CVE-2017-0263
Microsoft Win32k Privilege Escalation Vulnerability
Beschreibung
CVE-2017-0263 ist eine schwerwiegende Privilegieneskalations-Schwachstelle im Microsoft Win32k-Kernel-Mode-Treiber mit einem CVSS-3.1-Score von 7.8 (HIGH). Die unter CWE-416 (Use After Free) klassifizierte Schwachstelle entsteht durch fehlerhafte Behandlung von Objekten im Speicher durch den Windows-Kernel-Mode-Treiber. Ein lokaler Angreifer mit niedrigen Berechtigungen kann die Schwachstelle ausnutzen, um beliebigen Code im Kernel-Modus auszuführen und vollständige Kontrolle über das System zu erlangen. Betroffen sind Windows 7 bis Windows 10 (Versionen 1507-1703) sowie Windows Server 2008-2016. Die Schwachstelle wurde in gezielten Angriffen der APT28-Gruppe (Fancy Bear) aktiv ausgenutzt und am 10. Februar 2022 in den CISA-KEV-Katalog aufgenommen. Der EPSS-Score beträgt 17,77 % (95,03. Perzentile).
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| microsoft | windows 10 1507 | - |
| microsoft | windows 10 1511 | - |
| microsoft | windows 10 1607 | - |
| microsoft | windows 10 1703 | - |
| microsoft | windows 7 | - |
| microsoft | windows 8.1 | - |
| microsoft | windows rt 8.1 | - |
| microsoft | windows server 2008 | -; r2 |
| microsoft | windows server 2012 | -; r2 |
| microsoft | windows server 2016 | - |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:L/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
Referenzen
- http://www.securityfocus.com/bid/98258(Broken Link, Third Party Advisory, VDB Entry)
- http://www.securitytracker.com/id/1038449(Broken Link, Third Party Advisory, VDB Entry)
- https://portal.msrc.microsoft.com/en-US/security-guidance/advisory/CVE-2017-0263(Patch, Vendor Advisory)
- https://www.exploit-db.com/exploits/44478/(Exploit, Third Party Advisory, VDB Entry)
- https://xiaodaozhi.com/exploit/117.html(Exploit, Third Party Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2017-0263(US Government Resource)
Schwachstellentyp
CWE-416: Use After Free
CVE-2017-0263 wird unter CWE-416 — Use After Free — klassifiziert. Diese Schwäche tritt auf, wenn Software auf Speicherbereiche zugreift, die bereits freigegeben wurden, was zu Programmabstürzen, unerwarteten Werten oder der Ausführung beliebigen Codes führen kann. Im Kernel-Kontext sind Use-After-Free-Schwachstellen besonders gefährlich, da sie die Manipulation von Kernel-Speicherlayouts ermöglichen.
Im Win32k-Treiber entsteht die Schwachstelle durch fehlerhafte Behandlung von Window-Manager-Objekten im Speicher. Wenn bestimmte Objekte freigegeben, aber anschließend von Kernel-Mode-Code referenziert werden, kann ein Angreifer den freigegebenen Speicherbereich manipulieren und die Ausführungskontrolle übernehmen. Da Win32k auf Kernel-Ebene operiert, gewährt erfolgreiche Ausnutzung die höchste Berechtigungsstufe im Windows-Betriebssystem.
Auswirkungsanalyse
CVE-2017-0263 erreicht einen CVSS-3.1-Score von 7.8 (HIGH) mit vollständigen Auswirkungen auf alle drei Sicherheitsdimensionen bei lokaler Ausnutzung.
Vertraulichkeit (High): Kernel-Mode-Codeausführung ermöglicht uneingeschränkten Zugriff auf alle Systemdaten, einschließlich geschützter Speicherbereiche anderer Prozesse, gespeicherter Anmeldedaten, Verschlüsselungsschlüssel und Daten aller Benutzer.
Integrität (High): Mit Kernel-Level-Privilegien kann ein Angreifer beliebige Dateien, Prozesse und Systemkonfigurationen ändern — Sicherheitssoftware deaktivieren, Rootkits installieren und Audit-Logs manipulieren.
Verfügbarkeit (High): Kernel-Mode-Zugriff ermöglicht Bluescreen-Abstürze, Beschädigung kritischer Systemstrukturen oder vollständige Systemunbrauchbarkeit. Ransomware mit System-Level-Privilegien macht die Wiederherstellung erheblich schwieriger.
Ausnutzungskontext: Der lokale Angriffsvektor (AV:L) und die niedrige Privilegienanforderung (PR:L) bedeuten, dass der Angreifer eine initiale Codeausführung auf dem Ziel benötigt, typischerweise über eine Begleit-Schwachstelle wie CVE-2017-0262. Die Kombination bildet eine wirkungsvolle Angriffskette.
Der EPSS-Score von 17,77 % (95,03. Perzentile) bestätigt signifikante Ausnutzungsaktivität, konsistent mit dem Einsatz in gezielten APT-Kampagnen.
Exploit-Reifegrad
Exploit-Status: CVE-2017-0263 weist eine hohe Exploit-Reife auf mit bestätigtem Einsatz in gezielten nationalstaatlichen Angriffen.
APT-Ausnutzung: CVE-2017-0263 wurde in gezielten Angriffen der APT28-Gruppe (Fancy Bear), einer bekannten russischen staatlich geförderten Cyberspionageeinheit, als Privilegieneskalationskomponente eingesetzt.
Angriffskette: In dokumentierten Kampagnen wurde CVE-2017-0263 mit CVE-2017-0262 (Microsoft-Office-RCE über manipulierte EPS-Dateien) kombiniert. Die Office-Schwachstelle lieferte die initiale Codeausführung, CVE-2017-0263 eskalierte auf Kernel-Ebene.
