BlockchainJan Kahmen7 min Lesezeit

Ticket als digitales Asset in einer public Blockchain

Digitale Vermögenswerte wie Tickets sind Güter oder Rechte, die in digitaler Form erworben oder verdient werden können.

Digitales Asset

Digitale Vermögenswerte sind Güter oder Rechte, die in digitaler Form gekauft oder verdient werden können. Ähnlich wie bei Security Token Offerings lassen sie sich an physische Vermögenswerte koppeln. Besonders interessant sind jedoch Assets, die ausschließlich immateriell existieren – etwa In-Game-Objekte, Tickets oder die Tokenisierung eines Digital Rights Managements. Diese Vermögenswerte unterliegen keinem physischen Verwahrungsrisiko und verändern grundlegend die Art und Weise, wie digitale Güter gehalten, verwaltet, gespeichert und übertragen werden.

Ticket als Digital-Asset

Tickets sind komplexe und kurzlebige digitale Assets. All ihre Eigenschaften lassen sich in digitaler Form mit dezentralen Regeln in einem sogenannten Smart Contract abbilden. Dabei benötigt jedes Ticket individuelle Regeln, die bei der Ausgabe durch den Emittenten festgelegt werden.

Geschäftsproblem

In der Ticketing-Branche profitieren die ursprünglichen Wirtschaftsteilnehmer am Verkauf eines Tickets (in der Regel der Veranstaltungsort, der Künstler, das Team oder der Veranstalter) oft nicht direkt vom Weiterverkauf ihrer Tickets. Infolgedessen verlangen sie im Vorfeld so viel wie möglich – über VIP-Pakete, hochpreisige Premium-Tickets und hohe Gebühren –, wohl wissend, dass Tickethändler auf dem Sekundärmarkt ein Vermögen verdienen werden, indem sie bis zu 25 % des Wiederverkaufspreises als Gebühr zwischen Käufer und Verkäufer einstreichen.

Im Gegensatz zu den Herstellern physischer Objekte, die wir besitzen, versuchen die Emittenten digitaler Assets häufig, Regeln zu schaffen und durchzusetzen, die bestimmen, was wir mit unseren digitalen Gütern tun dürfen und was nicht. So wollen Emittenten beispielsweise manchmal verhindern, dass die von ihnen erstellten Assets einfach übertragen oder weiterverkauft werden können. Und wenn der Weiterverkauf erlaubt ist, ist die Nutzererfahrung oft miserabel und die erhobenen Gebühren unverhältnismäßig hoch.

Was wäre, wenn es einen Weg gäbe, ein Ökosystem für digitale Assets zu entwickeln, das sowohl für Emittenten als auch für Verbraucher besser funktioniert? Ein Ökosystem, das es Emittenten ermöglicht, Regelsätze für ihre digitalen Assets zu erstellen und auf deren Durchsetzung zu vertrauen, ohne dabei geschlossene Plattformen zu schaffen? Und ein Ökosystem, das es Verbrauchern deutlich erleichtert, ihre digitalen Vermögenswerte unter Einhaltung der vom Emittenten festgelegten Regeln zu übertragen oder zu verkaufen?

Vorteile durch ein offenes und public Blockchain-Protokoll

  • Besucher können ihre Tickets dauerhaft aufbewahren.
  • Kontrolle über den Sekundärmarkt durch programmierbare Regeln wie Preisobergrenzen oder Wiederverkaufsbeschränkungen
  • Effizienzsteigerung bei der Bewältigung hoher Anforderungen auf einer einzigen Plattform
  • Proof-Of-Ownership: Überprüfung der Existenz und des Eigentums gegenüber Dritten über die Blockchain

Public versus permissioned Blockchain

Permissioned-Blockchain-Konsortien bieten der Öffentlichkeit kein echtes Vertrauen, da Außenstehende weder Transaktionen über einen eigenen Knoten verifizieren noch am Konsensmechanismus teilnehmen können. Solche Architekturen eignen sich daher nur für interne Anwendungsfälle wie B2B-Prozesse. Einigen Anwendern reicht dieses Maß an Vertrauen in ein Konsortium mit gemeinsamen Interessen aus.

MerkmalPermissionedPublic
ZugangNur mit EinladungJeder
KonsensZwischen den Teilnehmern vereinbarte MethodeAnreizstruktur
WährungOptionalErforderlich
HandelbarOptionalJa
BeispieleHyperledger, R3 CordaBitcoin, Ethereum, Monero

Permissioned Blockchain mit z.B. Blockstreams-Liquid

Das Liquid Network wird von seinen Mitgliedern betrieben – großen Börsen und Finanzinstituten, die von der Nutzung profitieren. Blockstream hat keine Kontrolle über das Netzwerk und fungiert lediglich als Technologieanbieter. Da keine einzelne Instanz die Kontrolle besitzt, gibt es keinen einzelnen Ausfallpunkt mehr.

Permissioned Blockchains verwenden einen Konsensansatz namens Starke Föderationen. Eine starke Föderation macht kostspielige Proof-Of-Work-Mechanismen überflüssig und ersetzt sie durch das gemeinsame Handeln einer Gruppe von gegenseitig misstrauischen Teilnehmern.

Verwendung einer public Blockchain durch Tari

Die meisten public Blockchains bieten unsichere oder zentralisierte Konsensmechanismen oder sind nicht unveränderlich. Monero hingegen ist eine der sichersten und dezentralsten Kryptowährungen der Welt. Tari wird als Merge-Mining-Sidechain der public Blockchain von Monero entwickelt und übernimmt deren grundlegendes Sicherheitsmodell.

Die Sidechain wird die Mimblewimble-Technologie nutzen und in Rust geschrieben sein, was zu hoher Performance führt. Mimblewimble bietet darüber hinaus standardmäßig starke Privatsphäre.

Tari definiert sich selbst

Tari will dieses neue Ökosystem für digitale Assets werden. Mit Tari können Urheber digitaler Assets diese als programmierbare, nicht fungible Token auf der Tari-Blockchain ausgeben und darauf vertrauen, dass ihre Regeln durchgesetzt werden. Verbraucher werden Anwendungen nutzen können, die auf der Tari-Blockchain aufbauen, um ihre digitalen Assets einfacher zu übertragen und dabei die von den Emittenten festgelegten Regeln einzuhalten. Das übergeordnete Ziel ist ein reibungsloseres und kostengünstigeres Ökosystem für digitale Assets, von dem alle Beteiligten profitieren.

Quellen

Tari: Advancing Monero Through Ecosystem Development

Tari Labs, „Tari - Digital assets focused blockchain protocol", Sonntag, Juli 14, 2019, Tari

Blockstream Corporation Inc., „Liquid by Blockstream", Sonntag, Juli 14, 2019, Liquid

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