CVE-2021-30900
Apple iOS, iPadOS, and macOS Out-of-Bounds Write Vulnerability
Beschreibung
CVE-2021-30900 ist eine Out-of-Bounds-Write-Schwachstelle in Apple iOS, iPadOS und macOS. Die Sicherheitslücke ermöglicht es einer schadhaften Anwendung, durch unzureichende Grenzüberprüfung (Bounds Checking) beliebigen Code mit Kernel-Privilegien auszuführen. Betroffen sind iOS und iPadOS vor Version 14.8.1 sowie iOS und iPadOS vor Version 15.1. Die CISA hat CVE-2021-30900 in ihren KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) aufgenommen, was eine aktive Ausnutzung in der Praxis bestätigt. Mit einem CVSS-Score von 7.8 (HIGH) stellt diese Schwachstelle ein erhebliches Risiko für alle Apple-Gerätenutzer dar.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| apple | ipados | < 14.8.1; 15.0 |
| apple | iphone os | < 14.8.1; 15.0 |
| apple | macos | < 11.6.1 |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H
Referenzen
- https://support.apple.com/en-us/HT212867(Vendor Advisory)
- https://support.apple.com/en-us/HT212868(Vendor Advisory)
- https://support.apple.com/kb/HT212872(Vendor Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2021-30900(US Government Resource)
Schwachstellentyp
CWE-787: Out-of-bounds Write
Bei CVE-2021-30900 handelt es sich um eine Out-of-bounds-Write-Schwachstelle, bei der Daten außerhalb des vorgesehenen Speicherbereichs geschrieben werden. Im Kontext von Apple iOS und iPadOS ermöglicht diese Schwäche einer bösartigen Anwendung, Speicherbereiche zu überschreiben, die dem Kernel vorbehalten sind, und so beliebigen Code mit höchsten Systemprivilegien auszuführen.
Mehr erfahren: CWE-787 — Out-of-bounds Write
Auswirkungsanalyse
CVE-2021-30900 besitzt einen CVSS-Score von 7.8 (HIGH) und erfordert einen lokalen Angriffsvektor (Local), was bedeutet, dass ein Angreifer eine schadhafte Anwendung auf dem Zielgerät ausführen muss. Die Angriffskomplexität ist niedrig, sodass keine besonderen Bedingungen für die Ausnutzung erforderlich sind. Es werden keine besonderen Privilegien benötigt, jedoch ist eine Benutzerinteraktion erforderlich — typischerweise das Installieren oder Öffnen einer manipulierten App. Bei erfolgreicher Ausnutzung sind die Auswirkungen auf Vertraulichkeit (Hoch), Integrität (Hoch) und Verfügbarkeit (Hoch) gravierend: Ein Angreifer erlangt vollständige Kernel-Privilegien und kann damit sämtliche Daten auf dem Gerät lesen, verändern oder das Gerät vollständig kompromittieren. Der EPSS-Score von 1,19 % (78. Perzentil) zeigt eine moderate Ausnutzungswahrscheinlichkeit an.
Exploit-Reifegrad
Die CISA hat CVE-2021-30900 in ihren KEV-Katalog aufgenommen, was eine bestätigte aktive Ausnutzung in freier Wildbahn bestätigt. Die Frist zur Behebung wurde auf den 20. April 2023 festgesetzt. In den öffentlich verfügbaren Referenzen sind keine dedizierten Exploit-Codes oder Proof-of-Concepts verlinkt, was darauf hindeutet, dass die Ausnutzung möglicherweise in gezielten Angriffen und nicht durch breit verfügbare Tools erfolgt. Der EPSS-Score von 1,19 % (78. Perzentil) deutet auf eine vergleichsweise moderate, aber durchaus reale Ausnutzungswahrscheinlichkeit hin. Ein Zusammenhang mit Ransomware-Kampagnen ist derzeit nicht bekannt.
Behebung
- Sofortige Aktualisierung durchführen: Gemäß der KEV-Empfehlung der CISA sollten Maßnahmen gemäß den Herstelleranweisungen angewendet oder das Produkt außer Betrieb genommen werden, wenn keine Patches verfügbar sind. Apple hat die Schwachstelle in iOS 14.8.1, iPadOS 14.8.1 sowie iOS 15.1 und iPadOS 15.1 behoben.
