CVE-2012-1723

CRITICAL(9.8)KEVRansomwareWahrscheinlich ausgenutzt

Oracle Java SE Runtime Environment (JRE) Arbitrary Code Execution Vulnerability

Beschreibung

CVE-2012-1723 ist eine kritische Schwachstelle in Oracle Java SE mit einem CVSS-3.1-Score von 9.8. Die Schwachstelle kann von Angreifern ausgenutzt werden, um das betroffene System zu kompromittieren. Der Fehler wird als CWE-284 (Unsachgemäße Zugriffskontrolle) klassifiziert. In typischen Angriffsszenarien erfolgt die Ausnutzung über bösartige Java-Applets in Webseiten, Drive-by-Downloads oder speziell präparierte Anwendungen, die die JVM-Laufzeitumgebung ausnutzen. Diese Schwachstelle ist im CISA KEV-Katalog (Known Exploited Vulnerabilities) gelistet mit einer Behebungsfrist bis zum 2022-03-24. CISA hat einen bestätigten Zusammenhang mit Ransomware-Kampagnen dokumentiert. Der EPSS-Score von 0,93996 (99,89. Perzentile) belegt eine erhebliche reale Ausnutzungswahrscheinlichkeit.

KEV-Informationen

Hersteller
Oracle
Produkt
Java SE
Hinzugefügt am
3. März 2022
Fälligkeitsdatum
24. März 2022
Erforderliche Maßnahme
Apply updates per vendor instructions.

CVSS-Score

Vektorstring
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnen
Angriffsvektor
NETWORK
Angriffskomplexität
LOW
Erforderliche Privilegien
NONE
Benutzerinteraktion
NONE
Scope
UNCHANGED
Vertraulichkeitsauswirkung
HIGH
Integritätsauswirkung
HIGH
Verfügbarkeitsauswirkung
HIGH
Ausnutzbarkeitsscore
3.9
Auswirkungsscore
5.9

CWEs

Betroffene Produkte

HerstellerProduktVersion
oraclejdk<= 1.4.2_37; 1.5.0; 1.6.0; 1.7.0
oraclejre<= 1.4.2_37; 1.5.0; 1.6.0; 1.7.0
redhaticedtea6< 1.10.8; >= 1.11.0, < 1.11.3
redhatenterprise linux desktop5.0; 6.0
redhatenterprise linux eus6.2
redhatenterprise linux server5.0; 6.0
redhatenterprise linux server aus6.2
redhatenterprise linux workstation5.0; 6.0

Referenzen

Schwachstellentyp

CWE-284: Unsachgemäße Zugriffskontrolle

CVE-2012-1723 wird unter CWE-284 — Unsachgemäße Zugriffskontrolle — klassifiziert. Unsachgemäße Zugriffskontrolle tritt auf, wenn Software den Zugriff auf eine Ressource durch einen unautorisierten Akteur nicht ordnungsgemäß einschränkt. Dies ist eine breite Kategorie, die viele spezifische Zugriffskontrollfehler umfasst, darunter Authentifizierungsumgehung, Autorisierungsumgehung und unsachgemäße Durchsetzung von Zugriffsrichtlinien. Zugriffskontrolle umfasst die Bestimmung, wer auf welche Ressourcen zugreifen kann und welche Aktionen ausgeführt werden dürfen. Fehler können bei der Authentifizierung (wer Sie sind), der Autorisierung (was Sie tun dürfen) oder der Rechenschaftspflicht (Nachverfolgung, was getan wurde) auftreten.

