CVE-2013-0641

HIGH(7.8)KEVErhöhtes Risiko

Adobe Reader Buffer Overflow Vulnerability

Beschreibung

CVE-2013-0641 ist eine schwerwiegende Schwachstelle in Adobe Reader mit einem CVSS-3.1-Score von 7.8. Durch Ausnutzung dieser Schwachstelle kann ein Angreifer Remote Code Execution auf dem Zielsystem erzielen. Der Fehler wird als CWE-120 (Pufferkopie ohne Überprüfung der Eingabegröße ('Klassischer Buffer Overflow')) klassifiziert. Die Ausnutzung erfolgt typischerweise, wenn ein Benutzer ein manipuliertes PDF-Dokument öffnet, das per E-Mail, Web-Download oder Filesharing-Plattform zugestellt wurde und die Schwachstelle im Dokument-Parsing-Engine auslöst. Diese Schwachstelle ist im CISA KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) gelistet mit einer Behebungsfrist bis zum 2022-03-24. Der EPSS-Score von 0,87959 (99,48. Perzentile) belegt eine erhebliche reale Ausnutzungswahrscheinlichkeit.

KEV-Informationen

Hersteller
Adobe
Produkt
Reader
Hinzugefügt am
3. März 2022
Fälligkeitsdatum
24. März 2022
Erforderliche Maßnahme
Apply updates per vendor instructions.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
LOCAL
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
NONE
Benutzerinteraktion
REQUIRED
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
1.8
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
adobeacrobat>= 9.0, < 9.5.4; >= 10.0, < 10.1.6; >= 11.0, < 11.0.02
adobeacrobat reader>= 10.0, < 10.1.6; >= 11.0, < 11.0.02; >= 9.0, < 9.5.4
redhatenterprise linux desktop6.0
redhatenterprise linux eus5.9; 6.4
redhatenterprise linux server6.0
redhatenterprise linux server aus5.9; 6.4
redhatenterprise linux workstation6.0
opensuseopensuse11.4; 12.1
suselinux enterprise desktop10; 11

Mehrere CVSS-Bewertungen

Quelle: [email protected](Primary)
7.8
HIGH

CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H

Quelle: 134c704f-9b21-4f2e-91b3-4a467353bcc0(Secondary)
7.8
HIGH

CVSS:3.1/AV:L/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-120: Pufferkopie ohne Überprüfung der Eingabegröße ('Klassischer Buffer Overflow')

CVE-2013-0641 wird unter CWE-120 — Pufferkopie ohne Überprüfung der Eingabegröße ('Klassischer Buffer Overflow') — klassifiziert. Der klassische Buffer Overflow ist eine Schwachstelle, die auftritt, wenn ein Programm Daten in einen Puffer kopiert, ohne vorher zu prüfen, ob die Daten in die zugewiesene Größe des Puffers passen. Dies geschieht typischerweise, wenn Funktionen wie strcpy(), gets(), sprintf() oder memcpy() ohne ordnungsgemäße Grenzenprüfung verwendet werden. Wenn die Eingabedaten die Pufferkapazität überschreiten, werden angrenzende Speicherstellen überschrieben, was potenziell Daten beschädigt, das Programm zum Absturz bringt oder beliebige Code-Ausführung ermöglicht. Diese Schwachstellenklasse war für zahlreiche hochkarätige Sicherheitsverletzungen verantwortlich und bleibt trotz jahrzehntelänger Aufklärung ein kritisches Problem in C/C++-Anwendungen.

