CVE-2014-0497
Adobe Flash Player Integer Underflow Vulnerablity
Beschreibung
CVE-2014-0497 ist eine kritische Integer-Underflow-Schwachstelle in Adobe Flash Player, die Remote Code Execution ermoeglicht. Die Schwachstelle betrifft Flash Player vor Version 11.7.700.261 und 11.8.x bis 12.0.x vor Version 12.0.0.44 auf Windows und Mac OS X sowie vor Version 11.2.202.336 auf Linux. Mit einem CVSS-Score von 9.8 (CRITICAL) und einem EPSS-Score von 93,02 % (99,8. Perzentil) gehoert diese Schwachstelle zu den gefaehrlichsten Flash-Player-Sicherheitsluecken. Die CISA hat CVE-2014-0497 in den KEV-Katalog aufgenommen, mit einer Behebungsfrist bis zum 08. Oktober 2024.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenBetroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| adobe | flash player | < 11.2.202.336; < 11.7.700.261; >= 11.8.800.94, < 12.0.0.44 |
| chrome | < 32.0.1700.107 | |
| redhat | enterprise linux desktop | 5.0; 6.0 |
| redhat | enterprise linux eus | 6.5 |
| redhat | enterprise linux server | 5.0; 6.0 |
| redhat | enterprise linux server aus | 6.5 |
| redhat | enterprise linux workstation | 5.0; 6.0 |
| opensuse | opensuse | 11.4; 12.3; 13.1 |
| suse | linux enterprise desktop | 11 |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H
Referenzen
- http://googlechromereleases.blogspot.com/2014/02/stable-channel-update.html(Release Notes)
- http://helpx.adobe.com/security/products/flash-player/apsb14-04.html(Broken Link, Patch, Vendor Advisory)
- http://lists.opensuse.org/opensuse-security-announce/2014-02/msg00000.html(Mailing List)
- http://lists.opensuse.org/opensuse-security-announce/2014-02/msg00001.html(Mailing List)
- http://lists.opensuse.org/opensuse-security-announce/2014-02/msg00006.html(Mailing List)
- http://rhn.redhat.com/errata/RHSA-2014-0137.html(Third Party Advisory)
- http://secunia.com/advisories/56437(Broken Link, Third Party Advisory)
- http://secunia.com/advisories/56737(Broken Link, Third Party Advisory)
- http://secunia.com/advisories/56780(Broken Link, Third Party Advisory)
- http://secunia.com/advisories/56799(Broken Link, Third Party Advisory)
- http://secunia.com/advisories/56839(Broken Link, Third Party Advisory)
- http://www.exploit-db.com/exploits/33212(Third Party Advisory, VDB Entry)
- http://www.osvdb.org/102849(Broken Link)
- http://www.securityfocus.com/bid/65327(Broken Link, Third Party Advisory, VDB Entry)
- http://www.securitytracker.com/id/1029715(Broken Link, Third Party Advisory, VDB Entry)
- https://exchange.xforce.ibmcloud.com/vulnerabilities/90884(Third Party Advisory, VDB Entry)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2014-0497(US Government Resource)
Schwachstellentyp
Fuer CVE-2014-0497 wurde keine spezifische CWE-Klassifikation zugewiesen. Die Schwachstelle wird als Integer Underflow beschrieben. Ein Integer Underflow tritt auf, wenn eine arithmetische Operation einen Wert erzeugt, der kleiner ist als der minimal darstellbare Wert des verwendeten Datentyps. Dies fuehrt zu einem Wrap-Around, bei dem der Wert auf den Maximalwert ueberlaeuft. Im Kontext von Adobe Flash Player kann ein solcher Underflow zu fehlerhaften Speicherallokationen, Buffer-Overflows und letztendlich zur Ausfuehrung beliebigen Codes fuehren.