Im Kontext von Oracle Java SE ist diese Schwachstellenklasse besonders kritisch, da das Produkt in zahlreichen Unternehmens- und Endbenutzerumgebungen eingesetzt wird. Zugriffskontrollfehler gehören konstant zu den kritischsten Sicherheitsschwachstellen. Sie führen direkt zu unautorisiertem Zugriff auf sensible Daten, unautorisierter Änderung von Systemen und potenzieller vollständiger Systemkompromittierung. OWASP stuft Broken Access Control als die Nr. 1 Schwachstellenkategorie ein. Reale Auswirkungen umfassen Datenverstöße, die Millionen von Datensätzen offenlegen, Finanzbetrug und Systemübernahmen. Zugriffskontrollfehler sind besonders gefährlich, da sie oft keine Ausnutzungsfähigkeiten erfordern -- nur Kenntnis des Fehlers. Organisationen, die betroffene Versionen einsetzen, sollten verstehen, dass diese Schwachstellenklasse häufig zuverlässige Angriffspfade bietet, die von Bedrohungsakteuren sowohl in gezielten als auch in opportunistischen Angriffen aktiv ausgenutzt werden.

Auswirkungsanalyse

CVE-2012-1723 trägt einen CVSS-3.1-Score von 9.8 (KRITISCH) mit folgenden Auswirkungsmerkmalen.

Vertraulichkeit (HIGH): Ein Angreifer, der diese Schwachstelle erfolgreich ausnutzt, erhält Zugriff auf sämtliche Daten, die der betroffenen Komponente zugänglich sind. Im Kontext von Oracle Java SE umfasst dies potenziell sensible Konfigurationsdaten, Benutzeranmeldeinformationen, vertrauliche Geschäftsinformationen und alle von der Anwendung verarbeiteten Daten.

Integrität (HIGH): Eine erfolgreiche Ausnutzung ermöglicht dem Angreifer das Ändern, Beschädigen oder Zerstören von Daten im betroffenen System. Dies schließt die Manipulation von Systemdateien, die Installation von Backdoors oder persistenter Malware, die Änderung kritischer Konfigurationen und die Manipulation der Anwendungslogik ein.

Verfügbarkeit (HIGH): Die Schwachstelle kann ausgenutzt werden, um einen vollständigen Denial-of-Service herbeizuführen und das betroffene System für legitime Benutzer unzugänglich zu machen. Systemabstürze oder Ressourcenerschöpfung können bis zur manuellen administrativen Intervention andauern.

Scope (Unchanged): Die Auswirkungen der Ausnutzung bleiben auf den Sicherheitsbereich der verwundbaren Komponente selbst beschränkt. Obwohl der Schaden innerhalb dieses Bereichs bis zur vollständigen Kompromittierung der betroffenen Anwendung reichen kann, erfordert eine laterale Ausbreitung zusätzliche Angriffsschritte.

Mit einem EPSS-Score von 0,93996 (99,89. Perzentile) gehört diese Schwachstelle zu den am häufigsten in der Praxis ausgenutzten und übertrifft die große Mehrheit aller katalogisierten Schwachstellen hinsichtlich realer Exploit-Aktivität deutlich.

Exploit-Reifegrad

CVE-2012-1723 weist eine fortgeschrittene Exploit-Reife mit bestätigter aktiver Ausnutzung in der Praxis auf.

Aktive Ausnutzung: Diese Schwachstelle ist im CISA Known Exploited Vulnerabilities (KEV) Katalog gelistet, was bestätigt, dass sie von Bedrohungsakteuren aktiv ausgenutzt wird. Die KEV-Aufnahme verpflichtet US-Bundesbehörden zur Behebung innerhalb der festgelegten Frist und dient als starkes Signal für reale Risiken.

Ransomware-Bezug: Der CISA-KEV-Katalog bestätigt einen bekannten Zusammenhang zwischen CVE-2012-1723 und Ransomware-Kampagnen. Ransomware-Betreiber haben Exploits für diese Schwachstelle in ihre Angriffsketten integriert und nutzen sie für den initialen Zugang oder die Rechteausweitung zur Bereitstellung von Ransomware-Payloads in Unternehmensumgebungen.

Exploit-Verfügbarkeit: In den NVD-Daten wurden keine spezifischen öffentlichen Exploit-Code-Referenzen identifiziert. Die Aufnahme in den KEV-Katalog bestätigt jedoch die reale Ausnutzung. Threat-Intelligence-Quellen und Untergrundforen können Exploit-Werkzeuge bereitstellen, die nicht in öffentlichen Datenbanken erfasst sind.