- Betroffene Geräte auf aktuelle Versionen aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass alle Apple-Geräte mindestens iOS/iPadOS 14.8.1 oder besser iOS/iPadOS 15.1 oder höher verwenden. Prüfen Sie auch macOS-Systeme auf verfügbare Sicherheitsupdates.
- Mobile Device Management (MDM) einsetzen: Verwenden Sie MDM-Lösungen, um sicherzustellen, dass nur vertrauenswürdige Anwendungen auf Unternehmensgeräten installiert werden können. Beschränken Sie die Installation von Apps aus unbekannten Quellen.
- Überwachung und Erkennung verstärken: Überprüfen Sie Geräteprotokolle auf ungewöhnliche Kernel-Aktivitäten oder verdächtiges App-Verhalten. Setzen Sie Endpoint-Detection-and-Response-Lösungen (EDR) ein, um Kompromittierungsversuche frühzeitig zu erkennen.
- Langfristige Härtung durch Speicherschutzmaßnahmen: Implementieren Sie organisatorische Richtlinien, die zeitnahe Betriebssystem-Updates auf allen Apple-Geräten vorschreiben, und evaluieren Sie zusätzliche Sicherheitsprofile, die den Zugriff von Drittanbieter-Apps auf Kernel-Ressourcen einschränken.
Technische Details
CVE-2021-30900 basiert auf einer Out-of-bounds-Write-Schwachstelle (CWE-787), bei der ein Schreibvorgang außerhalb der vorgesehenen Grenzen eines Speicherpuffers stattfindet. Der Fehler liegt in einer unzureichenden Grenzüberprüfung (Bounds Checking) innerhalb der Kernel-Komponenten von iOS, iPadOS und macOS. Angriffsvektor (Lokal): Ein Angreifer muss eine manipulierte Anwendung auf dem Gerät ausführen, die gezielt Speicherbereiche des Kernels überschreibt. Angriffskomplexität (Niedrig): Die Ausnutzung erfordert keine speziellen Rahmenbedingungen oder Race-Conditions. Benutzerinteraktion (Erforderlich): Das Opfer muss die schadhafte Anwendung installieren oder öffnen. Durch den erfolgreichen Out-of-bounds-Write kann der Angreifer Kernel-Datenstrukturen manipulieren und so beliebigen Code mit den höchsten Privilegien des Betriebssystems ausführen, was eine vollständige Geräteübernahme ermöglicht. Apple hat den Fehler durch verbesserte Grenzüberprüfung in den betroffenen Betriebssystemversionen behoben.
Häufig gestellte Fragen
Wird CVE-2021-30900 aktiv ausgenutzt?
Ja, CVE-2021-30900 wird aktiv ausgenutzt. Die CISA hat diese Schwachstelle in ihren KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) aufgenommen, was eine bestätigte Ausnutzung in der Praxis bedeutet. Die Behebungsfrist wurde auf den 20. April 2023 festgesetzt.
Welche Produkte sind von CVE-2021-30900 betroffen?
CVE-2021-30900 betrifft Apple iOS, iPadOS und macOS. Konkret sind iOS und iPadOS vor Version 14.8.1 sowie vor Version 15.1 verwundbar. Auch macOS-Versionen können betroffen sein.
Wie kann CVE-2021-30900 behoben werden?
Die Behebung erfolgt durch ein Update auf iOS 14.8.1 oder iPadOS 14.8.1 bzw. iOS 15.1 oder iPadOS 15.1. Für macOS sollten die entsprechenden Sicherheitsupdates von Apple installiert werden. Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz von MDM-Lösungen zur Kontrolle der App-Installation.
Wie schwerwiegend ist CVE-2021-30900?
CVE-2021-30900 hat einen CVSS-Score von 7.8 und wird als HIGH eingestuft. Die Schwachstelle ermöglicht beliebige Codeausführung mit Kernel-Privilegien, was eine vollständige Geräteübernahme bedeuten kann. Der EPSS-Score liegt bei 1,19 % (78. Perzentil), was eine moderate Ausnutzungswahrscheinlichkeit anzeigt.
Hilfe beim Schwachstellenmanagement?
Unsere Sicherheitsexperten helfen Ihnen bei der Priorisierung und Behebung von Schwachstellen.