 9.8 (Kritisch) und einem EPSS-Score von 94,3 % (99. Perzentil) gehört CVE-2021-35587 zu den am häufigsten ausgenutzten Schwachstellen. Die CISA hat die aktive Ausnutzung bestätigt und die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| oracle | access manager | 11.1.2.3.0; 12.2.1.3.0; 12.2.1.4.0 |
Referenzen
- https://www.oracle.com/security-alerts/cpujan2022.html(Vendor Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2021-35587(US Government Resource)
Schwachstellentyp
CWE-306: Missing Authentication for Critical Function
Bei CVE-2021-35587 fehlt im Oracle Access Manager eine ordnungsgemäße Authentifizierungsprüfung für die OpenSSO-Agent-Komponente. Diese fehlende Zugriffskontrolle ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, über das Netzwerk auf sicherheitskritische Funktionen des Access Managers zuzugreifen und das System vollständig zu kompromittieren.
Mehr erfahren: CWE-306 — Missing Authentication for Critical Function
Auswirkungsanalyse
CVE-2021-35587 erhält mit einem CVSS-Score von 9.8 die Einstufung Kritisch und stellt eine der schwerwiegendsten Schwachstellen in der Oracle Fusion Middleware dar. Angriffsvektor (Netzwerk): Die Schwachstelle ist über HTTP aus dem Netzwerk heraus ausnutzbar, ohne dass physischer Zugang erforderlich ist. Angriffskomplexität (Niedrig): Die Ausnutzung erfordert keine besonderen Bedingungen oder spezielles technisches Wissen. Keine Authentifizierung erforderlich: Ein Angreifer benötigt keinerlei gültige Zugangsdaten für den Angriff. Keine Benutzerinteraktion nötig: Die Schwachstelle kann ohne jegliche Mitwirkung eines Nutzers ausgenutzt werden. Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit (jeweils Hoch): Eine erfolgreiche Ausnutzung führt zur vollständigen Übernahme des Oracle Access Manager, was Zugriff auf alle verwalteten Identitäten und Berechtigungen einschließt. Da der Access Manager als zentrale Authentifizierungs- und Autorisierungskomponente fungiert, kann die Kompromittierung kaskadierende Auswirkungen auf alle angebundenen Anwendungen und Systeme haben. Der außergewöhnlich hohe EPSS-Score von 94,3 % bestätigt die nahezu sichere aktive Ausnutzung.
Exploit-Reifegrad
CVE-2021-35587 weist einen der höchsten EPSS-Scores im gesamten KEV-Katalog auf: 94,3 % (99. Perzentil), was auf eine nahezu sichere aktive Ausnutzung hindeutet. Die CISA hat die aktive Ausnutzung in der Praxis bestätigt und die Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen, wobei die Behebungsfrist auf den 19. Dezember 2022 festgelegt wurde. Obwohl in den öffentlich verfügbaren Referenzen kein dedizierter Exploit-Code direkt verlinkt ist, deutet der extrem hohe EPSS-Score darauf hin, dass funktionsfähige Exploits weitverbreitet in Umlauf sind. Eine Verbindung zu Ransomware-Kampagnen ist derzeit nicht offiziell bekannt, jedoch sollten Organisationen angesichts der kritischen Rolle des Access Managers umgehend handeln.
Behebung
- Oracle Critical Patch Update anwenden: Installieren Sie den von Oracle bereitgestellten Sicherheitspatch aus dem CPU January 2022. Aktualisieren Sie Oracle Access Manager auf eine nicht betroffene Version (nach 11.1.2.3.0, 12.2.1.3.0 und 12.2.1.4.0).
- Zugriff auf die OpenSSO-Agent-Schnittstelle beschränken: Konfigurieren Sie Firewall-Regeln und Netzwerksegmentierung, um den HTTP-Zugriff auf die betroffene Komponente ausschließlich auf vertrauenswürdige Quellen zu beschränken.