KEV-Behebungsfrist: CISA setzte eine Behebungsfrist zum 2022-03-24 für Bundesbehörden, was die Dringlichkeit der Patch-Anwendung unterstreicht. Organisationen außerhalb des öffentlichen Sektors sollten diese Frist als starken Risikoindikator betrachten und die Behebung entsprechend priorisieren.

Behebung

  1. Sicherheitsupdates des Herstellers umgehend einspielen. Apply updates per vendor instructions. Konsultieren Sie den offiziellen Sicherheitshinweis für spezifische Patch-Versionen und Bereitstellungsanleitungen.

  2. Betroffene Produktversionen in der eigenen Umgebung identifizieren. Zu den betroffenen Produkten gehören: Jdk (<= 1.4.2_37; 1.5.0; 1.6.0; 1.7.0), Jre (<= 1.4.2_37; 1.5.0; 1.6.0; 1.7.0), Icedtea6 (< 1.10.8; >= 1.11.0, < 1.11.3), Enterprise Linux Desktop (5.0; 6.0), Enterprise Linux Eus (6.2), Enterprise Linux Server (5.0; 6.0), Enterprise Linux Server Aus (6.2), Enterprise Linux Workstation (5.0; 6.0). Führen Sie eine Bestandsaufnahme aller Instanzen in Ihrer Organisation durch, um eine vollständige Patch-Abdeckung sicherzustellen und zu verhindern, dass ungepatchte Systeme exponiert bleiben.

  3. Zwischenmaßnahmen implementieren, falls sofortiges Patchen nicht möglich ist. Beschränken Sie den Netzwerkzugriff auf den betroffenen Dienst mittels Firewall-Regeln und Zugriffskontrolllisten. Begrenzen Sie die Exposition auf vertrauenswürdige Netzwerke und überwachen Sie verdächtige Netzwerkverkehrsmuster, die auf den verwundbaren Dienst abzielen.

  4. Erweiterte Überwachung und Erkennung aktivieren. Konfigurieren Sie Intrusion-Detection-Systeme und Endpoint-Detection-and-Response-(EDR)-Lösungen zur Erkennung von Ausnutzungsversuchen gegen CVE-2012-1723. Überprüfen Sie Sicherheitsprotokolle auf Kompromittierungsindikatoren und richten Sie Alarme für anomales Verhalten auf Systemen mit betroffener Software ein.

  5. Schwachstellenbewertung nach dem Patchen durchführen. Überprüfen Sie nach dem Einspielen der Patches deren Wirksamkeit durch Schwachstellen-Scans auf allen zuvor betroffenen Systemen. Bestätigen Sie, dass die Schwachstelle nicht mehr vorhanden ist, und stellen Sie sicher, dass keine Instanzen bei der Bereitstellung übersehen wurden.

  6. Auf Anzeichen einer vorherigen Kompromittierung prüfen. Angesichts des bestätigten Ransomware-Zusammenhangs sollten Sie untersuchen, ob diese Schwachstelle bereits in Ihrer Umgebung ausgenutzt wurde. Prüfen Sie auf ungewöhnliche Prozessaktivitäten, unbefugte Dateiänderungen, anomale Netzwerkverkehrsmuster und unerwartete laterale Bewegungen zwischen Systemen.

Technische Details

CVE-2012-1723 ist eine kritische Schwachstelle in Oracle Java SE. Die Schwachstelle kann zur Kompromittierung des betroffenen Systems ausgenutzt werden.

Angriffsvektor: Netzwerk — die Schwachstelle ist über das Netzwerk ohne lokalen Zugang zum Zielsystem ausnutzbar, was die potenzielle Angreiferpopulation erheblich erweitert.

Angriffskomplexität: Niedrig — die Ausnutzung erfordert keine speziellen Bedingungen, Race Conditions oder umfangreiche Vorbereitung und ist für ein breites Spektrum von Angreifern einschließlich solcher mit begrenzten technischen Fähigkeiten zugänglich.