Auswirkungsanalyse
Remote Code Execution ohne Authentifizierung: CVE-2014-0497 ermoeglicht die Ausfuehrung beliebigen Codes auf dem System des Opfers ohne jegliche Authentifizierung und ohne Benutzerinteraktion. Vertraulichkeit (C:H) bedeutet vollstaendigen Zugriff auf alle Benutzerdaten und Systemressourcen. Integritaet (I:H) erlaubt die Installation persistenter Malware, die Manipulation von Systemdateien und das Einschleusen von Backdoors. Verfuegbarkeit (A:H) ermoeglicht die vollstaendige Kontrolle ueber das System.
Keine Benutzerinteraktion erforderlich: Im Gegensatz zu vielen anderen Flash-Schwachstellen erfordert CVE-2014-0497 laut CVSS-Vektor keine Benutzerinteraktion (UI:N) und keine Privilegien (PR:N). Dies macht die Schwachstelle besonders kritisch, da sie ueber eingebettete Flash-Inhalte auf Webseiten oder in Werbeanzeigen automatisch ausgeloest werden kann.
EPSS und Ransomware-Risiko: Der EPSS-Score von 93,02 % (99,8. Perzentil) ist extrem hoch und belegt die massive Ausnutzung dieser Schwachstelle. Der Ransomware-Status ist als Unknown klassifiziert. Die Integration in oeffentliche Exploit-Datenbanken und die triviale Ausnutzbarkeit machen diese Schwachstelle jedoch zu einem idealen Vektor fuer Exploit-Kits, die Ransomware ausliefern.
Exploit-Reifegrad
CVE-2014-0497 weist eine extrem hohe Exploit-Reife auf. Ein funktionsfaehiger Exploit ist auf Exploit-DB oeffentlich verfuegbar. Die Schwachstelle wurde von Adobe als aktiv ausgenutzt bestätigt und im Notfall-Patch APSB14-04 adressiert.
KEV-Status: Die CISA hat diese Schwachstelle in den Known Exploited Vulnerabilities-Katalog aufgenommen, was die aktive Ausnutzung in freier Wildbahn offiziell bestaetigt. Die Behebungsfrist wurde auf den 08. Oktober 2024 festgesetzt.
EPSS-Kontext: Mit einem EPSS-Score von 93,02 % (99,8. Perzentil) gehoert CVE-2014-0497 zu den am aktivsten ausgenutzten Schwachstellen. Die Verfuegbarkeit eines funktionsfaehigen oeffentlichen Exploits und die weite Verbreitung von Flash Player trugen massgeblich zu diesem Score bei.
Ransomware-Verbindung: Der Ransomware-Status ist Unknown. Flash-Player-Schwachstellen mit oeffentlich verfuegbaren Exploits wurden jedoch intensiv von Exploit-Kits wie Angler, RIG und Magnitude genutzt, die als Hauptverteilungsmechanismus fuer Ransomware dienten.
Behebung
- Adobe Flash Player aktualisieren oder deinstallieren: Installieren Sie die gepatchte Version von Adobe Flash Player (11.7.700.261 bzw. 12.0.0.44 fuer Windows/Mac, 11.2.202.336 fuer Linux). Da Flash Player seit Ende 2020 End-of-Life ist, wird die vollstaendige Deinstallation nachdrücklich empfohlen.
- Flash Player vollstaendig von allen Systemen entfernen: Verwenden Sie das offizielle Adobe Flash Player Uninstall-Tool und pruefen Sie alle Systeme auf verbliebene Flash-Installationen. Entfernen Sie auch Flash-Plugins aus aelteren Browser-Profilen.
- Google Chrome aktualisieren: Da auch Google Chrome vor Version 32.0.1700.107 betroffen war, stellen Sie sicher, dass alle Chrome-Installationen auf dem aktuellen Stand sind. Chrome hat die eingebaute Flash-Unterstuetzung seit Version 88 (Januar 2021) vollstaendig entfernt.
- Netzwerk-Sicherheitsrichtlinien implementieren: Blockieren Sie SWF-Dateien an der Netzwerkgrenze durch Web-Proxies und Firewalls. Implementieren Sie Content-Security-Policy-Header, die das Laden von Flash-Inhalten unterbinden.
