CVE-2010-1871
Red Hat Linux JBoss Seam 2 Remote Code Execution Vulnerability
Beschreibung
CVE-2010-1871 ist eine schwerwiegende Expression-Language-Injection-Schwachstelle in JBoss Seam 2 (jboss-seam2), wie es in der Red Hat JBoss Enterprise Application Platform 4.3.0 eingesetzt wird. Die Schwachstelle ermöglicht entfernten Angreifern die Ausführung beliebigen Codes über speziell präparierte URLs, da Eingaben für JBoss Expression Language (EL)-Ausdrücke nicht ordnungsgemäß bereinigt werden. Die Schwachstelle ist nur ausnutzbar, wenn der Java Security Manager nicht korrekt konfiguriert ist. CISA hat CVE-2010-1871 in den KEV-Katalog aufgenommen. Mit einem EPSS-Score von 93,39 % (99,81. Perzentile) ist die Wahrscheinlichkeit einer aktiven Ausnutzung nahezu sicher.
KEV-Informationen
CVSS-Score
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:HIm Rechner öffnenCWEs
Betroffene Produkte
| Hersteller | Produkt | Version |
|---|---|---|
| redhat | jboss enterprise application platform | 4.3.0 |
| netapp | oncommand balance | - |
| netapp | oncommand insight | - |
| netapp | oncommand unified manager | - |
Mehrere CVSS-Bewertungen
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H
CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H
Referenzen
- http://archives.neohapsis.com/archives/bugtraq/2013-05/0117.html(Broken Link)
- http://www.redhat.com/support/errata/RHSA-2010-0564.html(Broken Link)
- http://www.securityfocus.com/bid/41994(Broken Link, Third Party Advisory, VDB Entry)
- http://www.securitytracker.com/id?1024253(Broken Link, Third Party Advisory, VDB Entry)
- http://www.vupen.com/english/advisories/2010/1929(Broken Link, Vendor Advisory)
- https://bugzilla.redhat.com/show_bug.cgi?id=615956(Issue Tracking)
- https://exchange.xforce.ibmcloud.com/vulnerabilities/60794(Third Party Advisory, VDB Entry)
- https://security.netapp.com/advisory/ntap-20161017-0001/(Third Party Advisory)
- https://www.cisa.gov/known-exploited-vulnerabilities-catalog?field_cve=CVE-2010-1871(US Government Resource)
Schwachstellentyp
CWE-917: Expression Language Injection
Expression Language Injection tritt auf, wenn Software Expression-Language-Anweisungen unter Verwendung extern beeinflusster Eingaben konstruiert, ohne spezielle Elemente ordnungsgemäß zu neutralisieren. In JBoss Seam 2 werden Benutzereingaben aus URLs ohne ordnungsgemäße Sanitisierung in JBoss EL-Ausdrücke eingebunden, wodurch Angreifer bösartige Ausdrücke einschleusen können, die beliebigen Code auf dem Server ausführen.
Weitere Informationen: CWE-917 — Expression Language Injection
Auswirkungsanalyse
CVE-2010-1871 hat einen CVSS 3.1-Score von 8.8 (HIGH) und stellt eine schwerwiegende Bedrohung dar. Die Schwachstelle ist über das Netzwerk ausnutzbar bei niedriger Angriffskomplexität und ohne erforderliche Authentifizierung, wobei eine Benutzerinteraktion erforderlich ist. Eine erfolgreiche Ausnutzung führt zu einer vollständigen Kompromittierung von Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit des betroffenen Systems. Der EPSS-Score von 93,39 % (99,81. Perzentile) signalisiert nahezu sichere aktive Ausnutzung. Neben Red Hat JBoss Enterprise Application Platform 4.3.0 sind auch NetApp-Produkte (OnCommand Balance, OnCommand Insight, OnCommand Unified Manager) betroffen. In Java-Umgebungen können Angreifer über EL Injection jede zugängliche Methode aufrufen, einschließlich Runtime.exec() zur Befehlsausführung, was zur vollständigen Systemkompromittierung führen kann.