Zugrunde liegender Mechanismus: Die Schwachstelle basiert auf Unsachgemäße Zugriffskontrolle, wobei unsachgemäße Zugriffskontrolle tritt auf, wenn Software den Zugriff auf eine Ressource durch einen unautorisierten Akteur nicht ordnungsgemäß einschränkt. Im Kontext von Java SE manifestiert sich dies bei der Verarbeitung speziell präparierter Eingaben, die den zugrunde liegenden Fehler auslösen und dem Angreifer die Code-Ausführung oder andere schädliche Ergebnisse ermöglichen.

Betroffene Produkte: Jdk (<= 1.4.2_37; 1.5.0; 1.6.0; 1.7.0), Jre (<= 1.4.2_37; 1.5.0; 1.6.0; 1.7.0), Icedtea6 (< 1.10.8; >= 1.11.0, < 1.11.3), Enterprise Linux Desktop (5.0; 6.0), Enterprise Linux Eus (6.2), Enterprise Linux Server (5.0; 6.0), Enterprise Linux Server Aus (6.2), Enterprise Linux Workstation (5.0; 6.0). Organisationen sollten ihre eingesetzten Versionen mit dieser Liste abgleichen, um die eigene Exposition gegenüber dieser Schwachstelle zu bewerten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist CVE-2012-1723?

CVE-2012-1723 ist eine kritische Schwachstelle (CVSS 9.8) in Oracle Java SE. Sie kann zur Kompromittierung betroffener Systeme ausgenutzt werden. Die Schwachstelle ist im CISA KEV-Katalog gelistet und wird aktiv in der Praxis ausgenutzt. Es besteht ein bestätigter Zusammenhang mit Ransomware-Kampagnen.

Welche Produkte sind von CVE-2012-1723 betroffen?

Von der Schwachstelle betroffen sind Oracle-Produkte einschließlich Jdk, Jre. Betroffene Versionen umfassen <= 1.4.2_37; 1.5.0; 1.6.0; 1.7.0. Organisationen sollten den Sicherheitshinweis des Herstellers für die vollständige Liste betroffener Versionen und verfügbarer Patches konsultieren.

Wie behebe ich CVE-2012-1723?

Apply updates per vendor instructions. Konsultieren Sie den offiziellen Sicherheitshinweis des Herstellers für spezifische Patch-Downloads und Bereitstellungsanweisungen. Falls sofortiges Patchen nicht möglich ist, implementieren Sie Zwischenmaßnahmen wie die Einschränkung des Zugriffs auf die verwundbare Komponente, die Aktivierung erweiterter Überwachung und die Sensibilisierung der Benutzer für potenzielle Angriffsvektoren. Überprüfen Sie die Behebung durch Schwachstellen-Scans nach dem Patchen.

Wie schwerwiegend ist CVE-2012-1723?

CVE-2012-1723 wird mit einem CVSS-3.1-Score von 9.8 als KRITISCH eingestuft. Der EPSS-Score von 0,93996 entspricht der 99,89. Perzentile der Ausnutzungswahrscheinlichkeit, was bedeutet, dass diese Schwachstelle wahrscheinlicher ausgenutzt wird als 99,9% aller bekannten Schwachstellen. CISA hat einen Ransomware-Zusammenhang bestätigt, und die KEV-Behebungsfrist war der 2022-03-24. Die Kombination aus aktiver Ausnutzung, Ransomware-Bezug und hohem EPSS macht diese Schwachstelle zu einem vorrangigen Behebungsziel für alle betroffenen Organisationen.

CVSS-Score

9.8
CRITICAL(9.8)

EPSS-Score

EPSS-Score93.69%
EPSS-Perzentil99.8%

Daten

Veröffentlicht16. Juni 2012
Zuletzt geändert6. August 2026
StatusAnalyzed
CVSS-Versionv3.1

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