Effektiv testen auf Brute-Force-Angriffe: Gründe, Methoden und Tools für mehr Sicherheit im Internet
Das Prinzip von Brute-Force-Angriffen: Ein Angreifer verschafft sich Zugang zu einem System, indem er systematisch Passwörter ausprobiert.

Die Bedeutung der IT-Sicherheit wächst stetig. Zwei Drittel aller kleinen und mittleren Unternehmen sind jährlich von einem Cyberangriff betroffen. Dabei kommen Angreifer nicht immer durch die Hintertür: Statt Sicherheitslücken oder Social Engineering setzen sie auf rohe Gewalt. Brute-Force-Angriffe zählen zu den ältesten Methoden, um sich Zugang zu einem System zu verschaffen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie sich durch gezielte Tests vor Brute-Force-Angriffen schützen und welche Tools Ihnen dabei zur Verfügung stehen.
Mit gezielten Tests vor Brute-Force-Angriffen schützen
Das Prinzip von Brute-Force-Angriffen ist denkbar einfach: Ein Angreifer verschafft sich Zugang zu einem System, indem er systematisch Passwörter durchprobiert oder eine Software dafür einsetzt. Brute-Force-Angriffe sind besonders tückisch, weil sie sich im Gegensatz zu Sicherheitslücken nie vollständig verhindern lassen. Die Schwachstelle liegt im Passwort selbst und in der Art, wie es abgefragt wird. Einen grundsätzlichen Schutz vor Brute-Force-Angriffen gibt es nicht, denn die Zugriffsmöglichkeit auf eine Website, eine Datenbank oder einen Computer ist keine Sicherheitslücke, sondern ein gewolltes Feature. Wirksamer Schutz vor Brute-Force-Angriffen erfordert daher gezielte Tests, mit denen sowohl das Passwort als auch das Anmeldeverfahren überprüft werden.
Die Passwortsicherheit mit John the Ripper und Hashcat überprüfen
Wenn Angreifer an eine Datenbank mit Nutzerdaten gelangen, bringt ihnen diese allein zunächst wenig. Sensible Daten werden heute fast immer verschlüsselt in sogenannten Hashes gespeichert. Diese Hashes wirken wie eine zufällige Zeichenfolge, repräsentieren jedoch jeweils ein bestimmtes Set an Nutzerdaten. Die Angreifer haben nun allerdings die Möglichkeit, in aller Ruhe zu versuchen, die Hashes zu entschlüsseln. Wenn Sie sich vor solchen Szenarien schützen möchten, sollten Sie genauso vorgehen wie die Angreifer: Setzen Sie einen Passwortcracker ein, um die Stärke Ihrer Passwörter zu testen.
John the Ripper war eines der ersten Brute-Force-Tools. Zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung waren Grafikkarten im gewerblichen Bereich kaum verbreitet, weshalb das Tool lange ausschließlich die CPU für Angriffe nutzte. Die Unterstützung für GPU-basierte Passwortberechnungen wurde erst später ergänzt und erreicht nicht dieselbe Leistung wie ein modernes Brute-Force-Tool wie Hashcat, das GPU-basierte Berechnungen von Grund auf priorisiert. Beide Tools sind kostenlos und werden von einer großen, engagierten Community unterstützt.
Mit THC Hydra und Patator Brute-Force-Angriffe unter realen Bedingungen testen
Mit John the Ripper und Hashcat testen Sie ausschließlich die Passwortsicherheit -- nicht das Anmeldeverfahren selbst. Um Ihr System unter realen Bedingungen zu prüfen, eignen sich daher Tools wie THC Hydra. THC Hydra baut zahlreiche Verbindungen zum Zielserver auf und probiert Passwörter aus einer vorgegebenen Liste durch. Die Software bietet vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten, um einen Angriff in seiner ganzen Bandbreite zu simulieren und das System auf Herz und Nieren zu testen.
Eine Alternative zu Hydra ist Patator. Dabei handelt es sich um ein kompaktes Python-Skript, das als schlankere und flexiblere Lösung konzipiert wurde. Die größere Flexibilität geht allerdings mit einer komplexeren Bedienung über die Kommandozeile einher.
Fazit: Schutz vor Brute-Force-Angriffen durch Tests
Brute-Force-Angriffe bleiben auch in Zeiten von Zwei-Faktor-Authentifizierung und KI-gestützten Systemen zur Erkennung verdächtiger Aktivitäten eine relevante Gefahr. Dieser Angriffsvektor lässt sich kaum eliminieren, da kein System völlig abgeschottet funktionieren kann. Mithilfe toolgestützter Tests simulieren Sie reale Brute-Force-Angriffe, um festzustellen, ob Ihr System einem solchen Angriff standhält, und decken dabei mögliche Schwachstellen in der Serverkonfiguration oder bei der Passwortsicherheit auf.