- Systeme auf Kompromittierung pruefen: Falls Systeme Flash Player in verwundbaren Versionen verwendet haben, fuehren Sie eine Ueberpruefung auf Indicators of Compromise (IoCs) durch. Pruefen Sie insbesondere auf ungewoehnliche Prozesse, verdaechtige Netzwerkverbindungen und nicht autorisierte Software-Installationen.
Technische Details
Die Schwachstelle ist ein Integer Underflow in Adobe Flash Player. Ein Integer Underflow tritt auf, wenn eine Subtraktion oder Dekrementierung einen Wert unter den minimal darstellbaren Bereich eines Integer-Datentyps bringt. In der Regel fuehrt dies zu einem Wrap-Around auf einen sehr grossen positiven Wert, der anschliessend als Groessenangabe fuer Speicheroperationen verwendet wird.
CVSS-Vektor im Detail: CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:H - Der Angriff erfolgt netzwerkbasiert (AV:N) mit niedriger Komplexitaet (AC:L). Es sind keine Privilegien (PR:N) und keine Benutzerinteraktion (UI:N) erforderlich. Der Scope ist unveraendert (S:U), und alle drei Schutzziele sind maximal betroffen (C:H/I:H/A:H). Der maximale CVSS-Score von 9.8 spiegelt die besondere Kritikalitaet dieser Schwachstelle wider.
Angriffsmechanismus: Der Angreifer erstellt eine speziell praeparierte SWF-Datei, die den Integer Underflow in der Flash-Player-Engine ausloest. Der Underflow fuehrt zu einer fehlerhaften Speicherallokation - statt eines kleinen Puffers wird ein extrem grosser Bereich alloziert oder ein Puffergrenzenpruefung wird umgangen. Dies ermoeglicht dem Angreifer, Speicherbereiche zu ueberschreiben und die Kontrolle ueber den Programmfluss zu uebernehmen. Der auf Exploit-DB verfuegbare Exploit demonstriert die praktische Ausnutzbarkeit. Die Auswirkung betrifft neben dem eigenstaendigen Flash Player auch die in Google Chrome eingebettete Version (vor Chrome 32.0.1700.107).
Häufig gestellte Fragen
Warum hat CVE-2014-0497 den maximalen CVSS-Score von 9.8?
Der Score von 9.8 ergibt sich aus der Kombination von netzwerkbasierter Ausnutzung ohne Authentifizierung und ohne Benutzerinteraktion bei gleichzeitig maximalem Impact auf Vertraulichkeit, Integritaet und Verfuegbarkeit. Dies bedeutet, dass ein Angreifer ohne jegliche Voraussetzungen das System vollstaendig kompromittieren kann.
Was ist ein Integer Underflow und warum ist er gefaehrlich?
Ein Integer Underflow tritt auf, wenn eine arithmetische Operation einen Wert unterhalb des darstellbaren Bereichs erzeugt. In typischen Implementierungen fuehrt dies zu einem Wrap-Around auf einen sehr grossen Wert. Wenn dieser Wert als Groesse fuer Speicheroperationen verwendet wird, entstehen Buffer-Overflows, die zur Code-Ausfuehrung missbraucht werden koennen.
War auch Google Chrome von dieser Schwachstelle betroffen?
Ja, Google Chrome vor Version 32.0.1700.107 war ebenfalls betroffen, da Chrome eine eigene eingebaute Version von Adobe Flash Player (PPAPI) enthielt. Google hat den Patch fuer Chrome zeitnah bereitgestellt. Seit Chrome 88 (Januar 2021) ist Flash vollstaendig aus Chrome entfernt.
Gibt es funktionsfaehige oeffentliche Exploits fuer CVE-2014-0497?
Ja, auf Exploit-DB ist ein funktionsfaehiger Exploit unter der ID 33212 verfuegbar. Die Existenz oeffentlicher Exploits in Kombination mit der weiten Verbreitung von Flash Player fuehrte zu einer massiven Ausnutzung durch Exploit-Kits und automatisierte Angriffswerkzeuge.
Hilfe beim Schwachstellenmanagement?
Unsere Sicherheitsexperten helfen Ihnen bei der Priorisierung und Behebung von Schwachstellen.