Im Kontext von Adobe Reader ist diese Schwachstellenklasse besonders kritisch, da das Produkt in zahlreichen Unternehmens- und Endbenutzerumgebungen eingesetzt wird. Buffer Overflows gehören zu den gefährlichsten Schwachstellen in der Software-Sicherheit. Angreifer können sie ausnutzen, um Funktions-Rücksprungadressen zu überschreiben und die Programmausführung auf eingeschleusten Shellcode umzuleiten. Stack-basierte Overflows ermöglichen zuverlässige Code-Ausführung durch Return-Oriented Programming (ROP) und andere Techniken, die moderne Schutzmaßnahmen wie DEP/NX umgehen. Heap-Overflows können Speicherverwaltungsstrukturen für ähnliche Effekte beschädigen. Selbst mit Exploit-Mitigierungen verursachen Buffer Overflows häufig Denial-of-Service durch Abstürze. Kritische Systeme, die in C/C++ geschrieben sind, einschließlich Betriebssysteme, Netzwerkdienste und Embedded-Geräte, bleiben gefährdet. Der Morris-Wurm (1988), Code Red (2001) und Heartbleed (2014) nutzten alle pufferbezogene Schwachstellen aus. Organisationen, die betroffene Versionen einsetzen, sollten verstehen, dass diese Schwachstellenklasse häufig zuverlässige Angriffspfade bietet, die von Bedrohungsakteuren sowohl in gezielten als auch in opportunistischen Angriffen aktiv ausgenutzt werden.

Auswirkungsanalyse

CVE-2013-0641 trägt einen CVSS-3.1-Score von 7.8 (HOCH) mit folgenden Auswirkungsmerkmalen.

Vertraulichkeit (HIGH): Ein Angreifer, der diese Schwachstelle erfolgreich ausnutzt, erhält Zugriff auf sämtliche Daten, die der betroffenen Komponente zugänglich sind. Im Kontext von Adobe Reader umfasst dies potenziell sensible Konfigurationsdaten, Benutzeranmeldeinformationen, vertrauliche Geschäftsinformationen und alle von der Anwendung verarbeiteten Daten.

Integrität (HIGH): Eine erfolgreiche Ausnutzung ermöglicht dem Angreifer das Ändern, Beschädigen oder Zerstören von Daten im betroffenen System. Dies schließt die Manipulation von Systemdateien, die Installation von Backdoors oder persistenter Malware, die Änderung kritischer Konfigurationen und die Manipulation der Anwendungslogik ein.

Verfügbarkeit (HIGH): Die Schwachstelle kann ausgenutzt werden, um einen vollständigen Denial-of-Service herbeizuführen und das betroffene System für legitime Benutzer unzugänglich zu machen. Systemabstürze oder Ressourcenerschöpfung können bis zur manuellen administrativen Intervention andauern.

Scope (Unchanged): Die Auswirkungen der Ausnutzung bleiben auf den Sicherheitsbereich der verwundbaren Komponente selbst beschränkt. Obwohl der Schaden innerhalb dieses Bereichs bis zur vollständigen Kompromittierung der betroffenen Anwendung reichen kann, erfordert eine laterale Ausbreitung zusätzliche Angriffsschritte.

Mit einem EPSS-Score von 0,87959 (99,48. Perzentile) gehört diese Schwachstelle zu den am häufigsten in der Praxis ausgenutzten und übertrifft die große Mehrheit aller katalogisierten Schwachstellen hinsichtlich realer Exploit-Aktivität deutlich.

Exploit-Reifegrad

CVE-2013-0641 weist eine fortgeschrittene Exploit-Reife mit bestätigter aktiver Ausnutzung in der Praxis auf.

Aktive Ausnutzung: Diese Schwachstelle ist im CISA Known Exploited Vulnerabilities (KEV) Katalog gelistet, was bestätigt, dass sie von Bedrohungsakteuren aktiv ausgenutzt wird. Die KEV-Aufnahme verpflichtet US-Bundesbehörden zur Behebung innerhalb der festgelegten Frist und dient als starkes Signal für reale Risiken.

Ransomware-Bezug: Nach aktuellem Stand des KEV-Katalogs wurde kein direkter Ransomware-Zusammenhang für CVE-2013-0641 bestätigt. Die Schwachstelle bleibt jedoch aufgrund ihrer Eigenschaften und der bestätigten Ausnutzung ein potenzieller Angriffsvektor für verschiedene Bedrohungsakteure einschließlich Cyberkrimineller und APT-Gruppen.

Exploit-Verfügbarkeit: In den NVD-Daten wurden keine spezifischen öffentlichen Exploit-Code-Referenzen identifiziert. Die Aufnahme in den KEV-Katalog bestätigt jedoch die reale Ausnutzung. Threat-Intelligence-Quellen und Untergrundforen können Exploit-Werkzeuge bereitstellen, die nicht in öffentlichen Datenbanken erfasst sind.

