CVE-2019-9670

CRITICAL(9.8)KEVWahrscheinlich ausgenutzt

Synacor Zimbra Collaboration Suite (ZCS) Improper Restriction of XML External Entity Reference

Beschreibung

CVE-2019-9670 ist eine kritische XML External Entity (XXE) Injection-Schwachstelle in der mailboxd-Komponente von Synacor Zimbra Collaboration Suite (ZCS). Die Schwachstelle betrifft Zimbra Collaboration Suite 8.7.x vor Version 8.7.11p10 und kann über den Autodiscover-Endpunkt (Autodiscover/Autodiscover.xml) ausgenutzt werden. Ein nicht authentifizierter Angreifer mit Netzwerkzugriff kann durch manipulierte XML-Anfragen beliebige Dateien vom Server lesen, Server-Side Request Forgery (SSRF) durchführen und potenziell Remote Code Execution erreichen. CISA hat CVE-2019-9670 in den Known Exploited Vulnerabilities-Katalog aufgenommen und damit die aktive Ausnutzung bestätigt. Mit einem EPSS-Score von 94,43 % (100. Perzentile) besteht eine nahezu sichere Wahrscheinlichkeit aktiver Ausnutzung.

KEV-Informationen

Hersteller
Synacor
Produkt
Zimbra Collaboration Suite (ZCS)
Hinzugefügt am
10. Januar 2022
Fälligkeitsdatum
10. Juli 2022
Erforderliche Maßnahme
Apply updates per vendor instructions.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
NETWORK
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
NONE
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
3.9
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
synacorzimbra collaboration suite>= 8.7.0, < 8.7.11; 8.7.11

Mehrere CVSS-Bewertungen

Quelle: [email protected](Primary)
9.8
CRITICAL

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H

Quelle: 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0(Secondary)
9.8
CRITICAL

CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-611: Unzureichende Einschränkung von XML External Entity Reference (XXE)

Die XXE-Schwachstelle in der mailboxd-Komponente von Zimbra Collaboration Suite entsteht durch einen schwach konfigurierten XML-Parser, der externe Entitätsverweise in XML-Eingaben verarbeitet. Über den Autodiscover-Endpunkt können Angreifer manipulierte XML-Daten mit externen Entitätsverweisen senden, die der Server ohne ordnungsgemäße Einschränkungen auflöst. Dies ermöglicht das Lesen lokaler Dateien einschließlich sensibler Konfigurationsdateien und Credentials sowie die Durchführung von Server-Side Request Forgery (SSRF).

Weitere Informationen: CWE-611 — Unzureichende Einschränkung von XML External Entity Reference (XXE)

Auswirkungsanalyse

CVE-2019-9670 hat einen CVSS 3.1-Score von 9.8 (CRITICAL) und stellt eine kritische Bedrohung für Zimbra-Installationen dar. Die Schwachstelle ist über das Netzwerk ausnutzbar, erfordert keine Authentifizierung, keine Benutzerinteraktion und weist eine geringe Angriffskomplexität auf — sie kann somit trivial und ohne besondere Voraussetzungen aus der Ferne ausgenutzt werden. Vertraulichkeit (Hoch): Angreifer können über die XXE-Schwachstelle beliebige Dateien vom Server lesen, einschließlich Konfigurationsdateien, Datenbank-Credentials und privater Schlüssel. Integrität (Hoch): Durch die Kombination von XXE mit SSRF und potenzieller Remote Code Execution können Angreifer den Server vollständig kompromittieren und Daten manipulieren. Verfügbarkeit (Hoch): Der betroffene Zimbra-Server kann durch Denial-of-Service-Angriffe mittels rekursiver Entitätserweiterung oder durch die Übernahme des Servers vollständig lahmgelegt werden. Der EPSS-Score von 94,43 % unterstreicht die extreme Ausnutzungswahrscheinlichkeit.

Exploit-Reifegrad

Öffentlicher Exploit-Code ist verfügbar für CVE-2019-9670 über Exploit-DB und Packet Storm Security. Zusätzlich existiert ein Rapid7 Metasploit-Modul, das die automatisierte Ausnutzung ermöglicht. Das SANS Internet Storm Center hat ebenfalls über aktive Ausnutzungsversuche berichtet. CISA hat die aktive Ausnutzung in freier Wildbahn bestätigt. Der EPSS-Score von 94,43 % (100. Perzentile) deutet auf nahezu sichere Ausnutzungsaktivität hin. Bundesbehörden waren verpflichtet, diese Schwachstelle bis zum 2022-07-10 gemäß der verbindlichen CISA-Direktive zu beheben.