- Authentifizierungskontrollen überprüfen: Stellen Sie sicher, dass alle Schnittstellen des Oracle Access Manager ordnungsgemäß durch Authentifizierungsmechanismen geschützt sind. Implementieren Sie zusätzliche Authentifizierungsebenen wie Multi-Faktor-Authentifizierung für administrative Zugänge.
- Protokolle überwachen und IOCs prüfen: Überprüfen Sie die Server-Protokolle auf verdächtige HTTP-Zugriffe auf die OpenSSO-Agent-Endpunkte. Suchen Sie nach Anzeichen einer möglichen Kompromittierung, insbesondere nach unauthentifizierten Zugriffen auf kritische Management-Funktionen.
- Langfristige Absicherung: Evaluieren Sie regelmäßig die Sicherheitskonfiguration der gesamten Oracle Fusion Middleware und implementieren Sie ein Patch-Management-Verfahren, das kritische Oracle-Patches zeitnah nach Veröffentlichung einspielt.
Technische Details
CVE-2021-35587 basiert auf einer fehlenden Authentifizierung für kritische Funktionen (CWE-306) in der OpenSSO-Agent-Komponente des Oracle Access Manager. Die Schwachstelle ermöglicht es einem nicht authentifizierten Angreifer, über einfache HTTP-Anfragen auf geschützte Verwaltungsfunktionen zuzugreifen, die eigentlich eine vorherige Authentifizierung erfordern sollten. CVSS-Vektor: Der Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H belegt die maximale Ausnutzbarkeit: Netzwerkzugang genügt, keine besonderen Voraussetzungen, keine Berechtigungen und keine Benutzerinteraktion sind erforderlich. Die Oracle-Dokumentation bestätigt, dass ein erfolgreicher Angriff zum vollständigen Takeover des Oracle Access Manager führt, was in einer Unternehmensumgebung den Zugriff auf sämtliche über den Access Manager verwalteten Authentifizierungs- und Autorisierungsdienste einschließt. Die betroffenen Versionen 11.1.2.3.0, 12.2.1.3.0 und 12.2.1.4.0 umfassen sowohl ältere als auch neuere Releases der Middleware.
Häufig gestellte Fragen
Wird CVE-2021-35587 aktiv ausgenutzt?
Ja, CVE-2021-35587 wird aktiv ausgenutzt. Die CISA hat diese Schwachstelle in den KEV-Katalog aufgenommen und eine Behebungsfrist bis zum 19. Dezember 2022 festgelegt. Der EPSS-Score von 94,3 % (99. Perzentil) bestätigt die nahezu sichere aktive Ausnutzung. Eine direkte Verbindung zu Ransomware-Kampagnen ist bisher nicht offiziell bekannt.
Welche Produkte sind von CVE-2021-35587 betroffen?
Betroffen ist Oracle Access Manager (Bestandteil der Oracle Fusion Middleware) in den Versionen 11.1.2.3.0, 12.2.1.3.0 und 12.2.1.4.0. Konkret liegt die Schwachstelle in der OpenSSO-Agent-Komponente, die für die Authentifizierungsverarbeitung zuständig ist.
Wie behebe ich CVE-2021-35587?
Installieren Sie den Oracle Critical Patch Update von Januar 2022, der einen Fix für diese Schwachstelle enthält. Zusätzlich sollten Sie den Netzwerkzugriff auf die OpenSSO-Agent-Schnittstelle einschränken und alle Zugriffsprotokoll auf Anzeichen einer Kompromittierung überprüfen.
Wie schwerwiegend ist CVE-2021-35587?
CVE-2021-35587 hat einen CVSS-Score von 9.8 (Kritisch) und ermöglicht die vollständige Übernahme des Oracle Access Manager ohne jegliche Authentifizierung. Der EPSS-Score im 99. Perzentil bestätigt die extrem hohe Ausnutzungswahrscheinlichkeit. Da der Access Manager als zentrale Identitätskomponente dient, kann die Kompromittierung weitreichende Folgen für alle angebundenen Systeme haben.
Hilfe beim Schwachstellenmanagement?
Unsere Sicherheitsexperten helfen Ihnen bei der Priorisierung und Behebung von Schwachstellen.