KEV-Behebungsfrist: CISA setzte eine Behebungsfrist zum 2022-03-24 für Bundesbehörden, was die Dringlichkeit der Patch-Anwendung unterstreicht. Organisationen außerhalb des öffentlichen Sektors sollten diese Frist als starken Risikoindikator betrachten und die Behebung entsprechend priorisieren.

Behebung

  1. Sicherheitsupdates des Herstellers umgehend einspielen. Apply updates per vendor instructions. Konsultieren Sie den offiziellen Sicherheitshinweis für spezifische Patch-Versionen und Bereitstellungsanleitungen.

  2. Betroffene Produktversionen in der eigenen Umgebung identifizieren. Zu den betroffenen Produkten gehören: Acrobat (>= 9.0, < 9.5.4; >= 10.0, < 10.1.6; >= 11.0, < 11.0.02), Acrobat Reader (>= 10.0, < 10.1.6; >= 11.0, < 11.0.02; >= 9.0, < 9.5.4), Enterprise Linux Desktop (6.0), Enterprise Linux Eus (5.9; 6.4), Enterprise Linux Server (6.0), Enterprise Linux Server Aus (5.9; 6.4), Enterprise Linux Workstation (6.0), Opensuse (11.4; 12.1), Linux Enterprise Desktop (10; 11). Führen Sie eine Bestandsaufnahme aller Instanzen in Ihrer Organisation durch, um eine vollständige Patch-Abdeckung sicherzustellen und zu verhindern, dass ungepatchte Systeme exponiert bleiben.

  3. Zwischenmaßnahmen implementieren, falls sofortiges Patchen nicht möglich ist. Sensibilisieren Sie Benutzer für die Risiken beim Öffnen nicht vertrauenswürdiger Dateien oder Dokumente. Implementieren Sie Application Whitelisting und konfigurieren Sie E-Mail-Gateways zum Blockieren oder Quarantänisieren verdächtiger Anhänge. Aktivieren Sie die geschützte Ansicht oder Sandbox-Ausführung in Dokumentenanwendungen, wo verfügbar.

  4. Erweiterte Überwachung und Erkennung aktivieren. Konfigurieren Sie Intrusion-Detection-Systeme und Endpoint-Detection-and-Response-(EDR)-Lösungen zur Erkennung von Ausnutzungsversuchen gegen CVE-2013-0641. Überprüfen Sie Sicherheitsprotokolle auf Kompromittierungsindikatoren und richten Sie Alarme für anomales Verhalten auf Systemen mit betroffener Software ein.

  5. Schwachstellenbewertung nach dem Patchen durchführen. Überprüfen Sie nach dem Einspielen der Patches deren Wirksamkeit durch Schwachstellen-Scans auf allen zuvor betroffenen Systemen. Bestätigen Sie, dass die Schwachstelle nicht mehr vorhanden ist, und stellen Sie sicher, dass keine Instanzen bei der Bereitstellung übersehen wurden.

  6. Incident-Response-Verfahren überprüfen und aktualisieren. Stellen Sie sicher, dass Ihr Incident-Response-Plan die potenzielle Ausnutzung von CVE-2013-0641 berücksichtigt. Dokumentieren Sie den Patch-Status und bewahren Sie Nachweise der Behebung für Compliance- und Audit-Zwecke auf.

Technische Details

CVE-2013-0641 ist eine schwerwiegende Schwachstelle in Adobe Reader. Die Schwachstelle ermöglicht Angreifern die Ausführung beliebigen Codes auf dem betroffenen System.

Angriffsvektor: Lokal — die Ausnutzung erfordert lokalen Zugang oder das Öffnen einer manipulierten Datei. Trotz dieser Einschränkung bleibt die Schwachstelle durch Social Engineering und Phishing-Kampagnen hochgradig ausnutzbar.

Angriffskomplexität: Niedrig — die Ausnutzung erfordert keine speziellen Bedingungen, Race Conditions oder umfangreiche Vorbereitung und ist für ein breites Spektrum von Angreifern einschließlich solcher mit begrenzten technischen Fähigkeiten zugänglich.