Behebung

  1. Pflichtmaßnahme laut CISA KEV: Apply updates per vendor instructions. Aktualisieren Sie Zimbra Collaboration Suite umgehend auf Version 8.7.11 Patch 10 oder höher.
  2. Überprüfen Sie, dass alle Zimbra-Instanzen der betroffenen Version 8.7.x (vor 8.7.11p10) auf die gepatchte Version aktualisiert wurden. Prüfen Sie die installierten Patches mit dem Zimbra-Verwaltungstool.
  3. Falls ein sofortiges Patchen nicht möglich ist, beschränken Sie den externen Netzwerkzugriff auf den Autodiscover-Endpunkt (Autodiscover/Autodiscover.xml) mittels Firewall-Regeln oder Reverse-Proxy-Konfiguration. Deaktivieren Sie die DTD-Verarbeitung in der mailboxd-Konfiguration, soweit möglich. Implementieren Sie Netzwerksegmentierung, um die SSRF-Auswirkungen zu begrenzen.
  4. Überwachen Sie Zimbra-Server-Logs auf verdächtige Anfragen an den Autodiscover-Endpunkt, insbesondere XML-Anfragen mit externen Entitätsverweisen oder ungewöhnlichen DTD-Deklarationen. Suchen Sie nach Kompromittierungsindikatoren wie unautorisierten Dateizugriffen oder ausgehenden Verbindungen zu unbekannten Servern.
  5. Implementieren Sie langfristig eine sichere XML-Parser-Konfiguration in allen Zimbra-Komponenten. Verwenden Sie nach Möglichkeit JSON anstelle von XML für Datenübertragungen. Aktivieren Sie regelmäßige Sicherheitsupdates und überwachen Sie die Zimbra Security Advisories.

Technische Details

CVE-2019-9670 ist eine XML External Entity (XXE) Injection-Schwachstelle in der mailboxd-Komponente von Synacor Zimbra Collaboration Suite 8.7.x vor 8.7.11p10. Die Schwachstelle wird über den Autodiscover-Endpunkt (Autodiscover/Autodiscover.xml) ausgelöst, wenn ein schwach konfigurierter XML-Parser externe Entitätsverweise in eingehenden XML-Anfragen ohne Einschränkung verarbeitet. Der CVSS-Vektor (CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H) bestätigt die maximale Ausnutzbarkeit: Netzwerkbasierter Angriff ohne Authentifizierung, geringe Komplexität und keine Benutzerinteraktion erforderlich, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Die XXE-Schwachstelle kann in Kombination mit SSRF-Techniken verwendet werden, um auf interne Netzwerkressourcen zuzugreifen und die Schwachstelle bis zur vollständigen Remote Code Execution zu eskalieren.

Häufig gestellte Fragen

Wird CVE-2019-9670 aktiv ausgenutzt?

Ja. CVE-2019-9670 ist im CISA Known Exploited Vulnerabilities-Katalog gelistet, was eine aktive Ausnutzung in freier Wildbahn bestätigt. Öffentlicher Exploit-Code ist über mehrere Quellen verfügbar, einschließlich Exploit-DB und eines Metasploit-Moduls. Der EPSS-Score von 94,43 % (100. Perzentile) zeigt eine nahezu sichere Ausnutzungsaktivität.

Welche Produkte sind von CVE-2019-9670 betroffen?

CVE-2019-9670 betrifft Synacor Zimbra Collaboration Suite in den Versionen 8.7.0 bis 8.7.11 (einschließlich 8.7.11 ohne Patch 10). Konkret ist die mailboxd-Komponente betroffen, die den Autodiscover-Dienst bereitstellt. Versionen ab 8.7.11 Patch 10 sind gepatcht.

Wie behebe ich CVE-2019-9670?

Aktualisieren Sie Zimbra Collaboration Suite auf Version 8.7.11 Patch 10 oder höher. Falls ein sofortiges Patchen nicht möglich ist, beschränken Sie den Zugriff auf den Autodiscover-Endpunkt und implementieren Sie Netzwerksegmentierung. Überprüfen Sie Server-Logs auf Anzeichen einer bereits erfolgten Ausnutzung.

Wie schwerwiegend ist CVE-2019-9670?

CVE-2019-9670 hat einen CVSS 3.1-Score von 9.8 (CRITICAL), was die maximale Schweregradklasse darstellt. Die Schwachstelle erfordert keine Authentifizierung und ist trivial aus der Ferne ausnutzbar. Der EPSS-Score von 94,43 % in der 100. Perzentile bestätigt die extreme Bedrohungslage.

CVSS-Score

9.8
CRITICAL(9.8)

EPSS-Score

EPSS-Score99.99%
EPSS-Perzentil100.0%

Daten

Veröffentlicht29. Mai 2019
Zuletzt geändert17. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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