Exploit-Reifegrad
CVE-2010-1871 wird durch die Aufnahme in den CISA Known Exploited Vulnerabilities-Katalog als aktiv ausgenutzt bestätigt. Die Behebungsfrist laut CISA war der 2022-06-10. Der EPSS-Score von 93,39 % (99,81. Perzentile) deutet auf nahezu sichere Ausnutzungsaktivität hin. In den verfügbaren Referenzen finden sich Third-Party-Advisories und VDB-Einträge bei IBM X-Force Exchange, die die Schwachstelle dokumentieren. Obwohl die Schwachstelle bereits aus dem Jahr 2010 stammt, bleibt sie aufgrund der weiten Verbreitung von JBoss-Instanzen und des hohen EPSS-Scores eine aktive Bedrohung.
Behebung
- Pflichtmaßnahme laut CISA KEV: Apply updates per vendor instructions. Installieren Sie den Red Hat Security Advisory RHSA-2010:0564.
- Aktualisieren Sie die Red Hat Enterprise Application Platform 4.3.0 auf eine aktuelle, unterstützte Version. Für NetApp-Produkte (OnCommand Balance, OnCommand Insight, OnCommand Unified Manager) wenden Sie die entsprechenden NetApp Security Advisories an.
- Konfigurieren Sie den Java Security Manager ordnungsgemäß, da die Schwachstelle nur bei fehlerhafter Konfiguration ausnutzbar ist. Implementieren Sie restriktive Security-Policies, die die Ausführung willkürlicher Methoden über EL-Ausdrücke verhindern.
- Sanitisieren Sie alle Benutzereingaben, bevor diese in Expression-Language-Ausdrücke eingebunden werden. Implementieren Sie strikte Eingabevalidierung mit Allowlists und deaktivieren Sie die EL-Auswertung, wo sie nicht benötigt wird.
- Überwachen Sie Anwendungsprotokolle auf verdächtige URL-Muster und ungewöhnliche EL-Ausdrücke. Implementieren Sie eine WAF mit Regeln zur Erkennung von Expression-Language-Injection-Versuchen.
Technische Details
CVE-2010-1871 betrifft JBoss Seam 2 (jboss-seam2) in der Red Hat JBoss Enterprise Application Platform 4.3.0. Die Schwachstelle basiert auf CWE-917 (Expression Language Injection) und entsteht dadurch, dass Eingaben für JBoss Expression Language (EL)-Ausdrücke nicht ordnungsgemäß bereinigt werden. Ein entfernter Angreifer kann über speziell präparierte URLs bösartige EL-Ausdrücke einschleusen, die auf dem Server ausgeführt werden. Der CVSS-Vektor CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:R/S:U/C:H/I:H/A:H zeigt, dass der Angriff netzwerkbasiert mit niedriger Komplexität durchführbar ist, wobei eine Benutzerinteraktion (z.B. Klick auf einen manipulierten Link) erforderlich ist. Die Schwachstelle ist nur ausnutzbar, wenn der Java Security Manager nicht ordnungsgemäß konfiguriert ist, was in vielen Produktionsumgebungen der Fall sein kann.
Häufig gestellte Fragen
Wird CVE-2010-1871 aktiv ausgenutzt?
Ja. CVE-2010-1871 ist im CISA Known Exploited Vulnerabilities-Katalog gelistet, was eine aktive Ausnutzung bestätigt. Der EPSS-Score von 93,39 % (99,81. Perzentile) signalisiert nahezu sichere Ausnutzungsaktivität. CISA hat eine Behebungsfrist bis zum 2022-06-10 gesetzt.
Welche Produkte sind von CVE-2010-1871 betroffen?
CVE-2010-1871 betrifft JBoss Seam 2 in der Red Hat JBoss Enterprise Application Platform 4.3.0. Zusätzlich sind NetApp OnCommand Balance, OnCommand Insight und OnCommand Unified Manager betroffen.
Wie behebe ich CVE-2010-1871?
Installieren Sie den Red Hat Security Advisory RHSA-2010:0564 oder aktualisieren Sie auf eine aktuelle Version der Enterprise Application Platform. Konfigurieren Sie den Java Security Manager ordnungsgemäß und implementieren Sie Eingabevalidierung für alle Benutzereingaben, die in EL-Ausdrücke einfließen.
Wie schwerwiegend ist CVE-2010-1871?
CVE-2010-1871 hat einen CVSS 3.1-Score von 8.8 (HIGH). Die Schwachstelle ermöglicht Remote Code Execution über Expression Language Injection ohne Authentifizierung. Der EPSS-Score von 93,39 % zeigt nahezu sichere Ausnutzung, was eine priorisierte Behebung erfordert.
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