Öffentliche Exploits: Exploit-Code ist auf Exploit-DB (44478) verfügbar.
KEV-Eintrag: Aufnahme in den CISA-KEV-Katalog am 10. Februar 2022, Behebungsfrist bis 10. August 2022.
Ransomware-Bezug: Kein direkter Ransomware-Bezug laut CISA-KEV, obwohl Kernel-Level-Privilegieneskalation häufig in Ransomware-Angriffsketten eingesetzt wird.
EPSS-Kontext: Der EPSS-Score von 17,77 % (95,03. Perzentile) spiegelt signifikante reale Ausnutzung wider, primär in gezielten Kampagnen.
Behebung
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Microsoft-Sicherheitsupdate installieren. Wenden Sie umgehend den Patch aus dem MSRC-Advisory für alle betroffenen Windows-Versionen an.
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CVE-2017-0262 gleichzeitig beheben. Da diese Schwachstelle zusammen mit CVE-2017-0262 ausgenutzt wurde, müssen beide gleichzeitig adressiert werden, um die Angriffskette zu unterbrechen.
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Exploit-Mitigation-Technologien aktivieren. Aktivieren Sie Windows Defender Exploit Guard, Credential Guard und andere Kernel-Level-Schutzmaßnahmen. Stellen Sie sicher, dass Kernel ASLR (KASLR) aktiv ist.
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Lokalen Zugriff einschränken und Least Privilege durchsetzen. Minimieren Sie die Anzahl der Benutzer mit lokalem Login-Zugriff. Verwenden Sie Standardbenutzerkonten für den täglichen Betrieb.
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Endpoint Detection and Response einsetzen. Überwachen Sie verdächtige Win32k-Ausnutzungsmuster, ungewöhnliche Kernel-Speicherzugriffsmuster und Post-Exploitation-Verhalten wie Credential Dumping.
-
Auf historische Kompromittierung prüfen. Angesichts der APT28-Attribution sollten Organisationen in Regierungs-, Verteidigungs- und politischen Sektoren eine gründliche forensische Analyse durchführen.
Technische Details
CVE-2017-0263 ist eine Use-After-Free-Schwachstelle im Win32k-Kernel-Mode-Treiber, der das Windows-Window-Manager-Subsystem verwaltet.
Angriffsvektor: Lokal (AV:L), niedrige Komplexität (AC:L), niedrige Privilegien erforderlich (PR:L), keine Benutzerinteraktion (UI:N). Der Angreifer benötigt eine initiale Codeausführung auf dem Zielsystem.
Use-After-Free-Mechanismus: Der Win32k-Treiber gibt unter bestimmten Bedingungen ein Kernel-Speicherobjekt frei, behält aber eine Referenz darauf. Ein Angreifer kann diese Bedingung auslösen, den freigegebenen Speicher mit kontrollierten Daten belegen und bei erneutem Zugriff durch den Treiber die Codeausführung umleiten.
Ausnutzungstechnik: Der Angreifer manipuliert den Windows-Window-Manager zur Erzeugung der Use-After-Free-Bedingung, nutzt Heap-Spraying oder Pool-Manipulation zur Platzierung kontrollierter Daten und leitet den Ausführungsfluss zu Angreifer-Shellcode auf Ring-0-Ebene um.
Angriffskette: In APT28-Kampagnen begann der Angriff mit Spear-Phishing-E-Mails mit Microsoft-Office-Dokumenten mit bösartigem EPS-Bild (CVE-2017-0262). Die EPS-Schwachstelle führte initialen Shellcode aus, der dann CVE-2017-0263 zur Eskalation auf SYSTEM-Privilegien nutzte.
Betroffene Plattformen: Windows 7, 8.1, 10 (1507-1703), Server 2008, 2008 R2, 2012, 2012 R2, Server 2016.
Häufig gestellte Fragen
Was ist CVE-2017-0263?
CVE-2017-0263 ist eine schwerwiegende Use-After-Free-Privilegieneskalations-Schwachstelle im Microsoft Win32k-Kernel-Mode-Treiber. Sie ermöglicht einem lokalen Angreifer mit niedrigen Berechtigungen die Ausführung beliebigen Codes mit Kernel-Level-Privilegien und damit vollständige Systemkontrolle. Der CVSS-Score beträgt 7.8.
Wie wurde CVE-2017-0263 in der Praxis ausgenutzt?
Die Schwachstelle wurde von der APT28-Gruppe (Fancy Bear) in gezielten Angriffen eingesetzt. Die Angriffskette kombinierte CVE-2017-0262 (Office-EPS-Schwachstelle) für den initialen Zugang mit CVE-2017-0263 zur Kernel-Level-Privilegieneskalation. Spear-Phishing-E-Mails mit manipulierten Office-Dokumenten dienten als Angriffsvektor.
Wie behebe ich CVE-2017-0263?
Installieren Sie das Microsoft-Sicherheitsupdate aus dem MSRC-Advisory. Patchen Sie gleichzeitig CVE-2017-0262, um die vollständige Angriffskette zu adressieren. Aktivieren Sie Windows Defender Exploit Guard und KASLR. Setzen Sie Least-Privilege-Richtlinien und EDR-Lösungen zur Erkennung von Kernel-Ausnutzungsversuchen ein.
Wie schwerwiegend ist CVE-2017-0263?
Mit einem CVSS-Score von 7.8 als HIGH eingestuft, zeigt der bestätigte Einsatz in APT28-Kampagnen die Schwere der Schwachstelle. Der EPSS-Score von 17,77 % (95,03. Perzentile) bestätigt signifikante reale Ausnutzung. Kernel-Level-Privilegieneskalation ermöglicht vollständige Systemübernahme.
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