Voraussetzungen: Es sind keine vorherigen Berechtigungen erforderlich. Benutzerinteraktion ist erforderlich, typischerweise das Öffnen einer manipulierten Datei, das Anklicken eines bösartigen Links oder der Besuch einer kompromittierten Webseite.

Zugrunde liegender Mechanismus: Die Schwachstelle basiert auf Pufferkopie ohne Überprüfung der Eingabegröße ('Klassischer Buffer Overflow'), wobei der klassische Buffer Overflow ist eine Schwachstelle, die auftritt, wenn ein Programm Daten in einen Puffer kopiert, ohne vorher zu prüfen, ob die Daten in die zugewiesene Größe des Puffers passen. Im Kontext von Reader manifestiert sich dies bei der Verarbeitung speziell präparierter Eingaben, die den zugrunde liegenden Fehler auslösen und dem Angreifer die Code-Ausführung oder andere schädliche Ergebnisse ermöglichen.

Betroffene Produkte: Acrobat (>= 9.0, < 9.5.4; >= 10.0, < 10.1.6; >= 11.0, < 11.0.02), Acrobat Reader (>= 10.0, < 10.1.6; >= 11.0, < 11.0.02; >= 9.0, < 9.5.4), Enterprise Linux Desktop (6.0), Enterprise Linux Eus (5.9; 6.4), Enterprise Linux Server (6.0), Enterprise Linux Server Aus (5.9; 6.4), Enterprise Linux Workstation (6.0), Opensuse (11.4; 12.1), Linux Enterprise Desktop (10; 11). Organisationen sollten ihre eingesetzten Versionen mit dieser Liste abgleichen, um die eigene Exposition gegenüber dieser Schwachstelle zu bewerten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist CVE-2013-0641?

CVE-2013-0641 ist eine schwerwiegende Schwachstelle (CVSS 7.8) in Adobe Reader. Sie ermöglicht Angreifern die Ausführung beliebigen Codes auf betroffenen Systemen. Die Schwachstelle ist im CISA KEV-Katalog gelistet und wird aktiv in der Praxis ausgenutzt.

Welche Produkte sind von CVE-2013-0641 betroffen?

Von der Schwachstelle betroffen sind Adobe-Produkte einschließlich Acrobat, Acrobat Reader. Betroffene Versionen umfassen >= 9.0, < 9.5.4; >= 10.0, < 10.1.6; >= 11.0, < 11.0.02. Organisationen sollten den Sicherheitshinweis des Herstellers für die vollständige Liste betroffener Versionen und verfügbarer Patches konsultieren.

Wie behebe ich CVE-2013-0641?

Apply updates per vendor instructions. Konsultieren Sie den offiziellen Sicherheitshinweis des Herstellers für spezifische Patch-Downloads und Bereitstellungsanweisungen. Falls sofortiges Patchen nicht möglich ist, implementieren Sie Zwischenmaßnahmen wie die Einschränkung des Zugriffs auf die verwundbare Komponente, die Aktivierung erweiterter Überwachung und die Sensibilisierung der Benutzer für potenzielle Angriffsvektoren. Überprüfen Sie die Behebung durch Schwachstellen-Scans nach dem Patchen.

Wie schwerwiegend ist CVE-2013-0641?

CVE-2013-0641 wird mit einem CVSS-3.1-Score von 7.8 als HOCH eingestuft. Der EPSS-Score von 0,87959 entspricht der 99,48. Perzentile der Ausnutzungswahrscheinlichkeit, was bedeutet, dass diese Schwachstelle wahrscheinlicher ausgenutzt wird als 99,5% aller bekannten Schwachstellen. Die KEV-Behebungsfrist war der 2022-03-24, und die bestätigte aktive Ausnutzung macht diese Schwachstelle zu einem vorrangigen Behebungsziel. Organisationen sollten das Patchen als dringend betrachten, unabhängig davon, ob sie sich derzeit als Ziel sehen.

CVSS-Score

7.8
HIGH(7.8)

EPSS-Score

EPSS-Score32.45%
EPSS-Perzentil98.2%

Daten

Veröffentlicht14. Februar 2013
Zuletzt geändert16. Juni 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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